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Döbelns einzige echte Eisprinzessin Eisprinzessin

Döbelns einzige echte Eisprinzessin Eisprinzessin

Am liebsten würde sie momentan jeden Tag nach der Schule auf Döbelns Marktplatz eilen, die Schlittschuhe im Gepäck, um auf der großen Eisbahn vor dem Rathaus ihre Runden zu drehen.

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Quelle: Wolfgang Sens

Annie Boitz ist sieben Jahre alt - und leidenschaftliche Schlittschuhläuferin. Die zierliche junge Dame ist derzeit Döbelns einzige echte "Eisprinzessin", seit einem knappen Jahr eifert sie Katharina Witt nach und trainiert zweimal pro Woche beim Eissportverein Grimma.

 

Vor einem Jahr nutzten ihre Eltern die dicke Eisschicht auf dem Bürgergartenteich, um die Sechsjährige probehalber auf die Kufen zu stellen. "Sie ist einfach losgefahren", schwärmt Mama Madeleine, die selbst schon als Kind und jetzt als Erwachsene immer noch gern Schlittschuh läuft. Weil Annie nicht mehr zum Tanzen und auch nicht zum Zumba gehen wollte, fragten die Eltern in Grimma bei den Eiskunstläufern an und die kleine Döbelnerin durfte zum Schnuppern kommen. "Sie war Feuer und Flamme", lacht Madeleine Boitz, "auch, weil sie dort gleichzeitig Ballettunterricht bekommt." Seither sind auch Fernsehübertragungen von Eiskunstlaufveranstaltungen nicht nur für die Mama, sondern auch fürs Töchterchen Pflicht, und Annie selbst macht sich regelmäßig auf Youtube schlau, was die Konkurrenz auf dem Eis treibt.

 

Zwei Stunden umfasst eine Trainingseinheit, die jeweils unterteilt ist in Eislaufen und Ballett oder Eislaufen und Athletik. Für die Familie heißt das - zweimal in der Woche nach Grimma fahren. Mittwochs geht es nachmittags los, am Sonnabend heißt es, zeitig aufstehen, denn dann beginnt das Training früh um Acht. Annie, die in diesem Jahr in die Schule gekommen ist, steckt die Anforderungen gut weg. Und sie hat viel gelernt in diesem knappen Jahr auf den Kufen. "Rückwärts übersetzen kann ich jetzt, den Dreisprung, eine Pirouette, die Kanone und den Storch", erzählt sie stolz, geht in die Hocke mit ausgestrecktem Bein und zeigt damit gleich, was mit einer "Kanone" überhaupt gemeint ist.

 

Am vergangenen Wochenende hat Annie ihren ersten Wettkampf bestritten und belegte dabei gleich einen zweiten Platz. "Den Dreiersprung hab ich ein bisschen versemmelt...", sagt sie mit einem kleinen Achselzucken. Bis zu ihrem nächsten Wettbewerb im März hat sie noch ein paar Monate Zeit zum Üben, doch schon heute ist Döbelns kleine Eisprinzessin wieder gefragt: Beim Schaulaufen mit ihrem Verein in Grimma schlüpft sie in die Rolle von Weihnachtsfrau und Schneeflocke. Auf dem Eis in Döbeln kann sie zusätzlich zu ihren Trainingsstunden in Grimma ein bisschen trainieren, auch wenn sie hier am liebsten zeigt, was sie kann, einfach nur zügig übers Eis huscht und zwischendurch mit ihren Freundinnen schnattert. Auf dem Po, wie viele andere um sie herum, landet Annie schon lange nicht mehr, auch wenn sie anfangs ein paar Stürze verkraften musste. Dass es die Eisbahn gleich bei ihr zu Hause um die Ecke gibt, findet die Erstklässlerin aus Döbeln-Nord "Super!", auch wenn sie ihre guten Trainingsschlittschuhe hier nicht anziehen kann. "Sie braucht bloß mal über ein kleines Steinchen rutschen, dann ruiniert sie sich die Kufen", erklärt Mama Madeleine, die sich wünschen würde, dass vielleicht noch ein paar mehr Döbelner das Eiskunstlaufen für sich entdecken. "Dann könnte man auch mal Fahrgemeinschaften machen...

 

Text: Manuela Engelmann

 

Foto: Wolfgang Sens

Engelmann, Manuela

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