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Doppelter Einsatz: DRK und Feuerwehr proben in Neumilkau den Ernstfall

Rettung Doppelter Einsatz: DRK und Feuerwehr proben in Neumilkau den Ernstfall

Der Schrottplatz von Egon Jelito in Neumilkau war am Dienstagabend Schauplatz einer gemeinsamen Übung des DRK mit der Feuerwehr. Die hatte schweres Rettungsgerät mitgebracht.

Dramatische Szenen spielten sich am Dienstagabend auf dem Schrottplatz in Neumilkau ab. Aber Verletzte gab es nicht. Die Feuerwehren Waldheim und Richzenhain übten gemeinsam mit den Rettungssanitätern des DRK, verletzte Personen aus Unfallautos zu befreien.

Quelle: Dirk Wurzel

Neumilkau/Waldheim/Richzenhain. Großeinsatz auf dem Schrottplatz von Egon Jelito in Neumilkau: 16 Feuerwehrleute und acht Rettungssanitäter – darunter drei Auszubildende – des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) waren am Dienstagabend vor Ort. Aber es hat weder gebrannt, noch hatte sich ein schweres Unglück ereignet. Das Unfallauto hatte Egon Jelito mit dem Gabelstapler umgeschubst und auf die Seite gelegt. Darin lag, auf verletzt geschminkt, Martin Grützner. „Das ist ein Highlight für das erste Ausbildungsjahr. Wir haben drei Praktikanten dabei, die bei uns Rettungssanitäter lernen. Sie sollen sehen, mit welchen Rettungsmitteln die Feuerwehr arbeitet, um das später im scharfen Einsatz zu kennen“, sagte der DRK-Mann, noch mit „kunstblutverschmiertem“ Gesicht. Da hatten ihn die Feuerwehrkameraden gerade aus dem Rover gehievt, den der Schrottplatzbesitzer auf die Fahrerseite gelegt hatte. Uwe Dähnel, Leiter der Leisniger DRK-Rettungswache, hatte dem Verletzten eine Infusion gelegt und koordinierte mit den Feuerwehrleuten dessen Rettung. In einem anderen Szenario hatten die Feuerwehrleute aus Waldheim und Richzenhain einen Autofahrer zu befreien, der im Unfallwagen eingeklemmt war. Hier sägten die Feuerwehrleute mit der Glassäge die Frontscheibe quer durch und trennten mit der hydraulischen Rettungsschere die A-Säulen des alten Fiesta durch. Die Bodengruppe bot dann wenig Widerstand, die ganze Schnauze des Autos ließ sich mit der gewaltigen Kraft der Rettungsschere nach vorne biegen. So war mehr Platz, um den Verletzten herauszubekommen. Bevor das passierte, hatten die Sanitäter dessen Wirbelsäule mit dem sogenannten KED-System gestützt. Das verhindert, dass sich mögliche Rückenverletzungen verschlimmern, was schlimmstenfalls bedeuten kann, dass jemand im Rollstuhl landet. DRK-Mann Martin Grützner freut sich, dass er diese Ausbildungsübung gemeinsam mit der Feuerwehr absolvieren konnte und lobt die Zusammenarbeit. Neben ihm und Uwe Dähnel waren vom DRK auch Helmar Berger, Leiter der Rettungswache Naußlitz, und Robert Klingenberger im Einsatz. Eine junge Rettungssanitäterin musste die Ausbildungsübung verletzungsbedingt als Zuschauerin verfolgen. Dazu kamen die drei Lehrlinge des DRK.

„Wir haben schon einmal mit dem DRK gemeinsam geübt. Das war jetzt sozusagen die Fortsetzung. Wir sind bei den Einsätzen häufig zusammen, da ist es doch sinnvoll, auch gemeinsam zu üben“, sagt Waldheims stellvertretender Wehrleiter Peter Schröder. „Wir haben einige Schwachpunkte bei uns festegestellt, die wir jetzt auswerten müssen“ sagt Peter Schröder, der mit zu den Initiatoren der Übung gehört. Genau aus diesem Grund finden solche Ausbildungen statt: Um zu schauen, was verbessert werden kann um im Einsatz gut gewappnet zu sein.

Als die Kameraden der Feuerwehren ihre Gerätschaften zusammenpacken, dämmert es bereits. Es ist gegen neun Uhr Abends. Als die Feuerwehrleute reichlich zwei Stunden vorher zur gemeinsamen Ausbildungsübung in Neumilkau mit den Rettungssanitätern zusammengekommen waren, gaben ihre Kameraden der Ortswehr Reinsdorf sowie Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) gerade einem Fernesehteam Interviews. Der Beitrag über Arbeit und Zukunft der Freiwilligen Feuerwehrleute lief gestern im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Schrotplatzbesitzer Egon Jelito hatte seine Fernseh-Show gleich bei sich im Betrieb. Nicht zum ersten Mal unterstützt er die Rettungskräfte mit Schrottautos. „Die sollen doch üben können“, sagt er. Er staunte über die hohe Professionalität der Retter, auch wenn alles nur eine Übung war. Die technische Hilfeleistung bei Autounfällen ist übrigens ein ganz häufiger Grund, weswegen die Waldheimer Feuerwehr ausrücken muss.

Von Dirk Wurzel

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