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Durchgefaulter Balken verursacht nächtlichen Feuerwehreinsatz

Wohnhaus in Döbeln evakuiert Durchgefaulter Balken verursacht nächtlichen Feuerwehreinsatz

Eine dramatische Meldung erreichte am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr Dr. Andreas Gassner in München. Sein Haus in Döbelns Zwingerstraße würde „gerade einstürzen“. Tatsächlich herrscht in der Straße zwischen Kauflandbrücke und Posthof seit 22 Uhr helle Aufregung, sind Feuerwehr und Polizei vor Ort, um der Meldung „drohende Einsturzgefahr“ nachzugehen.

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Quelle: Manuela Engelmann

Döbeln. Die Mieter des betroffenen Hauses Nummer 10 werden evakuiert, aus den umliegenden Gebäuden wird das auffällige Treiben in der vollgesperrten und durch die Feuerwehr hell ausgeleuchteten Straße argwöhnisch beobachtet. Was war passiert?

In einer der Wohnungen im zweiten Obergeschoss gibt es einen lauten Knall, dann senken sich etwa drei Quadratmeter Decke um 20 Zentimeter ab. Das ist Anlass für die junge Mieterin, Hilfe zu rufen. Zwei Polizeifahrzeuge und fünf Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr rücken daraufhin in der Zwingerstraße an. 18 Kameraden sind dabei, rechnen nach der Meldung „drohende Einsturzgefahr“ mit dem Schlimmsten. Wolfgang Winkler vom Technischen Hilfswerk wird als Fachberater hinzugezogen, genauso ergeht durch die Polizei Meldung an Jürgen Müller, Leiter des Döbelner Ordnungsamtes.

Mit der Drehleiter werden die Gutachter bis unters Dachgeschoss des 110 Jahre alten Gebäudes gefahren, um sich ein Bild von der Situation machen zu können. „Wir haben zwar Risse am Gebäude festgestellt, aber für uns gab es ansonsten nichts zu tun“, kann Einsatzleiter Lutz Hesse später sagen. Gegen 23.15 Uhr rücken die Kameraden wieder ab; Polizei und Jürgen Müller bleiben.

Mit einem Bausachverständigen wird das Schadensbild begutachtet, und schnell kann bezüglich der vermuteten Einsturzgefahr Entwarnung gegeben werden. „Es gibt einen jahrzehntealten Riss in der Fassade, der allerdings keine Auswirkungen hat“, erfährt Eigentümer Andreas Gassner, der das Haus vor einem Jahr gekauft hat und derzeit im Erdgeschoss Wohnungen sanieren lässt. Vom Bausachverständigen erfährt er auch, dass es sich um ein Haus mit grundsolider Bausubstanz handelt und ebenso, dass die aktuell laufenden Baumaßnahmen im Gebäude nichts mit der sich plötzlich abgesenkten Decke zu tun haben. Vielmehr wird der Bruch eines möglicherweise durchgefaulten Balkenkopfes vermutet. Der hat die Decke ins Rutschen gebracht.

Für Ordnungsamtschef Jürgen Müller ist der spätabendliche Einsatz in der Zwingerstraße mit dieser Diagnose nicht beendet. Gemeinsam mit Erik Brendler vom Bauamt der Stadt und einem Bauhofmitarbeiter legt er nun selbst Hand an in der Wohnung, um die Zimmerdecke notdürftig zu sichern. „Nachts um ein Uhr findet man ja keine Firma, die das machen könnte.“ Die Männer besorgen Material vom Bauhof der Stadt, ziehen einen Balken ein und bauen Stützen darunter. Während alle anderen Mieter zurück in ihre Wohnungen können, kommt die junge Frau erst einmal bei Verwandten unter. Vermieter Andreas Gassner, der froh ist, dass niemand zu Schaden gekommen ist, will ihr eine Ausweichwohnung anbieten.

Statiker und Holzfachleute werden nun beauftragt, die Decken im zweiten Obergeschoss der Zwingerstraße 10 von oben und unten zu öffnen, um die Situation beurteilen zu können.

Kurios ist: „Es laufen schon die Planungen für eine Generalsanierung des Hauses, in deren Zuge der Dachstuhl sowieso komplett erneuert wird“, erzählt Eigentümer Andreas Gassner, der dankbar ist für die kompetente Unterstützung vor Ort und den abendlichen Einsatz der Kameraden.

Von Manuela Engelmann

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