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Döbeln Döbelner informieren sich über Religionen der Welt
Region Döbeln Döbelner informieren sich über Religionen der Welt
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23:06 25.03.2012
Viel Verbindendes ihrer Religionen stellten Pfarrer Stephan Siegmund (l.), Muslim Dr. Rashid Nawaz (2.v.r.) und die Jüdin Renate Aris (r.) gestern im Frauenzentrum heraus.
Döbeln

.. - Interessantes und Wissenswertes über das Judentum, das Christentum und den Islam" eingeladen. Das Spannende dabei: Mit der 77-jährigen Renate Aris von der jüdischen Gemeinde Chemnitz und dem muslimischen Maschinenbauingenieur und Doktor der Automatisierungstechnik, Rashid Nawaz, von der Bergakademie Freiberg, saßen Islam und Judentum direkt beieinander. Er schenkte ihr einen Koran und sie lud ihn nach Chemnitz in die Synagoge ein. Als Dritter im Bunde hatte sich Döbelns Pfarrer Stephan Siegmund als Vertreter des Christentums dazu gesellt.

Renate Aris, ist eine der letzten sächsischen Juden, die in Holocaust überlebten. In verschieden Funktionen arbeitet sie deshalb in Dresden und seit Jahren in Chemnitz in der jüdischen Gemeinde mit dem Ziel, die drei in den sächsischen Großstädten noch existierenden Gemeinden vor dem Aussterben zu retten. Zu DDR-Zeit waren die jüdischen Gemeinden einem biologischen Exodus ausgesetzt, weil keine neue Mitglieder hinzukamen. Erst nach der Wende wachsen die Gemeinde durch russischsprachige Immigranten wieder. "Heute gibt es in unseren Gemeinden wieder Kinder und jüdische Hochzeiten. Doch das wichtigste ist: Wir können in Frieden und mit allen Menschen und Religionen zusammenleben."

Die älteste der drei Weltreligion, das Judentum, basiert auf dem alten Testament und verehrt Moses und die zehn Gebote der Christen ebenso. Nur Moses schenkte ihnen noch die Thora und die fünf Bücher Mose. "Es gibt viele Parallelen zum Christentum. Das Neue Testament basiert auf dem alten. Jesus war Jude", begann Pfarrer Siegmund seinen Exkurs. Und auch Dr. Rashid Nawaz betonte die Gemeinsamkeit von Judentum und Christentum mit der jüngsten der drei monotheistischen Weltreligionen, dem Islam. "Wir glauben an den gleichen Gott. Bei uns heißt er Allah. Er sprach auch zu Moses. Und Mohammed ist unser Prophet." Rashid Nawaz räumt in der Gesprächsrunde gleich auch mit einigen Vorurteilen über den Islam auf. So stehe im Koran geschrieben: "Liebe für alle, Hass für keinen." Ebenso sei Gewalt als Mittel zur Verbreitung des Glaubens nicht erlaubt. Er gehört allerdings auch einer muslimischen Glaubensrichtung an, die in seiner früheren Heimat Pakistan verfolgt wurde, weil sie an einen bereits erschienen Erlöser glaubt. Deshalb kam er nach Deutschland

Viele Fragen hatte auch das Publikum gestern Nachmittag. So etwa zum Schächten (Ausbluten von Tieren) im Judentum, das auch in der islamischen Welt eine große Rolle spielt. Dabei konnten sowohl Renate Aris als auch Dr. Rashid Nawaz mit einigen Vorurteilen aufräumen. Ebenso interessierte die Zuhörerinnen die Rolle der Frauen im Islam und das Thema Schleier.

"Friedliches Miteinander - das ist der Konsens der alle Religionen verbindet", waren sich die Vertreter der großen Weltreligionen gestern im kleinen Döbeln einig. Religiöse Toleranz brauche aufgeklärte Menschen und so soll die Runde zum Thema fortgesetzt werden. "Während sich Kinder sehr interessieren, wollen viele Eltern mit dem Thema Religion in Ruhe gelassen werden", hat Renate Aris beobachtet. "Dabei ist das Wissen über Religion ein bedeutendes Stück Allgemeinbildung."

T.Sparrer

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