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Döbeln Eigenblickiges von verlassenen Orten
Region Döbeln Eigenblickiges von verlassenen Orten
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00:18 07.07.2017
Ausstellung ab 8. Juli: Fotos von Steffi Robak auf der Burg Mildenstein. Quelle: Olga Scheck
Leisnig

Verlassene Werkhallen, Militärliegenschaften, Sanatorien reizen dazu, sich in der Anarchie des Verfalls erinnern zu lassen: Ein ordnender Geist bediente sich einst dieses Gegenstandes, frühere menschliche Anwesenheit bleibt zu sehen in dem Artefakt. Ab Sonnabend 14 Uhr werden auf der Burg Mildenstein in einer Sonderausstellung Fotos gezeigt, die diese Momente des Erinnerns festhalten.

Standbilder der Okkupation

Die Zeit belagert das Verlassene für die Rückeroberung durch die Natur: Sturmreif-Schießen in Extrem-Zeitlupe. Die Fotos sind Standbilder der Okkupation. Steffi Robak hat diese Eindrücke in den vergangenen zwei Jahrzehnten während diverser Foto-Streifzüge durch Deutschland festgehalten.

Dieses Genre des Fotografierens wird „Urban Exploration“ – urbexen – genannt. Übersetzt heißt dies Stadterkundung. Die Anfänge, auf diese Art fotografierend verlassene Orte zu entdecken, reichen bis in vordigitale Zeiten zurück – ohne ambitionierte Urbexer-Szene oder überhaupt diesen Begriff.

Behutsam entdecken

Ein ungeschriebener Codex besagt: Entdecke den Ort behutsam durch das fotografische Auge. Ein Teil der Aufgabe lautet: Den Ort wieder zu verlassen, ohne etwas zerstört zu haben, zu verändern oder mitzunehmen. Und vor allem nicht dem Drang nachzugeben, die Lage des Fundortes einer möglichst breiten Öffentlichkeit preis zu geben, wie ein Jäger eine Trophäe präsentiert oder ein Urlauber seine Reiseandenken.

Eigenblickig statt abzubilden

Die in der Kaplanstube der Burg Mildenstein gezeigten Fotos erheben nicht den Anspruch, den Ort dokumentierend abzubilden. Der Titel verrät die Assoziation in der ersten Kontakt-Sekunde zwischen Auge und Hirn, wenn sich Wahrgenommenes zum Motiv wandelt. Fotografisch mag manches unperfekt sein als Zugeständnis an dieses „Eigenblickige“.

Geboren in Karlsburg, aufgewachsen in Roßwein, studierte Steffi Robak Betriebswirtschaftslehre und schloss diesem Studium eine journalistische Ausbildung an. Seit 1994 arbeitet sie als Redakteurin bei der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft.

Von daz

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