Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Drogen und Diebstahl in Döbeln – 20-Jähriger will nicht in den Jugendknast
Region Döbeln Drogen und Diebstahl in Döbeln – 20-Jähriger will nicht in den Jugendknast
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:06 16.05.2018
Die Jugendkammer des Landgerichtes Chemnitz musste entscheiden, ob ein 20-jähriger Döbelner eingesperrt werden muss. Der war mit einem Haufen Gras, Diebstahl und gefährlicher Körperverletzung aufgefallen. Quelle: dpa
Döbeln/Chemnitz

Ungewohnt gnadenlos zeigte sich das Jugendschöffengericht des Amtsgerichtes Döbeln im Januar. Für ein Jahr und zwei Monate wollte es einen 20-jährigen Döbelner in Regis-Breitingen eingesperrt wissen. Der Jugendliche hatte am 23. Dezember einem Ladendetektiv Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Der Mann hatte den Jugendlichen zuvor beim Stehlen im Netto an der Unnaer Straße in Döbeln erwischt. Eine Tafel Rittersport hatte der Dieb in dem Markt gestohlen, der mittlerweile abgerissen ist. Die Beute gab er noch freiwillig raus. Aber als der Detektiv die Personalien feststellen wollte, bekam er das Reizgas ins Gesicht. Die Polizei fand zudem rund 300 Gramm Marihuana mit einem Wirkstoffgehalt von 35 Gramm in Wohnung des Jugendlichen.

Hausverbot bei Netto

Wegen dieses Drogenverbrechens sowie Diebstahls mit Waffen und gefährlicher Körperverletzung hatte der junge Mann dann die relativ harte Strafe im Amtsgericht Döbeln bekommen. Er hatte die Tatvorwürfe eingeräumt, den Detektiv um Verzeihung gebeten. Was dieser lediglich zur Kenntnis nahm und mit den Worten kommentierte: „Das Hausverbot in allen Netto-Märkten gilt weiter.“

Gute Gründe für Bewährung?

Im Chemnitzer Landgericht brauchte der Mann nicht aussagen. In der Berufungsverhandlung vor der Jugendkammer ging es vor allem um die Frage: Bewährung oder Gefängnis? „Ich bin wirklich gewillt, einen anderen Weg einzuschlagen und tue mein Bestes“, sagte der 20-Jährige. In der Zeit von der Amtsgerichts-Verhandlung bis jetzt ist viel passiert bei ihm. Er hat einen Drogenentzug gemacht und sich erfolgreich um Arbeit bemüht. Das konnte er dem Gericht darlegen.

Staatsanwalt will Knast

„Für die Rechtsfolgen ist wichtig, was hat mein Mandant für eine Kriminal- und Sozialprognose? Die ist gut. Seit Dezember 2016 ist er nicht wider straffällig geworden, er hat sich alle Mühe gegeben sein leben zu ordnen, geht sogar arbeiten“, sagte Rechtsanwalt Thomas H. Fischer in seinem Schlussvortrag. Der Verteidiger beantragte, die Vollstreckung der Jugendstrafe zur Bewährung auszusetzen. Anders die Staatsanwaltschaft, deren Sitzungsvertreter Haft forderte und sogar einen Drogenhandel als erwiesen ansah. Weil die Polizei neben dem Gras auch ein paar hundert Euro Bargeld in angeblich „szenetypischer Stückelung“ gefunden hatte.

Abgehoben statt gedealt

Das sah die Jugendkammer anders. „Ich kenne keinen Automaten, der 500-Euro-Scheine ausspuckt, wenn man 1000 Euro abhebt“, griff Richter Michael Mularzcyk, Vorsitzender der Jugendkammer, die Erklärung des Verteidigers zur Herkunft des Geldes auf. Sein Mandant ha es am Geldautomaten abgehoben und kleine Scheine bekommen. „Für einen Drogenhandel haben wir keine Beweise“, sagte Richter Mularczyk weiter, als er das Urteil der Kammer begründete: Ein Jahr und zwei Monate Haft – mit Bewährung. „Wir hoffen, dass es Ihnen ernst ist. In Sie reinschauen können wir aber nicht“, sagte der Kammervorsitzende.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

Kriegerdenkmale seien keine gewöhnlichen Grabsteine, schreibt Heide Semper der DAZ. Die 73-Jährige unterstützt die Wiederherstellung des Kriegerdenkmals in Gersdorf, um auch zukünftige Generationen zu mahnen. Das unterstreicht sie anschaulich – an ihrer Familiengeschichte.

18.05.2018

Geplant ist der grundhafte Ausbau von sowohl Schönberger als auch Bergstraße in Waldheim bereits seit letztem Jahr. Die Umsetzung scheiterte jedoch an ausbleibenden Fördermitteln. Jetzt sind die Mittel zugesagt und die Ausschreibung läuft.

18.05.2018

Diese Operette hat förmlich nach der Seebühne gerufen. Nach „Im weißem Rössl“, dem „Vogelhändler“ und „Hello Dolly“ zeigt das Mittelsächsische Theater in diesem Jahr „Eine Nacht in Venedig“ an der Talsperre Kriebstein. Der bekannte Sänger und Publikumsliebling Sergio Raonic Lukovic inszeniert das Stück vor großartiger Kulisse.

15.05.2018