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Döbeln Döbelns Müll: Entsorger erwartet Beschwerdeflut
Region Döbeln Döbelns Müll: Entsorger erwartet Beschwerdeflut
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23:55 26.03.2014
Gelbe Säcke liegen in der Region Döbeln mindestens bis 2015 an den Straßen
Region Döbeln

Rund 30 Beschwerden zur neuen, kreisweit einheitlichen Abfallentsorgung sind bisher bei der EKM eingegangen, sagt deren Geschäftsführer Jens Irmer. "Die große Menge erwarten wir nächste Woche", so der EKM-Chef weiter. Bis dahin will die kreiseigene Gesellschaft die Vorauszahlungs-Bescheide verschickt haben. Für Mülltonnen mit einem Fassungsvermögen von 80, 120 und 240 Litern sind sechs Entleerungen zu bezahlen, für die großen Behälter mit einem Volumen von 1,1 Kubikmetern ist für 24 Entleerungen zu löhnen (Kosten pro Behälter siehe Kasten). Die Vorauszahlung funktioniert wie bei den Nebenkosten (Energie, Wasser, Abwasser), die Mieter zuzüglich zur Miete aufbringen müssen. Wird zu viel bezahlt, gibt es Geld zurück. Andernfalls ist nachzuzahlen. In einem Jahr will die EKM die Vorauszahlung anhand der benötigten Leerungen berechnen, die von Haushalt zu Haushalt unterschiedlich sind. Grund für die von Jens Irmer erwartete Beschwerdeflut sind höhere Gebühren und ein Ende der Ausnahmen und Ermäßigungen. Zum Beispiel für Ein-Personen-Haushalte, die nur die halbe Müll-Grundgebühr bezahlen mussten. Oder für Gewerbebetriebe, für die eine ermäßigte Gebühr galt. Oder, wenn jemand längere Zeit nicht zu Hause war. "Der Verwaltungsaufwand war riesig - die Effekte gering", sagt Dr. Manfred Graetz.

In der Region Döbeln wird die Müllentsorgung teurer. Ein Haushalt mit zwei Personen, der einen 80-Liter-Müllkübel sechs mal im Jahr leeren lässt, würde nach altem Gebühren-Recht dafür 32,28 Euro bezahlen. Jetzt sind 59,64 Euro dafür fällig. "Wer sich in Döbeln darüber aufregt, ohne die Hintergründe zu kennen, den kann ich verstehen", sagt EKM-Chef Jens Irmer. Der Müllpreis im Altlandkreis war deswegen billig, weil ihn die Entsorgungsgesellschaft Döbeln mit Geld aus der Rücklage stützte, und zwar bis zu 70 Prozent. "Wir waren kommunalrechtlich dazu verpflichtet, den Bürgern ihre Gebühren zurückzuzahlen", erläutert Vizelandrat Dr. Manfred Graetz (CDU). Die EGD hatte Geld aus den Gebühren auf die hohe Kante gelegt, um Mülldeponien sanieren zu können. Dafür gab es aber ordentlich Fördergeld, so dass die EGD die Rücklage nicht antasten musste. Ohne den Griff ins Angesparte hätten die Bürger auch bisher deutlich mehr für die Müllabfuhr bezahlen müssen.

Unzufrieden ist EKM-Chef Irmer derzeit mit der Entsorgung ausgedienter Plasteverpackungen in der Region Döbeln, die in dieser Beziehung immer noch ein Gelbsackland ist. Zumindest überwiegend, denn nur auf Niederstriegiser und Bockelwitzer Fluren stehen Gelbe Tonnen. Die EKM befindet sich derzeit in einem Interessenkonflikt mit dem Dualen System Deutschland (DSD): In den Gelbe-Tonnen-Landstrichen Mittelsachsens lässt das DSD die Kübel für den Grünen-Punkt-Müll bisher aller zwei Wochen abholen. Käme die Region Döbeln dazu, würde das DSD die Müllabfuhr nur aller vier Wochen und damit seltener die Gelben Tonnen leeren lassen. Und zwar im gesamten Landkreis. Das nimmt der EKM-Chef nicht hin. "Wir werden rechtliche Schritte einleiten, um den Verhandlungsdruck zu erhöhen", sagt Jens Irmer. Dirk Wurzel

Sechs Entleerungen sind für Behälter mit einem Fassungsvermögen von 80, 120 und 240 Litern im Voraus zu bezahlen. Das kostet Euro pro 80-Liter-Kübel 20,04 Euro, 30,06 Euro für eine 120-Liter-Tonne und 60,12 Euro für einen 240-Liter-Behälter.

Für einen Großraum-Kübel mit einem Volumen von 1,1 Kubikmetern sind 24 Leerungen im Voraus zu bezahlen, was 1102,08 Euro kostet.

Ohne die gesenkte Müllgebühr im Altlandkreis Döbeln hätte jeder Einwohner 36 Euro im Jahr bezahlen müssen, so waren es neun Euro. Jetzt zahlt durchschnittlich jeder Mittelsachse 35 Euro pro Jahr für die Müllabfuhr.

2015 will die EKM mit dem Dualen System Deutschland verhandeln, die Gelbe Tonne auch im Altkreis Döbeln einzuführen.

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