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Döbelner randaliert am 19. Februar in Dresden

Döbelner randaliert am 19. Februar in Dresden

Nein, furchteinflößend sieht der 19-jährige Maximilian W. aus Döbeln nicht aus. Gut, die Unterarme des kräftigen jungen Mannes sind tätowiert, er trägt ein schwarzes Kapuzenshirt mit der Aufschrift "Harley Davidson".

Aber wie ein gewaltbereiter Linksautonomer, der am 19. Februar randalierend und steinewerfend durch Dresden zieht, nein, so sieht der junge Mann, der den Hauptschulabschluss erst im vierten Anlauf erreicht hat, wirklich nicht aus.

Entsprechend zerknirscht gab sich der Angeklagte gestern am Amtsgericht Dresden vor dem Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Markus Vogel und wurde gar nicht müde zu betonen, welchen "Mist" er da gebaut habe. Maximilian W. hat am 19. Februar Barrikaden aus Bauzäunen errichtet und Steine geworfen. "Es waren nur Putzsteine, die schnell zerbröckelt sind", relativierte er das Ausmaß seiner Taten, von Granitsteinen wie in der Anklage von Staatsanwältin Diana Büch könne keine Rede sein.

Offenherziger sprach der junge Mann über die Rolle des Lautsprecherwagens, an dessen Steuer der Jenaer Jugendpfarrer Lothar König saß. "Der 'Lauti' hat die ganze Zeit gegen die Polizei gehetzt", erklärte der 19-Jährige, "wir sollten die Polizisten attackieren." Nachdem er einen Stein Richtung Polizeikette geworfen habe, habe er sich in dem VW-Transporter versteckt. Auch sein älterer Bruder habe nach gezielten Würfen auf Beamte versucht, an Bord des "Lautis" zu entkommen. "Aber die Polizisten haben ihn runtergezerrt."

Bruder Veit sprach nach seiner Festnahme auch über seinen Bruder, so dass Maximilian W. als Täter ermittelt wurde, obwohl ihm der Polizeigewahrsam erspart geblieben war. "Wir haben getan, was wir konnten. Aber alle Steinewerfer konnten wir nicht festnehmen", sagte Polizist David J. als Zeuge.

Eigentlich, so Maximilian W., habe er friedlich bekunden wollen, dass Dresden mit Nazis nichts am Hut hat. Deshalb sei er mit Veit per Auto am 19. Februar nach Dresden gekommen. Aber auf dem Weg zur Gegendemonstration sammelte er von einer Mauer schon Steine auf und steckte sie in die Tasche. Deshalb nahm das Gericht dem jungen Mann den Willen zum friedlichen Bekenntnis nicht ab. Zumal er schon vier Wochen vor dem 19. Februar wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Döbeln stand.

"Proteste gegen Nazis finde ich persönlich gut und richtig", sagte Vogel in seiner Urteilsbegründung, "aber ich verurteile Gewalttaten wie das Werfen von Steinen. Wir reden nicht über friedlichen Protest, wir reden über Auswüchse, die wir nicht tolerieren können." Zu acht Monaten Jugendhaft auf Bewährung verurteilte das Gericht den arbeitslosen jungen Mann.

"Wir sind froh, dass das erste Verfahren gegen Gewalttäter vom 19. Februar jetzt rechtskräftig abgeschlossen ist", sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase, Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. Fünf weitere Verfahren werden noch folgen - gegen Veit W. und vier andere Steinewerfer.

Thomas Baumann-Hartwig

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