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Döbeln Drogen vergiften das Herz
Region Döbeln Drogen vergiften das Herz
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14:45 03.03.2017
Die Leisniger Kardiologin Jenny Gärtner behandelt immer häufiger junge Patienten. Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Leisnig

Gesundheit ist Herzenssache – um so mehr, wenn es um den Motor geht, der möglichst unermüdlich in der Brust schlagen sollte. Damit er dies regelmäßig tut und nicht etwa unverhofft aussetzt, hat die Kardiologin und Internistin Jenny Gärtner aus Leisnig den überlebenswichtigen Muskel ihrer Patienten im Auge.

Immer häufiger, so beobachtet sie, kämpfen bereits junge Leute mit einer Herzschwäche. Der Grund ist in einer zunehmenden Zahl der Fälle Drogenmissbrauch. Was Drogen mit dem Herzen anstellen, erläutert sie so: „Zum einen wirken die darin enthaltenen Substanzen direkt toxisch. Sie vergiften den Herzmuskel. Außerdem sorgen sie für extrem gesteigerte Herzfrequenzen, machen das Herz sozusagen rasend. Dies erzeugt sinnlosen, vorzeitigen Verschleiß.“ Derartige Dinge sollte der behandelnde Hausarzt wissen – sofern er vom Drogenmissbrauch seines Patienten Kenntnis hat.

60 Prozent Herzleistung sind normal

Für den Sonnabend lädt Jenny Gärtner Hausärzte der Region, Internisten sowie Klinikärzte zum zehnten Mal zu einem Kardiologiesymposium auf die Burg Mildenstein ein. 45 Gäste sagten bisher zu. Sie geht davon aus, dass sich weitere Mediziner anmelden. Zudem freut sie sich, dass sich auch mittleres medizinisches Personal aus Arztpraxen sowie von Krankenhäusern für die Veranstaltung interessiert. „Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, Herzschwäche betrifft nur alte Menschen oder Raucher. Doch innerhalb von Diagnostik und Therapie müssen Mediziner schon längst verstärkt in jüngeren Generationen die Diagnose Herzschwäche ins Kalkül ziehen.“ 60 Prozent Herzleistung seien normal. Sinke sie unter 35 Prozent, werde es kritisch. Generell würden junge Leute zunehmend ungesünder leben. Auch der Alkohol schade nicht nur der Gesundheit im Allgemeinen, sondern lege sich im Besonderen häufig auf das Herz. „Im Vergleich dazu tritt eine Herzmuskelentzündung, beispielsweise nach einer verschleppten Erkältung, eher selten auf. Schon gar nicht macht jeder Schnupfen das Herz kaputt.“

Implantationen im Döbelner Krankenhaus

In den fast zwanzig Jahren, die Jenny Gärtner als niedergelassene Kardiologin ihre Praxis in Leisnig betreibt, hätten sich die Therapiemöglichkeiten wesentlich verfeinert, wie sie sagt. Im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit dem Döbelner Krankenhaus nutzt Gärtner die Kapazität der dortigen Operationssäle für Implantationen von Herzschrittmachern, Defibrillatoren oder die so genannte Cardiale Rechronisationstherapie (CRT). Letztere behebt den ebenfalls bereits bei jungen Menschen auftretenden so genannten Linksschenkelblock, wenn dieser eine schlechtere Herzleistung verursacht hat: Weil die zwei Herzkammern unterschiedlich stark schlagen, beginnt das Herz zu „eiern“, wie es Fachleute formulieren.

Nicht gleich zum Kardiologen, sondern erst zum Hausarzt

„Das Großartige an der Therapie: Sind die Herzkranzgefäße in Ordnung, kann die Herzleistung des Patienten fast völlig wieder hergestellt werden.“ Dass alle drei Arten von Operationen und auch die dafür nötige Nachsorge hier in der Region erledigt werden können, sei für die Patienten ein Glück. Sonst müssten sie für derartige Implantationen bis in eine Klinik in die umliegenden Großstädte fahren. An die Menschen appelliert Jenny Gärtner, nicht bei jedem kleinen Herzziepen direkt zum Kardiologen zu gehen, sondern wirklich zuerst den Hausarzt zu konsultieren: „Die Mediziner sind sensibilisiert und können einschätzen, wann der Gang zum Kardiologen sinnvoll und notwendig ist.“

Von Steffi Robak

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