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Döbeln Döbelner Würstchen für Portugal, kein Investor in Sicht
Region Döbeln Döbelner Würstchen für Portugal, kein Investor in Sicht
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22:25 08.02.2012
Auch der Europaabgeordnete Peter Jahr (CDU) schwört bei seinem Besuch 2011 auf die knackigen Döbelner Würstchen. Zwischenzeitlich musste Geschäftsführer Frank Bäger (r.) für die Döbelner Fleischwaren GmbH Insolvenz anmelden. Doch das Unternehmen soll gerettet werden. Es produziert weiter und liefert demnächst auch nach Portugal. Quelle: W. Sens (Archiv)
Döbeln

Gestern Abend tagte wieder der Gläubigerausschuss des Döbelner Traditionsunternehmens im Betriebsgelände an der August-Julius-Clemen-Straße 1 in Döbeln. Die Arbeitsplätze bei der Döbelner Fleischwaren GmbH sind bis auf weiteres gesichert. Die Gläubigerversammlung des Unternehmens hatte schon im Dezember 2011 der eigenverantwortlichen Fortführung des Betriebes zugestimmt. Nach dem Insolvenzantrag vom August produziert das Unternehmen im Döbelner Gewerbegebiet-Ost seit Oktober wieder eigenverantwortlich. Die Lohnaußenstände wurden abgebaut. Die Monate November und Dezember hätten wirklich gute Ergebnisse gebracht. "Der Januarumsatz war erwartungsgemäß etwas verhaltener. Doch alles läuft im gesteckten Rahmen und kostendeckend. Die Löhne wurden pünktlich gezahlt", versichert der Dresdner Insolvenzanwalt Dr. Christoph Munz, der bei der Döbelner Fleischwaren GmbH nun gemeinsam mit Geschäftsführer Frank Bäger die Leitung übernommen hat. Zwei Mal pro Woche ist er in Döbeln. Der Gläubigerausschuss kommt monatlich zusammen und wird über die aktuelle Unternehmensentwicklung auf dem Laufenden gehalten.

Gestern Abend konnte Dr. Christoph Munz verkünden, dass die Geschäfte nach dem mauen Januar ab Februar wieder anziehen. Zudem hat das Unternehmen einen neuen größeren Exportauftrag an Land gezogen. Damit wird es die Würstchen mit dem Döbelner Stadtwappen auf dem Etikett künftig auch in Portugal geben. Vorerst zwei Lkw im Monat werden bis unters Dach bepackt mit Döbelner Würstchen nach Südeuropa aufbrechen.

Diese Entwicklung lässt die 20 Gläubiger, die im Dezember zur Gläubigerversammlung beim Chemnitzer Insolvenzgericht gekommen waren, die Sanierungspläne mittragen. Der Gläubigerausschuss, der gestern tagte, ist eine Art Aufsichtsrat, der die Unternehmensentwicklung begleitet und die Interessen der Gläubiger vertritt. Bis Ende Juni ist nun der Zeitrahmen abgesteckt, in dem mit einem potenziellen Käufer für das Unternehmen ein Abschluss zustande kommen soll.

"Unser Hauptziel bleibt, die Arbeitsplätze zu sichern und das Unternehmen so auf Kurs zu bringen, dass ein neuer Investor einsteigt", sagt Dr. Christoph Munz. Mit einem zweistelligen Marktanteil bei Wurstkonserven in den neuen Bundesländern sei die Marke "Döbelner" gut eingeführt und interessant.

❏ Die 1958 als Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) gegründete Döbelner Fleischwaren GmbH beschäftigt insgesamt 83 Mitarbeiter, davon 73 eigene Angestellte und zehn Fremdkräfte im Rahmen von Werkverträgen.

❏ Nach jahrelangen Sanierungsversuchen und zuletzt deutlichen Lohnrückständen hatte das Unternehmen Ende August 2011 Insolvenzantrag beim Amtsgericht Chemnitz gestellt.

❏ Seit 1. Oktober 2011 läuft das Insolvenzverfahren. Der Betrieb produziert wieder eigenverantwortlich, soll saniert und verkauft werden.

Thomas Sparrer

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