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Eberhardt Kolbe (82) hält die Vergangenheit von Rudelsdorf, Gebersbach, Knobelsdorf und Heyda fest

Ortschronist Eberhardt Kolbe (82) hält die Vergangenheit von Rudelsdorf, Gebersbach, Knobelsdorf und Heyda fest

Eberhardt Kolbe trägt Bilder und Dokumente zusammen: Von Volks- und Familienfesten, aber auch Sterbeannoncen. Sie zeichnen das Leben nach. Es ist auch Kolbes Leben, sein Geburtshaus liegt in Rudelsdorf, einer der Ort, denen er sich als Chronist widmet. „Eine Chronik besteht,“ sagt er, man schreibe sie nie neu: „Man kann sie immer nur ergänzen.“

Eberhardt Kolbe (82) hat sich für 2018 mit der Geschichte des Gebersbacher Freibads befasst.

Quelle: Manuel Niemann

Gebersbach. Noch bevor am Sonnabend auch in Gebersbach die Weihnachtsbäume beim Neujahrsfeuer brannten, gab es im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Eberhardt Kolbes Schaffen zu bestaunen. Der 82-Jährige widmet sich seit 17 Jahren der Geschichte von Rudelsdorf, Gebersbach, Knobelsdorf und Heyda. Seit seinem Ruhestand sammelt er akribisch Fotos, Zeitungsausschnitte, aber auch historische Quellen, die die Entwicklung in den inzwischen in Waldheim aufgegangenen Ortsteilen dokumentieren. So konnte er am Sonnabend ein altes Rechnungsbuch des Gebersbacher Ritterguts zeigen, datiert auf das Jahr 1894.

Der eingesprungene Chronist

Zu dieser Arbeit kam er eher durch Zufall: Zur 650-Jahr-Feier von Rudelsdorf war die damalige Chronistin Doris Goldammer verhindert, Kolbe sprang, damit eine geplante Ausstellung nicht abgesagt werden musste, ein. „Das war der Start“, erinnert er sich. Ähnlich gefragt war er dann bei dem 800-jährigen Jubiläum von Knobelsdorf 2003. Da hatte den gelernten Sattler und Polsterer längst die Sammelleidenschaft gepackt: „Man braucht Lust dazu“, verrät er, was ihn immer noch treibt. „Ich bin viel mit dem Fahrrad unterwegs und habe immer die Kamera am Mann. Ich habe mir extra keine große gekauft, damit ich sie immer dabei haben kann.“ Ein Fotoapparat begleitet ihn schon lange. „Ich hatte zuerst eine Altix, später eine Praktica-Spiegelreflexkamera, jetzt gibt es die Digitaltechnik. Da kann ich die Bilder selbst bearbeiten und auch ausdrucken.“ Mit diesen bestückt er nicht nur die Ordner, die seine Chroniken mittlerweile füllen. Auch einen Kalender gestaltet er für jedes Jahr, das neu beginnt. Für 2018 befasst er sich mit der Geschichte des Gebersbacher Freibads. Darin zeichnet er Monat für Monat nach, wie aus dem alten Rittergutsteich 1949/50 durch eine Gruppe der FDJ ein Jugendbad wurde. Fotos der Ausschachtarbeiten reihen sich an die von der letzten Sanierung im Jahr 2004/05 an, als das Badebecken mit Edelstahl auskleidet wurde.

Ruhestand noch nicht in Sicht

Auch wenn er die Vergangenheit festhält, verschließt Kolbe sich selbst nicht gegen einen Wandel. Eine Nachfolgerin, die als Chronistin seine Arbeit fortsetzen wird, gibt es bereits. Es ist – hier treffen sich Vergangenheit und Zukunft – die Tochter seiner Vorgängerin Doris Goldammer: Doch Gisela Schöne ist am Sonnabend erst einmal mit der Gegenwart beschäftigt. Zusammen mit Dorfklub Gebersbach-Knobelsdorf, dem sie vorsteht, klärt sie die Termine für das kommende Jahr, während Kolbe durch seine Ausstellung führt. Das kann sie, weil noch nicht ans Aufhören denkt: „Solange es mir möglich ist, werde ich weiter machen“, sagt er.

Von Manuel Niemann

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