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Döbeln "Döbelner durch Subvention verwöhnt"
Region Döbeln "Döbelner durch Subvention verwöhnt"
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22:53 16.01.2014
Quelle: gerhard Dörner

Um herauszufinden, ob das so stimmt, hat die DAZ den waghalsigen Versuch eines Gebührenvergleiches unternommen.

Experten, die sich damit befassen, warnen vor einem Vergleich der Müllgebühren alt und neu im Altkreis Döbeln. Der erste Beigeordnete des Landkreises Mittelsachsen, Manfred Graetz, nennt den Hauptgrund dafür: "Bis Ende 2013 erfolgte eine erhebliche Stützung der Abfallgebühren im Altkreis Döbeln. Das war durch enorme Rücklagen in Millionenhöhe möglich, die im Laufe von fast zwei Jahrzehnten gebildet worden waren." Sprich: Im Kreis Döbeln wanderte ein Teil der von den Bürgern gezahlten Müllgebühr in diese Rücklage, die für die Sanierung von Altlasten, also von Deponien, gedacht war. "Wir wussten nicht, wie lange Fördermittel für diese Sanierungen fließen. Dann gab es doch noch Fördergeld und wir haben Eigenmittel gespart, und wir haben gut gewirtschaftet", erklärt Graetz, weshalb eine Riesensumme zusammenkam. Die nicht ewig gehortet werden durfte, sondern den Gebührenzahlern, und zwar jenen im Altkreis Döbeln, zurückgegeben werden musste. Das erfolgte ab den Jahren 2007/2008, in denen die Müllgebühren deutlich in den Keller gingen. Es waren laut Graetz Stützungen von bis zu fast 27 Euro pro Person möglich. "Die Döbelner sind durch diese Stützung der Müllgebühren in den zurückliegenden Jahren verwöhnt", sagt Graetz.

Tatsächlich: die Rücklage ist abgeschmolzen, die Zeit der Subventionen damit vorbei. Ernüchterung und Ärger kommen in der Bevölkerung auf. Die einst beträchtliche Absenkung der Gebühr ist vergessen. Die Ursache für die neuen, in vielen Augen höheren Müllpreise, wird einzig und allein in der jetzt erfolgten Vereinheitlichung der Gebühr in Mittelsachsen gesehen.

Ein Vergleich der Abfallgebühren alt und neu hinkt jedoch auch aus anderen Gründen. So müsste untersucht werden, welche Leistungen bislang in der Grundgebühr enthalten waren und welche es künftig sein werden. Und auch diese Leistungen werden subjektiv unterschiedlich bewertet. Wenn zum Beispiel Thomas Granz von der Abfallwirtschaft der Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen (EKM) darauf hinweist, dass es jetzt im Kreisgebiet mehr Wertstoffhöfe gibt, als vorher, dann ist das eine Tatsache. Viele Leute der Döbelner Region sagen aber, dass sie diese Wertstoffhöfe gar nicht bräuchten, wenn nach wie vor Elektro-Schrott (oder Weihnachtsbäume) an Sammelstellen in den Orten entsorgt werden könnten. Ist die neue Variante der Sperrmüllentsorgung besser oder nicht? Brauchen wir die Blaue Tonne vor der Haustür? Das sieht jeder anders. Vermisst wird schon jetzt von vielen die günstige Bioabfallentsorgung in Regie der öffentlichen Hand - die, auch das gehört zur Wahrheit, ebenfalls subventioniert war. Manfred Graetz als Altlandrat von Döbeln trägt jedenfalls die neue Entsorgungsstrategie "voll und ganz mit". Er stellt zudem fest: "Je gerechter und je individueller man eine Gebühr machen will, um so komplizierter und bürokratischer wird es."

Es kommt auch darauf an, wie viel jeder Müll produziert, wie gut er Abfälle und Wertstoffe trennt. Es ist nicht unerheblich, ob der Bürger mit der vorgegebenen Mindestabfallmenge auskommt oder nicht, ob er allein auf einem Grundstück lebt oder ob es sich um ein Mehrfamilienhaus handelt. Wobei zehn Liter Mindest-Restabfall pro Person (ein Eimer voll) in 14 Tagen oder in noch größerem Zeitraum wenig erscheint. Experten nennen das "Erfahrungswerte".

Die DAZ hat trotz bisheriger Preisstützung einen Vergleich angestellt (Kästen unten) und kommt zu dem Fazit: Für ein, zwei oder drei Personen auf einem Grundstück wird die Müllentsorgung wegen der neuen, höheren Festgebühr teurer. Die Chance auf gleich bleibende oder gar sinkende Gebühren steigt mit der Personenzahl. Wobei es dann vor allem darauf ankommt, wie viel Müll tatsächlich produziert wird.

Olaf Büchel

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