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Durch Biberdamm drohte Überschwemmung in Großbauchlitz

Bauhof musste eingreifen Durch Biberdamm drohte Überschwemmung in Großbauchlitz

Biber sind streng geschützte Tiere. Trotzdem ist das Zusammenleben mit dem Menschen nicht frei von Konflikten. In Großbauchlitz hat jetzt die Stadtverwaltung Döbeln ins Biberrevier eingegriffen, um die Überschwemmung der Staatsstraße zu verhindern.

Die Biber haben in Großbauchlitz einen beachtlichen Stausee geschaffen.
 

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln.  Die Großbauchlitzer Biber haben jetzt wieder zusätzliche Arbeit bekommen. Jüngst machten sich Männer in orangenen Jacken am Dammbauwerk der Nager zu schaffen, mit dem sie den Gärtitzbach zu einem beachtlichen Teich aufgestaut haben. Es dürfte aber nicht lange dauern, bis die Tiere ihren Damm wieder repariert haben.

Eigentlich sind Eingriffe in die Stauwerke der großen pelzigen Nagetiere tabu. Wer sich daran zu schaffen macht, dem droht eine Strafe. So regelt es das Bundesnaturschutzgesetz, denn Biber sind streng geschützt. „Entlang des Gärtitzbaches im Bereich Zschepplitzer in Döbeln existieren seit einiger Zeit mehrere Biberdämme. Das Wasser des Baches wird dadurch aufgestaut. In Abstimmung mit dem Landratsamt Döbeln und unter Beachtung geltender gesetzlicher Bestimmungen hat die Stadt Döbeln in der Vergangenheit mehrfach Maßnahmen durchgeführt, um ein Abfließen des Wassers zu gewährleisten“ informiert Rathaussprecher Thomas Mettcher. Durch die Regenfälle der vergangenen Tage sei der Wasserspiegel des Gärtitzbaches im Bereich Zschepplitzer Straße in Döbeln deutlich angestiegen. Daneben habe der Sturm der letzten Tage Äste heruntergebrochen. Außerdem seien mehrere Bäume endgültig umgefallen, die die Biber bereits angenagt hatten. „Durch dieses Bruchholz wurde das Abfließen des Bachwassers behindert“, sagt Rathaussprecher Thomas Mettcher. Nach seinen Worten seien Teile des Durchlasses, der den Gärtitzbach unter die Zschepplitzer Straße entlang leitet, bereits überflutet. „Es bestand die Gefahr, dass das Wasser auf die Straße fließt.“ Darum hat die Stadt Mitarbeiter ins Biberevier geschickt, die die Abflusshindernisse beseitigten.

Die Stadt greift, jeweils immer mit dem Segen der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, seit geraumer Zeit ins Biber-Biotop ein, hatte sogar schon künstliche Abflüsse geschaffen, damit sich das Wasser nicht allzu hoch staut. Zwischenzeitlich hatten auch richtige Tunichtgute mal ein Dammbauwerk zerstört.

Aber die Großnager ist am Gärtitzbach nicht unterzukriegen und macht unverdrossen mit dem Damm- und Burgbau weiter. Denn zuletzt sah es so dort auch danach aus, dass der künstliche Abfluss seine Funktion verloren hatte. Möglicherweise hatten die Biber die Rohre zugestopft.

 Ganz unproblematisch ist das Wirken der Biber in Großbauchlitz nicht. Dort verläuft nämlich ein großer Abwasserkanal. Wenn der Damm der Tiere die Kanaldeckel überstaut, läuft das Wasser aus dem Gärtitzbach nach Masten in die Kläranlage. Dann ist zwar der Kanal gespült, aber der Biologie in der Anlage ist soviel Wasser nicht unbedingt zuträglich. Auch die Anwohner, deren Abwasser dieser Kanal aufnimmt, könnten Probleme mit dem Abfluss bekommen. Denn in ein volles Rohr passt nichts mehr rein. Mittlerweile sind einige Deckel auf den Schroten sogar mit Folie abgedichtet.

Von Dirk Wurzel

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