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Döbeln Döbelns Polizei rechnet mit ersten Drogentoten
Region Döbeln Döbelns Polizei rechnet mit ersten Drogentoten
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16:43 09.03.2016
Die Döbelner Polizei rechnet mit den ersten Drogentoten. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Döbeln

Die Kriminalitätsentwicklung in Döbeln wird keineswegs von Flüchtlingen und Asylbewerbern geprägt. „Wir haben im Polizeirevier Döbeln kein Lagebild, dass Flüchtlinge in Döbeln massiv an Dienstählen oder anderen Straftaten beteiligt sind. In der absoluten Mehrheit haben es meine Kollegen und ich mit deutschen Straftätern zu tun“, sagte Döbelns Revierleiter Andrée Wagner am Dienstagabend auf einer Sitzung des Döbelner Stadtwerberinges. Die Innenstadthändler hatten den Polizeihauptkommissar in ihre Versammlung eingeladen, um sich aus erster Hand über das Thema Sicherheit und Kriminalität auszutauschen.

Andrée Wagner hatte dabei ein paar recht drastische Aussagen zur Kriminalität in der Stadt parat. „Wir haben in Döbeln ein recht manifestiertes Drogenproblem. Dabei haben wir es mit etwa 60 bis 70 extrem Crystal-Abhängigen zu tun, die bis zu einem Gramm der Droge pro Tag brauchen. Ich rechne fest damit, dass wir in Kürze in Döbeln den ersten Drogentoten beklagen müssen“, so der Polizeichef. Marihuana werde im Moment in Döbeln mit etwa zehn Euro pro Gramm gehandelt. Bei Crystal koste das Gramm zwischen 60 und 70 Euro. Die Abhängigen brauchten damit zwischen 1000 und 2500 Euro im Monat nur für ihre Sucht. Entsprechend hoch ist der Beschaffungsdruck. Es gebe härteste Kämpfe ums Geld sowie Diebstähle bis hin zur Prostitution, um an Geld zu kommen. Andrée Wagner rechnet daher die meisten Eigentumsdelikte, Diebstähle und Einbrüche in Döbeln dieser Beschaffungskriminalität zu. Ab und an fallen aber auch mal deutschlandweit operierende Banden zu Ladendiebstählen bei Marktkauf oder Kaufland ein und verschwinden wieder über die Autobahn. Auch organisierter Autoklau streift die Region Döbeln immer mal wieder. Die Fahrzeuge tauchen in Einzelteilen in Osteuropa wieder auf. Zugenommen habe auch das Planenschlitzen auf Rasthöfen in der Region, bei denen zwei- bis dreimal pro Nacht ganze Lkw-Ladungen geklaut werden.

Mit den derzeit etwa 600 in Döbeln lebenden Flüchtlingen habe die Polizei dagegen nur insofern zu tun, dass es in der Erstaufnahmeeinrichtung hin und wieder Gewaltausbrüche gab. Meist wird dies von einzelnen ausgelöst. In solchen Fällen, wie am Beispiel eines renitenten Marokkaners greife die Polizei ein und setze alles daran, den Störenfried anderswo unterzubringen. Er kam in eine Görlitzer Einrichtung, wo er als einziger Nordafrikaner nun offenbar in der Minderheit und recht ruhig geworden ist.

Die meisten Flüchtlinge in Döbeln sind registriert und in den Gemeinschaftsunterkünften an der Friedrichstraße, an der Bahnhofstraße und in der Mastener Straße untergebracht. In der landeseigenen Erstaufnahme bei Autoliv hat sich die Zahl der Flüchtlinge auf 130 bis 150 eingepegelt. Probleme gebe es ab und an, weil einige offenbar ihr Fluchttrauma im Alkohol ertränken würden. „Da der Wachschutz verhindert, das Alkohol in die Einrichtung kommt, gibt es Flaschenverstecke in umliegenden Grünanlagen. Diese zogen mittlerweile einheimische Trinker an. Die Sicherheitswacht hat jetzt darauf ein Auge, damit es hier nicht zu Konflikten kommt“, sagt der Revierleiter augenzwinkernd.

Von Thomas Sparrer

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