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Döbeln Dopingfall beschäftigt Amtsgericht
Region Döbeln Dopingfall beschäftigt Amtsgericht
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00:42 24.07.2015
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Dehydroepiandrosteron, kurz DHEA - dieses Mittel wäre einem 67-jährigen Harthaer beinah zum Verhängnis geworden, hätte dem Mann eine Geldstrafe eingebracht.

DHEA ist ein Dopingmittel, das aber auch als Medikament gegen Wechseljahre-Beschwerden bei Frauen zum Einsatz kommt. Außerdem steht das Hormon in dem Ruf, ein Wundermittel gegen das Altern zu sein. Was wissenschaftliche Studien bisher natürlich nicht nachweisen konnten. In den USA gilt DHEA als ein Nahrungsergänzungsmittel und ist, anders als in Deutschland, rezeptfrei erhältlich. Hierzulande gelten Mengen ab 3000 Milligramm als nicht mehr gering. Der 67-Jährige soll laut Anklagesatz aber 60 DHEA-Tabletten mit einem Wirkstoffgehalt von 100 Milligramm pro Tablette bei einem niederländischen Internet-Versandhandel gekauft haben. Was als Straftat nach dem Arzneimittelgesetz gilt. Verurteilt wollte die Staatsanwaltschaft Chemnitz den Harthaer aber trotzdem nicht sehen, bot sie ihm doch an, das Verfahren einzustellen, wenn er 200 Euro als Geldauflage zahlt.

Da wäre er fein raus gewesen, würde ohne Urteil weiterhin als unschuldig gelten. Aber der 67-Jährige zahlte nur 30 Euro und blieb die restlichen 170 Euro schuldig. "Unabhängig vom Sachverhalt habe ich dem zugestimmt, damit die Sache vom Tisch ist. Ich bin der Auflage nicht ganz nachgekommen, weil ich ins Krankenhaus musste. Das war mit erheblichen Kosten verbunden", sagte der Harthaer gestern in seinem Prozess vor Strafrichter René Stitterich im Amtsgericht Döbeln. Denn weil der Mann die Geldauflage schuldig blieb, hatte ihn das Gericht per Strafbefehl zu einer Geldstrafe verurteilt. Dagegen hatte der Rentner Einspruch eingelegt. Nun habe er aber wieder Geld. Auch deshalb, weil ihn die Krankenkasse von der Zuzahlung befreit hat. "Unabhängig vom Sachverhalt", sagte der 67-Jährige nun schon zum zweiten Mal, "wäre ich froh, wenn das auf die Weise vom Tisch kommen könnte."

Staatsanwalt Christian Kuka hatte nichts dagegen, das Verfahren auf diese Weise zu beenden. "Ich denke, das geht in Ordnung, ich stimme auf jeden Fall zu", sagte er. Und so kommt der Harthaer doch noch auf vornehme Weise aus der Doping-Geschichte heraus. Ein halbes Jahr hat er Zeit, die 200 Euro Geldauflage abzustottern. Die bereits gezahlten 30 Euro wird ihm die Landesjustizkasse verrechnen. Kein Eintrag im Strafregister, die Unschuldsvermutung gilt weiter - wenn der Mann seine Geldauflage abgestottert haben wird, ist es so, als hätte es die Geschichte mit den DHEA-Tabletten nie gegeben.

Dirk Wurzel

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