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Döbelner verprügelt Freundin – Gericht schickt Schläger hinter Gitter

Terror gegen junge Frau Döbelner verprügelt Freundin – Gericht schickt Schläger hinter Gitter

René H. ist kein Schwiegermutterliebling. Vorbestraft, in der 7. Klasse aus der Schule raus und gewalttätig. Vor allem gegen Frauen. Mehrfach schlug er seine Freundin, trat ihr die Tür ein und beleidigte sie. In seinem Prozess am Amtsgericht Döbeln zeigte er keine Reue und gab der Geschädigten die Schuld für die Schläge.

Weil er seine Freundin verprügelte und wie ein Berserker durch Döbeln zog, muss der 31-jährige René H. nun für ein Jahr hinter Gitter.

Quelle: dpa

Döbeln. Neun Monate lang terrorisierte René H. seine Freundin. Er beleidigte sie, stellte ihr nach und verprügelte die junge Frau mehrmals – sogar auf offener Straße. Auch die Mutter der 24-Jährigen blieb nicht verschont. Sie litt zwar nicht unter körperlichen Attacken, musste aber derbe Beleidigungen des 31-Jährigen ertragen.

„Was mich persönlich betroffen macht, ist, wie gleichgültig Sie hier gegen eine Frau vorgehen. Wenn Ihnen was nicht passt, reagieren Sie wie die Axt im Walde. Da wird die Türe eingetreten, da wird in der Bude randaliert“, sagte Strafrichter René Stitterich, der H. jüngst zu einem Jahr Haft Gesamtstrafe verurteilte. Und zwar wegen einer ganzen Reihe an Straftaten: Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung, Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz und eines Waffenvergehens.

Zeugin ohne „Belastungseifer“

„Das meiste stimmt schon. Aber es war nicht vorsätzlich, sondern im Affekt. Die Frau hat mich verarscht von Anfang an“, sagte der vielfach Vorbestrafte, räumte die Fülle der Anklagevorwürfe ein und gab der Geschädigten die Schuld für sein kriminelles Verhalten. Fünfmal schlug er auf die junge Frau ein, mal mit der Faust, mal mit der flachen Hand, mal drückte er sie gegen ein Lkw. Die Tatorte zogen sich quer durch Döbeln, je nachdem, wo die Geschädigte gerade wohnte. Zudem trat René H. Türen ein, wenn ihn die Frau nicht hereinlassen wollte. Als sie zum Beispiel kurzzeitig im Obdachlosenheim untergekommen war, suchte er sie dort heim. Riss die Wohnungstür aus der Verankerung und schlug auf die Frau ein. Nähern durfte er sich ihr eigentlich gar nicht. Das Gericht hatte auf Antrag der 24-Jährigen eine sogenannte einstweilige Anordnung nach Gewaltschutzgesetz erlassen, das René H. den Kontakt mit ihr verbot. Vier Türen hat René H. insgesamt beschädigt, dazu Möbel und eine Kücheneinrichtung zerschlagen. Schaden: Über 6000 Euro.

Die Geschädigte kann von Glück reden, dass sie René H. nicht auch noch den Schlagring benutzte, als er sie verprügelte. Diese verbotene Waffe hatte ihm die Polizei im Juni vergangenen Jahres auf der Kreuzstraße abgenommen. Auch wenn die körperlichen Wunden wie Prellungen und Hämatome längst verheilt sind – fertig ist die 24-Jährige mit den brutalen Ereignissen noch lange nicht, wie ihre Tränen im Zeugenstand belegen. Noch eins mitgeben wollte sie dem Schläger nicht, zeigte keinen Belastungseifer, wie die Juristen dazu sagen. „Ich will, dass er draus lernt, dass es keinen Grund gibt, eine Frau zu schlagen, dass er einsieht, dass es so nicht geht“, sagte die Geschädigte. Während René H.` Terrors habe sie mehr Angst um ihren kleinen Hund gehabt, als um sich.

Kriminelle Karriere mit Verbrechen begonnen

Drogen haben in der Beziehung der beiden eine Rolle gespielt. Und wahrscheinlich hat sich die junge Frau nicht immer so verhalten, wie sich Männer das von ihren Partnerinnen wünschen. „Sie hat mich angelogen“, sagte der Angeklagte. Und Richter Stitterich entgegnete: „Ich werde hier den ganzen Tag lang angelogen. Und trotzdem schlage ich nicht wild um mich.“ Es waren Worte, die beim Angeklagten keine Wirkung hatten. Staatsanwalt Maximilian Schneider hatte ein Jahr Haft beantragt – das fand René H. als „ungerecht“ an, ließ er in seinem letzten Wort als Angeklagter wissen. Der 31-Jährige verließ die Schule mit der 7. Klasse ohne Abschluss. Normalerweise beginnen die kriminellen Karrieren mit kleinen Delikten wie Diebstahl, Betrug und Körperverletzungen und Geldstrafen als Rechtsfolge. Bei René H.´ ist das anders. Dessen Vorstrafenregister listet als erstes eine Verurteilung wegen schweren Raubes des Landgerichtes Chemnitz aus dem Jahr 2009 auf. Obschon das Gericht offenkundig einen minder schweren Fall annahm, schickte es den Mann dennoch für zwei Jahre und neun Monate hinter Gitter. Später verurteilte ihn das Amtsgericht Döbeln mehrfach wegen Diebstahls und wegen des Verstoßes gegen Weisungen der Führungsaufsicht.

„Sie haben immer wieder aus der Beziehung heraus so reagiert, wie man es bei einem normalen und vernünftigen Menschen nicht erwartet. Das ist keine Art und Weise, wie man mit jemanden umgeht“, sagte Richter Stitterich, als er René jetzt wegen des Terrors gegen die junge Frau verurteilte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 

 

 

 

Von Dirk Wurzel

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