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Dröhnung für die Krönung: Kaffeebande klaut für Drogengeld in Waldheim

Prozess am Landgericht Dröhnung für die Krönung: Kaffeebande klaut für Drogengeld in Waldheim

Manchem reicht die aufputschende Wirkung von Kaffee nicht. Statt braunes Pulver aufzubrühen, wird sich weißes Pulver reingepfiffen. Um das bezahlen zu können, klaute ein Diebestrio braunes Pulver. Auch im Waldheimer Kaufland schlug die Kaffeebande zu. Drei Jahre nach den Taten ist nun das strafrechtliche Nachspiel zu Ende gegangen.

Um Geld für Drogen zu beschaffen, klaute ein Diebestrio in Supermärkten Kaffee. Das ist drei Jahre her. Erst jetzt das strafrechlichte Nachspiel der taten der Kaffeebande am Landgericht Chemnitz ein Ende gefunden.

Quelle: dpa

Waldheim/Chemnitz. Vor drei Jahren trieb die Kaffeebande auch in Waldheim ihr Unwesen. Kaffee in Supermärkten klauen, den Kaffee verkaufen, mit dem Geld Drogen bezahlen – das war das Geschäftsmodell des Trios. Braunes aufputschendes Pulver zu weißem Pulver umrubeln, das noch mehr aufputscht, die Dröhnung für Jacobs Krönung – das funktionierte dann aber doch nicht so doll und endete schließlich in Justitas Hallen.

Jetzt ist am Landgericht Chemnitz das Berufungsverfahren zu Ende gegangen. Ursprünglich gab es drei Angeklagte. Einer kam nicht, einer nahm seine Berufung zurück und der dritte verbliebene Kaffeedieb kämpfte um eine Geldstrafe. Das Amtsgericht Chemnitz hatte ihn vor über zwei Jahren wegen gemeinschaftlichen Diebstahls zu vier Monaten Haft mit Bewährung verurteilt. Der 27-Jährige war mit den anderen beiden am 23. März 2013 im Waldheimer Kaufland auf „Einklaufstour“ gegangen. Jacobs Krönung schleppte der Mann in seinem Rucksack heraus, bis ihn die Verkäuferinnen erwischten. Im Kofferraum des Fluchtwagens – sein Fahrer hatte keine Fahrerlaubnis – lag bereits eine gute Menge der Krönung.

Strafmaß liegt in der Mitte

Wie viel Rohstoff für koffeinhaltige Heißgetränke das Trio damals erbeutete und was dies kostete, war zunächst unklar. Zunächst war von 20 Euro die Rede, bei der Polizei von 120 Euro. Man einigte sich auf 60 Euro. „Lassen Sie es 15 Päckchen gewesen sein für vier Euro je Päckchen, sagte Rechtsanwalt Martin Göddenhenrich, der den 27-Jährigen verteidigte. Er hatte die Berufung lediglich auf die Rechtsfolgen, also die Höhe der Strafe beschränkt. Drei Jahre nach der Tat fiel es ihm nicht schwer, eine Geldstrafe zu begründen. Seither lebt sein Mandant straffrei, nimmt keine Drogen mehr und hat sich um Frau und Kind zu kümmern. Außerdem geht er arbeiten und bringt Geld nach Hause. 60 Tagessätze zu 20 Euro beantragte der Anwalt. Oberstaatsanwalt Dietrich stimmte dem Verteidiger grundsätzlich zu und sah auch keine Notwendigkeit mehr, gegen den Angeklagten eine kurze Freiheitsstrafe zu verhängen, was das Gesetz ohnehin nur ausnahmsweise erlaubt. Der Anklagevertreter forderte aber 120 Tagessätze zu 20 Euro.

Die 6. Kleine Strafkammer nahm die Mitte und verurteilte den 27-Jährigen zu 90 Tagessätzen á 20 Euro. „Uns ist wichtig, dass sie eines wissen: Bei ihrer strafrechtlichen Vergangenheit war völlig klar, dass man nur mit einer Freiheitsstrafe reagieren kann. Da konnte man eigentlich nur über Bewährung reden. Jetzt haben wir Juni 2016 und in den letzten drei Jahren haben Sie ihr Leben in den Griff bekommen“, begründete Richter Michael Langfritz, stellvertretender Vorsitzender der 6. Strafkammer, dessen Urteil. Der 27-Jährige war bereits als Jugendlicher wegen Diebstahl und Hehlerei mit dem Gesetz in Konflikt geraten, hatte als Erwachsener dann Urteile wegen Diebstahls und Sachbeschädigung kassiert. „Endlich hat das ein Ende“, sagte er erleichtert zu seiner Freundin, als er jetzt den Verhandlungssaal verließ. Das Urteil zur Geldstrafe ist rechtskräftig.

Lieber Knast als Maßregel

Sein Mitangeklagter – ihn hatte das Amtsgericht auch wegen räuberischen Kaffeediebstahls in Döbeln zu einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt – hatte seine Berufung zurückgenommen. Es bestand das Risiko, dass die Kammer den 29-Jährigen wegen seiner Drogensucht in einer Entziehungsanstalt unterbringt – zusätzlich zur Haftstrafe. Knast ist endlich – eine solche Unterbringung kann länger dauern. Die Insassen sind von den Ärzten abhängig. Darum fürchten Straftäter solche Anordnungen oft wie der Teufel das Weihwasser und gehen lieber auf absehbare Zeit ins Gefängnis.

Von Dirk Wurzel

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