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Döbelns Tafelgärten sind in Gefahr

Döbelns Tafelgärten sind in Gefahr

Der Döbelner Kreisverband der Kleingärtner geht auf mehreren Wegen gegen den Leerstand in Kleingartenanlagen vor. Eine Möglichkeit sind die Tafelgärten. Doch die sind in Gefahr, wie der Kreisverbandsvorsitzende und Geschäftsführer Christian Werner gestern erklärte.

Bereits im vierten Jahr würden freie Gärten als Tafelgärten genutzt. Elf Vereine hätten dafür insgesamt 12 000 Quadratmeter bereit gestellt. Laut Werner kümmern sich derzeit 30 Beschäftigte im Auftrag des Amtes für Arbeit und Beschäftigungsförderung in Döbeln um die Gärten. Die Ernte kommt der Tafel zugute. "Das soll wahrscheinlich wegfallen", bedauert Christian Werner.

Mit seinem Vereinsvize Michael Lorenz stellte er gestern aktuelle Probleme der Kleingärtner und mögliche Lösungsansätze vor. 83 Vereine sind im Kreisverband organisiert - die demografische Entwicklung geht auch an ihnen nicht spurlos vorüber. Derzeit wird ein Konzept erarbeitet, um die Vereine des Altkreises fit für die Zukunft zumachen. Die Kernfrage: Wie können sich die Kleingärtner in ihren Anlagen bis 2016/2017 mit überschaubarem Arbeitsaufwand so aufstellen, dass der Leerstand niedrig ist und die richtigen Investitionen getätigt werden? Das Konzept soll zum Kreisverbandstag am 25. August verabschiedet werden.

"Es werden keine Pächter beim Bäcker gebacken, wir müssen uns etwas einfallen lassen", sagt Werner. Die Situation sei kompliziert, aber beeinflussbar. Neben den Tafelgärten gibt es in der Region Döbeln auch schon weitere Ansätze. Das Grüne Klassenzimmer im Bärental ist ein Beispiel - dort kümmert sich die Regenbogenschule um den Obst- und Gemüseanbau. In Roßwein betreibt der Verein am Weinberg mit Unterstützung des Verbandes einen Lehr- und Schulgarten - derzeit würden Verhandlungen mit der Schule laufen, so Werner. Weiterhin können leere Gärten als Verbrennungs- oder Parkplatz genutzt werden.

 

 

 

 

q Die Zahl der Vereine, die im Döbelner Kreisverband organisiert sind, hat sich von 1989/1990 bis heute von 102 auf 83 reduziert. Grund ist unter anderem die Auflösung kleinerer Landsparten. Im Kreisverband gibt es 4000 bewirtschaftete Gärten.

q Der Mitgliedsbeitrag liegt für organisierte Kleingärtner bei 18 Euro im Jahr - laut Vereinschef Christian Werner ein im sachsenweiten Vergleich geringer Beitrag. Enthalten sind unter anderem Haftpflicht- und Rechtsschutz sowie eine Zeitschrift. Hinzu kommen sechs Cent pro Quadratmeter Gartenfläche und eine Kosten-Umlage an den einzelnen Verein vor Ort.

q Der Kreisverband agiert als Zwischenpächter und ist Ansprechpartner in rechtlichen Fragen. Denn die haben es in sich. Hintergrund ist das Bundeskleingartengesetz, das definierten Kleingartenanlagen günstige Konditionen einräumt - etwa einen verlässlichen Pachtzins. Dafür sind aber bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. So müssen anerkannte Anlagen ein Drittel Anbaufläche haben, in sich geschlossen und gemeinnützig sein. All diese Regelungen sind sehr komplex - der Kreisverband mit zwei fest angestellten Mitarbeitern weiß Bescheid, was wie zu laufen hat.

q Der Kreisverband bietet Schulungen an - etwa zu Obstgehölzschnitt oder rechtlichen Fragen - sowie Ausflüge zu Landesgartenschauen und Messen.

q Der durchschnittliche Kleingärtner im Kreisverband ist 58 Jahre alt und bewirtschaftet 250 Quadratmeter.bm

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