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Döbeln Edeka-Filiale in Leisnig schließt nach mehr als 20 Jahren
Region Döbeln Edeka-Filiale in Leisnig schließt nach mehr als 20 Jahren
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17:45 13.03.2018
Bis zum Ende des Monats gehen in der Leisniger Edeka-Filiale an der Jahnstraße die Lichter aus. Quelle: Sven Bartsch
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Leisnig

Noch in diesem Monat schließt die Edeka-Filiale an der Leisniger Jahnstraße ihre Pforten. Das bestätigt Marktbetreiber Andreas Richter. Nach mehr als 20 Jahren – 1996 eröffnete er die Filiale – streicht er die Segel. Schuld daran ist der sinkende Umsatz. Der wiederum sei nicht zuletzt aufgrund des neuen Rewe-Marktes eingetreten. „Die Konkurrenz ist zu groß geworden“, erklärt Andreas Richter.

Mit seiner Lage mitten im Wohngebiet war die Edeka-Filiale vor allem für die älteren Anwohner Anlaufpunkt für den regelmäßigen Einkauf. Zu Fuß erreichten Anwohner, beispielsweise von Jahnstraße und Sachsenplatz, den Markt und konnten dort die Sachen für den täglichen Bedarf einkaufen.

War es bisher ein kurzer Weg, müssen die Senioren nun mindestens einen Kilometer-Fußmarsch bis zum nächsten Discounter auf sich nehmen. Vollgepackt mit Einkaufstaschen ist das für viele nicht mehr zu schaffen. Für diejenigen, die kein Fahrzeug haben und ihre Einkäufe tatsächlich zu Fuß erledigen, ist das ein Problem. Edeka-Betreiber Andreas Richter musste sich den Vorwurf, mit der Schließung seines Marktes hätten die älteren Leute keine Möglichkeit mehr einzukaufen, schon gefallen lassen. „Ich kann das nicht mehr hören. Die Stadt wollte es doch so“, sagt er. Dass die Stadt den Weg für den Rewe-Markt ebnete, wirft Richter ihr nun vor. „Das hat nichts mehr mit Marktwirtschaft zu tun. Ich kann als kleiner ostdeutscher Unternehmer nicht gegen Milliardäre ankämpfen.“

Andreas Richter mietete sich in die Räumlichkeiten an der Jahnstraße ein, noch in diesem Monat gehen dort die Lichter aus. Einige der Regale sind schon leer, werden nicht mehr aufgefüllt. Die Zukunft für die zehn Mitarbeiter, die in der Leisniger Edeka-Filiale angestellt sind, sieht nicht rosig aus. „Ich kann vielleicht zwei retten, den Rest muss ich entlassen“, sagt Richter, der insgesamt fünf Edeka-Filialen betreibt.

Stefanie Schmitt vom Vorstandssekretariat der EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen Stiftung & Co. KG beschwichtigt: „Generell versuchen wir bei Marktschließungen einen Teil der Mitarbeiter in Filialen im Umfeld versetzen zu können.“ Ob das in diesem Fall gelingt, ist noch unklar. Die Hoffnung der Stadt Leisnig, dass ein anderer Betreiber die Leisniger Filiale übernimmt, zerschlägt Schmitt: „Aktuell planen wir keinen neuen Standort in Leisnig zu errichten.“ Demnach sei offiziell am 30. September dieses Jahres Schluss.

Von Stephanie Helm

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