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Döbelner gehört dem ersten Handbike-Team in Sachsen an

Sportlich trotz Querschnittslähmung Döbelner gehört dem ersten Handbike-Team in Sachsen an

Die beiden Querschnittsgelähmten Martin Neugebauer und Steve Martin gründeten sachsenweit das erste Handbike-Team und wollen sportlich künftig gemeinsam bei Wettkämpfen agieren. In Südkorea nahm der 29-jährige Döbelner unterdessen an den „Military World Games“ teil und holte dort die Bronzemedaille im Bogenschießen.

Die beiden Querschnittsgelähmten Martin Neugebauer (l.) und Steve Martin gründeten sachsenweit das erste Handbike-Team und wollen künftig sportlich gemeinsam bei Wettkämpfen agieren.

Quelle: Privat

Döbeln. Sachsenweit das erste Handbike-Team bilden der Döbelner Martin Neugebauer und sein Kollege Steve Martin aus Hainichen. Beide sind querschnittsgelähmt. Steve Martin ist ab dem achten Brustwirbel gelähmt, Neugebauer ab dem elften – daher der Team-Name „Team 811“. Kennen gelernt haben sich die beiden über das soziale Netzwerk „Facebook“. „Ich habe gesehen, dass Steve auch mit dem Handbike unterwegs ist, also habe ich ihn einfach mal angeschrieben“, erinnert sich der 29-jährige Martin Neugebauer.

Die Idee, ein Team zu gründen, kam dann spontan. Die beiden Männer sind gerade dabei, ihr Team Schritt für Schritt zu etablieren. In Zukunft wollen sie gemeinsam bei Wettkämpfen und Meisterschaften antreten, haben bereits einen Triathlon – 750 Meter schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 4,6 Kilometer mit dem Rollstuhl fortbewegen – gemeistert. Wenn alles gut läuft, finden sich über die Zeit vielleicht sogar weitere Sportler, die sich den beiden anschließen wollen. So könnte das Team nach und nach wachsen. Das ist aber alles noch Zukunftsmusik. Lediglich die Idee steht, das Team ist offiziell präsent und in nächster Zeit kommen vielleicht sogar die ersten Wettkämpfe. „Erst einmal steht für uns diesen Monat ein Trainingslager in Cottbus auf dem Plan. Dort wollen wir erste Kontakte knüpfen“, erklärt Martin Neugebauer. Das Finden von Sponsoren ist dabei ein Hauptaugenmerk, was die beiden Männer in Angriff nehmen wollen.

Teamvergrößerung denkbar

Der Döbelner Martin Neugebauer sitzt seit knapp drei Jahren im Rollstuhl. Er verunglückte bei einem Motorradunfall auf dem Weg von seiner Kaserne nach Hause. Der Stabsgefreite der Bundeswehr kämpfte sich in kürzester Zeit ins Leben zurück. Der Sport wurde für ihn dabei immer wichtiger. „Ich war vor meinem Unfall auch schon sportlich aktiv, habe regelmäßig Muskeltraining gemacht. Seit ich im Rollstuhl sitze, ist das Handbike fahren dazu gekommen. Außerdem spiele ich in einer Basketball-Mannschaft und nehme immer mal wieder an nationalen und internationalen Wettkämpfen teil.“ Im Juli vergangenen Jahres ging es für ihn in die Niederlande. Dort fand das „Ride2Recovery“ statt, ein Programm für einsatzgeschädigte Veteranen der Bundeswehr, bei der der Döbelner nach wie vor angestellt ist. In sechs Tagen legte Martin Neugebauer so 570 Kilometer auf dem Handbike zurück.

Mit seinem Team holte Martin Neugebauer (l) bei den „Military World Games 2015“ in Südkorea die Bronzemedaille im Bogenschießen über 70 Me

Mit seinem Team holte Martin Neugebauer (l.) bei den „Military World Games 2015“ in Südkorea die Bronzemedaille im Bogenschießen über 70 Meter für Deutschland.

Quelle: Privat

Zuletzt reiste der 29-jährige Döbelner ins südkoreanische Mungyeong. Dort nahm er an den „Military World Games 2015“ teil. Mit fünf weiteren Behinderten vertrat er Deutschland. „Ich bin in den Disziplinen Bogenschießen und Kugelstoßen angetreten“, erklärt Neugebauer. Die Teilnahme von körperlich Behinderten war ein Pilotprojekt unter dem Titel „CISM Para-Sport Track & Field Competition“, der Döbelner ein Teil davon. „Bevor es für zwei Wochen nach Südkorea ging, war ich eine Woche lang im Trainingslager der Bundeswehr in Warendorf. In Südkorea angekommen habe ich dann zum ersten Mal überhaupt eine Kugel in der Hand gehalten“, so der Döbelner. In dieser Disziplin trat Martin Neugebauer allein an, musste eine drei Kilogramm schwere Kugel so weit wie möglich stoßen. „Dort saß ich auch zum ersten Mal in einem Wurfstuhl. Das war alles ziemlich ungewohnt und am Ende habe ich die Kugel auch nur acht Meter weit gestoßen. Eine gute Platzierung konnte ich damit nicht erreichen.“

Bronzemedaille beim Bogenschießen

Anders sah das beim Bogenschießen aus. Mit einem Recurve-Bogen mussten Neugebauer und seine zwei Teamkollegen Jens Engelke und Stefan Paschetag aus 70 Metern Entfernung schießen. „Ich bin sonst nur rund 18 Meter gewohnt“, gibt der Döbelner zu. Trotzdem kommt er gut rein und erreicht mit seinem Team den dritten Rang und damit die Bronzemedaille. „Ich war ziemlich aufgeregt, denn die Entscheidung zum Sieg fiel mit meinem Schuss.“ Acht Punkte waren nötig und die holte der 29-Jährige.

Die Erfahrung in Südkorea nahm Martin Neugebauer gern mit. „Ich habe dort zum Beispiel die Langstreckenläuferin Sabrina Mockenhaupt getroffen, das war inspirierend.“ Zur Eröffnungszeremonie der „Military World Games“ fuhren er und ein weiterer Querschnittsgelähmter vorneweg – in Uniform und einer riesigen Menschenkulisse auf den Tribünen vor den Augen. „Das war ziemlich beeidruckend“, erinnert sich der 29-Jährige an den Moment zurück.

Von Stephanie Jankowski

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