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Döbelns Rathaus bekommt ein neues Fluchttreppenhaus

Brandschutz Döbelns Rathaus bekommt ein neues Fluchttreppenhaus

Im Döbelner Rathaus brauchen die Mitarbeiter in den nächsten Wochen starke Nerven oder Ohropax. Denn im Südwestflügel wird gehämmert und gebohrt. Gleich neben der Stadtinformation wird bis zum Frühjahr ein neues Treppenhaus eingebaut. Es ist der erste Bauabschnitt des Brandschutzkonzeptes für das über 100 Jahre alte Rathaus.

Benjamin Vogler (l.) und Danny Berthold von der Firma Hoch- und Tiefbau Mittweida mauern in den ehemaligen Büros Heizungsnischen und Türen zu.

Quelle: Thomas Sparrer

Döbeln. Die Stadtinformation, durch deren Eingang seit zwei Wochen die ersten Baumaterialien geschleppt werden, zog für ein halbes Jahr 50 Meter weiter in ein leerstehendes Geschäft in der Kreuzstraße 3. Bauarbeiter haben zwischenzeitlich rund um den Eingang der Stadtinfo Bauzäune errichtet. Um die Ecke zur Stadthausstraße steht ein Gerüst samt Schuttrutsche. Benjamin Vogler (31) und Danny Berthold (38) von der Firma Hoch- und Tiefbau Mittweida sind im einstigen Kopierraum im ersten Stock und im früheren Personalratsbüro darunter im Einsatz. Sie mauern Türen und Heizungsnischen zu und errichten Staubschutzwände.

"In jeder Etage fällt für das neue Fluchttreppenhaus ein Raum weg. Doch das Brandschutzkonzept steht schon lange. So wurden die Büros von Mitarbeitern, die in Ruhestand gingen, nicht neu besetzt", schildert Bauamtsleiter Erik Brendler. Von oben nach unten soll noch in dieser Woche damit begonnen werden, die Decken bis zum Erdgeschoss durchzubrechen. "Die unterste Geschossdecke soll vorerst bleiben, denn sie dient noch als Lärmschutz", erklärt Regina Hlozek vom Sachgebiet Hochbau des Bauamtes der Stadt. Denn es wird im Untergeschoss noch drei Wochen lang bis zu neun Meter in die Tiefe gebohrt. "Wir hoffen hier kein Öl zu finden. Die Bohrungen sind für Bohrpfahlgründungen gedacht, auf denen das Treppenhaus gegründet wird. Die Tiefenbohrungen sind wegen der Baugrundverhältnisse auf der Muldeninsel notwendig", so Erik Brendler

Stück für Stück arbeiten sich die Bauleute dann mit der neuen Treppe nach oben. Die monolithische Bauweise kostet Zeit. Denn geschossweise müssen Schalungen gebaut, Bewehrungen eingesetzt und Betontreppen gegossen werden. Dann muss der Beton etwa 28 Tage aushärten, bevor das nächste Geschoss aufgesetzt werden kann. Das wird bis Februar/März dauern. Danach können Fliesenleger, Elektriker und Maler beginnen.

Das neue Treppenhaus wird allerdings nur ein Notausgang sein und ist nicht als zweiter Rathauseingang vorgesehen. Im Brandschutzkonzept für das über 100 Jahre alte riesige Gebäude wurden Brandabschnitte gebildet und sind weitere Baumaßnahmen wie Brandschutzzwischentüren vorgesehen. Im Brandfall dürfen Fluchtwege nicht zu weit entfernt sein. 366.000 Euro kostet der erste Bauabschnitt mit dem neuen Treppenhaus. 311.000 Euro davon kommen aus Stadtsanierungsmitteln. Darin stecken auch freiwillig, vorfristig gezahlte Sanierungsbeiträge von den Hausbesitzern der Muldeninsel. Diese durften so noch im Sanierungsgebiet Stadtzentrum eingesetzt werden. Insgesamt wird die Brandschutzsanierung des Rathauses 1,2 Millionen Euro kosten. Aufgrund dieser enormen Summe wird das ganze je nach Haushaltslage vom Stadtrat entschieden und bis 2019 abschnittweise umgesetzt.

Thomas Sparrer

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