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Döbeln Dresdnerin wäscht Geld aus Betrug an Harthaer Unternehmen
Region Döbeln Dresdnerin wäscht Geld aus Betrug an Harthaer Unternehmen
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Wegen Geldwäsche stand jetzt eine Dresdnerin vorm Amtsgericht Döbeln. Betrüger hatten bei Unternehmen, darunter eines aus Hartha, rund 230 000 Euro abgezogen und auf Konten der Frau geparkt, um das Geld zu waschen. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
Döbeln/Hartha/Dresden

Vom Opfer zur Täterin – diese Wandlung vollzog eine Dresdnerin, als sie für eine ausländische Betrügerbande Geld wusch. 233 000 Euro liefen über Konten, die sie bei unterschiedlichen Banken eröffnet hatte. Unter den Firmen, die die Betrüger abgezockt hatten, war auch ein Harthaer Betrieb mit internationalen Geschäftsbeziehungen. Diese Firma erleichterten die Ganoven um etwas über 50 000 Euro. Dieses Geld floss ebenfalls über das Konto der Geldwaschfrau aus Dresden. Darum verhandelte das Schöffengericht des Amtsgerichtes Döbeln den Fall.

Erst betrogen – dann Betrügern geholfen

Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, wie die nicht vorbestrafte Angeklagte, die die meiste Zeit ihres Lebens berufstätig war und zwei Berufsabschlüsse hat, dazu kam, illegal erworbenes Geld reinzuwaschen. „Meine Mandantin befand sich 2011 auch wegen ihrer Scheidung in einer schwierigen persönlichen Lage. Sie fühlte sich alleine und lernte auf einer Dating-Plattform einen Mann kennen“, schilderte Rechtsanwältin Katja Reichel, wie ihre Mandantin auf den Weg geriet, der sie im Endeffekt auf die Anklagebank des Amtsgerichtes Döbeln führte. „Meiner Mandantin wurde eine Millionenerbschaft vorgegaukelt, unter der Bedingung, dass sie 100 000 Euro zahlt“, schilderte die Verteidigerin die Gutgläubigkeit ihrer Mandantin. Die versuchte sich später das Geld – es war ihr gesamte Erbschaft – zurückzuholen, reiste deswegen nach London. Und bekam dort das Angebot offeriert, die Konten zu eröffnen, auf die die Betrüger abgezocktes Geld von Unternehmen aus der ganzen Welt einzahlten. Die Dresdnerin sollte es dann abzüglich ihrer zehnprozentigen Provision weiterüberweisen – überwiegend auf Bankkonten in Übersee, in Südafrika etwa. Besiegelt wurde das „richtig professionell mit einem Vertrag“, wie Richterin Karin Fahlberg, die Vorsitzende des Schöffengerichtes, sagte. „Da sollte ich unterschreiben. Ich wollte mein Geld zurückholen“, sagte die Angeklagte. Sie räumte die zehn einzelnen Tathandlungen ein.

Aufgeflogen war die Geldwäsche, weil der Prokurist der Harthaer Firma sofort reagierte. Eine Überweisung von 59 000 US-Dollar hatten die Betrüger abgefangen. Dieses Geld war für einen indischen Geschäftspartner der Firma gedacht, kam aber dort nie an. Sondern landete in Euro auf dem Waschkonto der Frau aus Dresden. Der Prokurist hatte außerdem festgestellt, dass die Betrüger in einer gefälschten Email darum baten, künftig auf ein eines ihrer Konten zu überweisen. Mit diesem Wissen wandte sich der Mann an die Polizei, die Ermittlungen kamen ins rollen. Zunächst wirkte die Angeklagte daran mit, betrieb die Geschäfte weiter, damit die Polizei Hintermänner ermitteln konnte. Das gelang aber offenbar nicht.

Dresdnerin trägt die Konsequenzen allein

Mit welcher Masche die Kriminellen die anderen Unternehmen betrogen haben, ist nicht genau bekannt und auch nicht, wer die Täter sind. Fakt ist aber, dass sie sich mit dem ergaunerten Geld einen schönen Lenz machen konnten oder können. Die strafrechtlichen und finanziellen Folgen trägt allein die Dresdnerin. Das Gericht verurteilte sie nicht nur wegen Geldwäsche in zehn tatmehrheitlichen Fällen zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren Haft mit Bewährung, sondern auch zu 233 000 Euro Wertersatz – der kompletten Schadenssumme. Das Urteil ist rechtskräftig.

„Die Angeklagte führt, vom Schicksal hart getroffen, ihr gesamtes Vermögen den gleichen Betrügern, die sie dann für die Geldwäsche einspannen“, sagte Verteidigerin Reichel in ihrem Schlussvortrag und benannte damit eine Besonderheit dieses Falles. „Trotzdem kann es nicht sein, dass man sich in eine solche kriminelle Gruppierung begeben und dort mitwirkt“, führte Richterin Fahlberg aus, als sie das Urteil des Schöffengerichtes begründete. Als positiv wertete das Gericht das Geständnis der 61-Jährigen. „Sie hat zudem versucht, der Polizei zu helfen, ihre Hintermänner zu ermitteln. Dass das dann eingeschlafen ist, lag nicht an ihr“, nannte die Vorsitzende einen weiteren günstigen Umstand.

Von Dirk Wurzel

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