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Döbelns Europaschule braucht neue Kontakte

Döbelns Europaschule braucht neue Kontakte

Das Lessing-Gymnasium Döbeln ist auf der Suche nach neuen Partnern in Europa. Nach elf Jahren wird der jährlich im Wechsel stattfindende Schüleraustausch mit einem Moskauer Gymnasium auslaufen.

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Moskau zum vorerst letzten Mal: Dr. Monika Brosch und ihre Russischschüler.

Quelle: privat

Döbeln. Seit 2010 trägt das Lessing-Gymnasium Döbeln als erste Schule im Freistaat den Titel "Europaschule in Sachsen". Nicht zuletzt beruht die Auszeichnung auf einer europäischen und weltoffenen Ausrichtung der Schule in Verbindung mit ihrem Sprachangebot. Doch aktuell wird wohl vorerst nur noch die seit 2002 bestehende Schulpartnerschaft mit dem Sacré-Coeur-Collège in Evron/Frankreich intensiv gepflegt.

"Wir müssen uns auf dem Gebiet neu orientieren und die Kollegen sind da auch aktiv, um Neues anzuschieben", sagt Schulleiter Michael Höhme. Nach seinen Worten sei es aber normal, dass ein Schüleraustausch mit den Partnern im Ausland meist ein paar Jahre intensiver laufen und dann Veränderungen folgen und neue Kontakte geknüpft werden müssen.

So ist es gerade mit der Deutsch-Russischen Partnerschaft. Hier liegen wohl die Probleme auf deutscher Seite, dass einfach die vielfältig sehr engagierten Kollegen an zeitliche Grenzen stoßen und entschieden werden muss, ob alles unter einen Hut gebracht werden kann. Dabei geht es wohl nicht nur um organisatorische Fragen. Es steckte auch viel Herzblut und vor allem Freizeit in solchen Projekten.

Die erst im vergangenen Jahr neu gestartete Partnerschaft zum Higham Ferrers Specialist Arts College, einer Schule in den englischen Middlands steht schon wieder vor dem Ende. Grund: An der Schule wurde das Fach Deutsch eingespart. Somit wurde dem geplanten deutsch-englischen Schüleraustausch die Grundlage entzogen. Eine englische Sprachassistentin, die vor fünf Jahren am Lessing-Gymnasium tätig war, hatte den Kontakt zu ihrer früheren Schule in England hergestellt. Zwölf Zehntklässler waren vor einem Jahr zu einem ersten Besuch in England. Es wird der einzige Besuch bleiben.

Zuvor hatte das Lessing-Gymnasium eine langjährige Schulpartnerschaft ins nordamerikanische Seattle. Die endete vor zwei Jahren, weil die amerikanischen Partner an ihrer Schule das Fach Deutsch durch Mandarin (Chinesisch) ersetzt haben.

"Nach dem trinationalen Sprachtreffen in Chemnitz am Ende des alten Schuljahres wurde uns eine neue Schule in England vermittelt. Die erste Anbahnung läuft gerade auf dem Postweg", so Michael Höhme. Nach einem gemeinsamen Geschichtsprojekt mit Schülern aus Usti hat zudem die dortige Schule Interesse an einer deutsch-tschechischen Schulpartnerschaft mit dem Lessing-Gymnasium signalisiert. "Die Gespräche sind schon sehr weit gediehen. Wir werden den Kontakt nach Usti ausbauen. Vorteil ist hier natürlich auch die relativ kurze Entfernung", sagt Michael Höhme.

 

-Kommentar Seite 11,

 

 

Seit 2001 fuhren Moskauer Schüler und Schüler des Lessing-Gymnasiums Döbeln im jährlichen Wechsel zueinander. Betreut wurde der Schüleraustausch am Lessing-Gymnasium von den Russischlehrerinnen Monika Brosch, Katrin Berge, Ingrid Hopke, Kirsten Völzke und Heidrun Ludwig.

Schulische Partnerschaften gibt es zudem mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium Unna und dem Sacré-Coeur-Collège in Evron/Frankreich.

Eine neue Schulpartnerschaft mit einer englischen Schule und einer Schule im tschechischen Usti wird angestrebt.

 

 

 

Vom letzten Schüleraustausch zwischen dem Lessing-Gymnasium Döbeln und dem Moskauer Gymnasium 1543 berichtet Lea-Marie Berger aus der Klasse 10b.

Für zwei Wochen flogen wir, 13 Schülerinnen und Schüler der zehnten und elften Klassen des Lessing-Gymnasiums Döbeln, zusammen mit zwei Russischlehrerinnen nach Russland. Im Rahmen des elften Schüleraustausches hielten wir uns an unserem Partnergymnasium Nummer 1543 in Moskau auf. Neben den Hospitationsstunden in der Schule unternahmen wir Exkursionen mit den russischen Gastgebern. Wir besuchten die Moskauer Sehenswürdigkeiten, so den Roten Platz, die Wassili-Blashenny-Kathedrale, den Kreml, den Zarenpark Zarizyno und vieles mehr. Auch ein russisches Ballett stand auf dem Plan. Im Kreml-Palast sahen wir uns "Giselle" an. Das Wochenende verbrachten wir gemeinsam mit unseren Gastfamilien. So lernten wir das russische Leben und viele Unterschiede zur deutschen Lebensweise kennen. Viel Zeit verbrachten wir auch mit unserer Projektarbeit, die in deutsch-russischen Arbeitsgruppen verlief. Mit einem Abschlussabend mit musikalischen und literarischen Beiträgen endete der elften Schüleraustausch. Wir sind mit vielen neuen Eindrücken, Erlebnissen, Erfahrungen, neuen Freunden in Moskau und vielen Fotos und Souvenirs nach Döbeln zurückgekehrt.

 

T. Sparrer

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