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Döbelner quält seine Freundin über Monate – Gericht verhängt bedingte Haft

Prozess am Amtsgericht Döbelner quält seine Freundin über Monate – Gericht verhängt bedingte Haft

So wie auf unserem Symbolfoto ist ein 27-jähriger Döbelner nach Ansicht des Amtsgerichtes Döbeln auf seine damalige Freundin losgegangen. Für das Martyrium, das er ihr bereitete, verurteilte das Gericht den Mann jetzt zu einer bedingten Haftstrafe.

Für Staatsanwältin Angelika Rickert zeigt das gewalttätige Verhalten des Mannes gegenüber seiner damaligen Freundin „fast schon psychopathische Züge“. Sie beantragte elf Monate Haft für den Deutschen.

Quelle: dpa

Döbeln. Über zwei Monate lang quälte ein 27-Jähriger Döbelner seine damalige Freundin. Ein Mensch, dem auf Facebook im Internet Sachen wie „Keine Gnade für Kinderschänder“ gefallen und der vorbestraft ist, weil er Drogen an Minderjährige abgegeben hat. Ein Mensch, der „Macht über das Mädel ausüben wollte“, wie es Staatsanwältin Angelika Rickert in ihrem Schlussplädoyer sagte. „Für einen Frauenschläger gibt er typische Bild ab“, so die Anklagevertreterin. Sie legte dem jungen Mann im Amtsgericht Döbeln zur Last, über den Zeitraum von fast drei Monaten eine heute 19-Jährige mehrfach geschlagen, beleidigt und einsperrt zu haben. Strafbar als Körperverletzung, Beleidigung, Freiheitsberaubung.

Gewalttätig wegen Nichtigkeiten

Es war nicht Angelika Rickerts Vortrag der einzelnen Tathandlungen im nüchternen Juristendeutsch zu Beginn der Verhandlung, der das Entsetzen hochsteigen ließ. Es waren die Schilderungen der Zeugin, die an die Nieren gingen. „Er hat gesagt ich sei geldgierig und denke nur an mich. Dann hat er mich gegen die Tischplatte geschubst und mich gewürgt, bis ich keine Luft mehr bekam“, sagte die Geschädigte. Der Anlass für diesen Übergriff war nichtig: „Ich war in der Mittagspause zu Hause und hatte mir einen Energy-Drink mitgebracht, ihm aber nicht“, sagte die 19-Jährige. Das war am 19 Januar. Am Folgetag beendete sie ihr Martyrium und zog aus der gemeinsamen Wohnung aus, hatte zuvor gemeinsam mit ihrer Schwester die beiden Katzen in Sicherheit gebracht, um deren Gesundheit sich die Geschädigte sehr sorgte, hatte sie doch Angst, dass er den Tieren etwas antut. Die junge Frau ging zur Polizei und zeigte ihren Peiniger an.

Über Nacht eingesperrt

„Ich dachte, er ändert sich noch“, sagte die Zeugin auf die Frage von Strafrichterin Christa Weik, wieso sie den 27-jährigen Deutschen nicht schon eher verlassen habe. Denn bereits im November 2015 begannen die Taten. Schläge ins Gesicht und in den Bauch versetzte der Angeklagte seiner damaligen Freundin. Dazu beleidigte er die junge Frau, sperrte sie sogar über Nacht ein. Und immer wieder hörte die 19-Jährige Entschuldigungen. Auf ihre Aussage kam es an, um dem jungen Mann die Taten nachweisen zu können. Er schwieg dazu, was sein gutes Recht ist. Die Aussage der Geschädigten sollte dem Gericht am Ende als glaubhaft gelten.

Kein leichtes Leben im Knast

„Was schwer wiegt, ist die lange Zeit, in der das Mädel gequält wurde. Das hat schon fast psychophatische Züge“, sagte Staatsanwältin Rickert. Sie beantrage, den Döbelner der Freiheitsberaubung, fünfmaliger Körperverletzung sowie Beleidigung schuldig zu sprechen und ihm zu elf Monaten Haft mit Bewährung zu verurteilen. Da der junge Mann arbeiten geht, ist seine Sozialprognose günstig. „Mit solchen Straftaten hat man im Knast kein leichtes Leben“, gab sie dem Mann zum Nachdenken mit auf den Weg. Richterin Weik verurteilte ihn zu acht Monaten bedingter Haft, unterstellte ihn einem Bewährungshelfer und gab ihm außerdem auf, 600 Euro an das Kinderhospiz Bärenherz zu zahlen. „Ich habe mir während der Hauptverhandlung ein Bild von Ihnen machen können, als einen Mann, dem es an Selbstbewusstsein mangelt und der sich eine Frau sucht, die schwächer ist als er“, sagte Richterin Weik. Und: „Sollte ich Sie noch mal hier sitzen haben, sperre ich Sie ein.“

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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