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Döbeln Dreißiger planen 700-Jahr-Feier
Region Döbeln Dreißiger planen 700-Jahr-Feier
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00:18 07.04.2017
Weit älter als diese Ansicht vom früheren Gasthof Dreißig ist der Ort selbst – in diesem Jahr 700 Jahre. Quelle: Wolfgang Münch (Archiv)
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Dreißig

700 Jahre alt wird ein Dorf nicht alle Tage, zumal nicht eines mit so schelmischer Vergangenheit wie Dreißig. Denn der Name, der heute eine Zahl darzustellen scheint, geht ursprünglich auf das slawische Wort Trysk, was so viel wie Schelm oder Unsinn heißt, zurück. Das muss gefeiert werden, dachten sich der frühere Mochaur Bürgermeister Gunter Weber, der aktuelle Ortschaftsratsvorsitzende Ralph Zschörper und Dietmar Zieger vom Heimatverein Mochau und luden kürzlich die Anwohner von Dreißig, Ortsteil der früheren Gemeinde Mochau, zur Versammlung. Rund 40 der weniger als 100 Anwohner kamen, um die Frage zu erörtern: Feiern wir das Jubiläum oder nicht?

„Wir wollen etwas machen“, berichtete Weber wenig später der DAZ. „Am Sonnabend, 19. August wird an dem einen Tag auf dem Dorfplatz gefeiert.“ Die Verantwortung für die Organisation haben aber nicht er oder Ralph Zschörper übernommen. Die Anwohner selbst kümmern sich um ihr Fest. Aus der Mitte der Anwesenden bei der Ortschaftsversammlung sind vier Mitglieder des Organisationsteams hervorgegangen: Karla Markgraf, Ines Neumann, Jörg Franze und Andreas Fischer wollen eine schöne Fete auf die Beine stellen.

„Es geht darum, die Dorfgemeinschaft enger zueinander zu bringen“, erklärt Ines Neumann. Details zum Ablauf müssen erst noch beraten werden. Ziel sei es aber, ein Fest der Begegnung unter Nachbarn zu feiern, bei dem sich Leute, die sich sonst nur vom Sehen her kennen, einmal richtig kennen lernen. „Wir sind auch vor zehn Jahren erst dazugekommen und mussten uns das hart erarbeiten, dass wir angeschaut werden“, sagt Ines Neumann nicht ganz ernst gemeint, aber doch den Kern des Vorhabens treffend.

Dementsprechend soll das Fest vor allem die Dreißiger selbst ansprechen. „Das fest soll nicht so überregional organisiert werden“, sagt Ortsvorsteher Ralph Zschörper. Auch Verwandte und ehemalige Dorfbewohner sollen zu einem Wiedersehen eingeladen werden sowie Anwohner umliegender Orte. „Es ist schön, dass sie das machen, 70 Jahre hat man ja nicht so soft“, lobt Zschörper das Engagement der vier Organisatoren.

Dass der Dorfgeburtstag ansteht, hatte Gunter Weber schon im jüngsten Amtsblatt angekündigt. Die erste Erwähnung von Dreißig findet sich demnach im Zusammenhang mit der Gründung eines Herrensitzes um 1317 mit Namen Ulmannus de Trizko. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und zurückzuführen auf Trizko, hervorgegangen aus Tryskov – Ort des Trysk (Schelm, Unsinn). Dreißig wurde als Gassendorf angelegt. Die Flur ist in Gutsschlägen und gewannähnlichen Streifen gegliedert, wusste Weber noch zu berichten.

Von Sebastian Fink

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