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Döbelner stehen zu französischen Freunden

Schweigeminute am Gymnasium Döbelner stehen zu französischen Freunden

Gespenstische Stille breitete sich am Montag, punkt 12 Uhr, in der Mensa des Lessing-Gymnasiums aus. Auch in den Klassenzimmern nahmen die Schüler an der europaweiten Schweigeminute für die Terroropfer in Frankreich teil. Döbelns Oberbürgermeister schrieb seinem Amtskollegen in der französischen Partnerstadt Givors im Namen der Döbelner.

Schweigeminute am Lessing-Gymnasium Döbeln: Vor vier Wochen waren diese Achtklässler noch zu Gast an der französischen Partnerschule in Evron.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Viele der Schüler haben durch die seit zwölf Jahren bestehende Schulpartnerschaft mit dem Sacré-Coeur-Collège in Evron in der Bretagne persönliche Beziehungen nach Frankreich. Besonders die Achtklässler um Französisch-Lehrerin Danielle Sturm halten gerade per Chat und per Mail engen Kontakt mit den französischen Alterskameraden. Denn gerade erst vier Wochen ist es her, dass sie vom deutsch-französischen Schüleraustausch heimkehrten.

Schülerin Lila Marie Schulze aus der 8d unterhielt sich per Skype mit ihrer französischen Freundin Justine und ihren Gasteltern in Evron. „Sie sind geschockt und haben Angst“, berichtet die 14-Jährige. Mitschülerin Luise Köhler stand mit Omane aus Evron in Kontakt. „Ich habe ihr Bilder vom Sonntagabend geschickt, als wir mit vielen weiteren Döbelnern auf dem Obermarkt standen, um mit den Franzosen zu trauern“, sagt sie. „Die Schüler wünschen sich, dass ihre französischen Freunde gesund und wohlbehalten im Januar nach Döbeln zum Schüleraustausch kommen“, sagt Lehrerin Danielle Sturm. Sie hält mit ihrem Lehrerkollegen Didier Planchais vom Sacré-Coeur-Collège Kontakt und hat ihm ebenfalls Fotos vom blau-weiß-rot erleuchteten Döbelner Obermarkt geschickt. Der französische Kollege berichtete, dass am Freitag 111 Schüler des Sacré-Coeur-Collège aus Evron auf Exkursion in Paris waren. Zum Glück war die Heimfahrt vor dem Beginn der Terroranschläge und alle sind wohlbehalten wieder zu Hause angekommen.

Michael Höhme, Schulleiter des Lessing-Gymnasiums, hatte noch am Wochenende an seinen Schulleiterkollegen an der französischen Partnerschule geschrieben, um ihm das Mitgefühl der Döbelner Schüler und Lehrer auszudrücken.

Auch im Döbelner Rathaus besann sich Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) an die älteste Städtepartnerschaft der Stadt Döbeln mit der Stadt Givors. Die Städtepartnerschaft zwischen Döbeln in der ehemaligen DDR und der französischen Arbeiterstadt in der Nähe von Lyon besteht offiziell sogar schon seit 1960. 1995 hatten Döbeln und Givors ihre Partnerschaft nach der politischen Wende in Deutschland erneuert. Als nach dem verheerenden Hochwasser von 2002 in Döbeln auch die Partnerstadt in Frankreich eine ähnliche Katastrophe erlebte, spendeten die Döbelner tausende Euro. Eine kleine Delegation brachte die Spenden damals nach Frankreich.

Bereits am Sonntag hatten Grit Neumann und Wolfgang Müller vom Stadtwerbering die Döbelner aufgerufen, auf dem Obermarkt öffentlich ihre Solidarität mit den Terroropfern in Paris zu bekunden. Ein Lichttechniker hatte die Häuserzeile mit der DAZ-Redaktion am Obermarkt in die Farben der Tricolore getaucht. Auch in der Stadtsporthalle ließen die Handballer der HSG-Neudorf/Döbeln vor ihrem Sachsenliga-Spiel gegen den Zwönitzer HSV eine Erklärung verlesen und riefen zu einer Schweigeminute auf. So herrschte für kurze Zeit eine würdevolle Stille im Döbelner Hexenkessel. Das Konzert der ostdeutschen Blues-Legende Jürgen Kerth und des Holländers Kees Schipper am Sonnabend im Kleinstadtklub KL17 an der Ritterstraße in Döbeln begann mit Gänsehautatmosphäre. Auch hier wurde an die Ereignisse des Vorabends in Frankreich gedacht. Der Klub war den ganzen Abend in blau-weiß-rotes Licht getaucht.

Von Thomas Sparrer

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