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Döbeln Ein Bus blieb in der Wüste: Afrika-Fahrer zurück in Zschaitz
Region Döbeln Ein Bus blieb in der Wüste: Afrika-Fahrer zurück in Zschaitz
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00:38 19.04.2018
Geblieben sind zwei Modellbusse: Julius Enge, Erik Schuster sowie Hannes und Christoph Mehnert (v.l.) ließen ihre Gefährte in Afrika – nur anders als gedacht. Quelle: Sven Bartsch
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Zschaitz

Hannes und Christoph Mehnert haben gut lachen: Die Brüder, die in Zschaitz eine Werkstatt betreiben, haben es zum zweiten Mal nach 2016 geschafft, die ganze Strecke über 8700 Kilometer bis nach Banjul in Gambia zu fahren. Ihr VW T4-Bus hat die Rallye Dresden-Dakar-Banjul im März überstanden – im Gegensatz zum baugleichen Modell von Erik Schuster aus Zschaitz und Julius Enge aus Ostrau. „Der Bus der beiden hat zwischen Mauretanien und Marokko den Geist aufgegeben“, erzählt Hannes Mehnert.

Ein Motorschaden hatte das Gefährt, Baujahr 1996, außer Gefecht gesetzt. „Schon 14 Tage vor dem Start hatte er mit höherem Ölverbrauch angefangen. Wir haben sogar noch das Kurbellager gewechselt. Die letzten 1000 Kilometer hätte er auch noch durchhalten können“, scherzt Mehnert.

„Das erste Wort war Sch...“

Besonders Erik Schuster, der mit Julius Enge das erste Mal bei der Rallye mit dem wohltätigen zweck dabei war, setzte die Autopanne im ersten Moment zu. „Das erste Wort war Sch... – das war etwas viel für mich“, gibt Schuster zu. 7000 Kilometer von zu Hause weg und dann das. Abends gegen 23 Uhr und nur noch rund 30 Kilometer vom nächsten Nachtlager entfernt, passierte das Malheur. „Wir haben ihn dann noch dorthin geschleppt. Das Einlassventil am Zylinder war abgerissen“, erklärt Christoph Mehnert.

Doch mit Hilfe der Mitreisenden – 69 Fahrzeuge waren diesmal unterwegs – ließ sich auch das verschmerzen. „Wir haben alles umgeladen und was bei uns nicht reinpasste, auf andere Fahrer verteilt und sind dann zu viert gefahren“, sagt Hannes Mehnert. Übernachten konnten die Unglücksraben in einem Zusatzzelt eines Berliner Teams.

Mehnert-Brüder spenden Schulbus

Viel schwerer wog, dass Erik Schuster und Julius Enge ihren Bus nicht als Spende am Ende der Rallye in Banjul versteigern konnten. Am 2. März waren die Vier in ihren zwei Bussen von Zschaitz aus zur dreiwöchigen Fahrt aufgebrochen und über Gibraltar nach Afrika gefahren, von wo es aus Marokko an der Westküste hinunter in Richtung Dakar und Banjul ging. Am Zielort sollten die Autos für die Dresden-Banjul-Organisation (DBO) versteigert werden, die Schulen und Ausbildungsstätten vor Ort betreibt, um der Jugend eine Zukunft zu geben.

Stattdessen steht der Bus von Enge und Schuster nun irgendwo im Grenzgebiet bei Mauretanien und dient den Einheimischen nur noch als Ersatzteillager. Auch der Bus der Mehnert-Brüder wurde nicht versteigert, aber aus einem anderen Grund: „Wir konnten unseren Bus direkt als Schulbus spenden. Der alte war noch von unseren Harthaer Freunden 2014 hinuntergebracht worden und schon reichlich ramponiert“, berichtete Hannes Mehnert.

Nächste Tour vielleicht im Herbst

Genug von Afrika haben die Vier noch lange nicht. „Die beiden müssen ja noch ein Auto bis ganz runter bringen“, neckt Hannes Mehnert die beiden Mitfahrer. „Die Reise und die Begegnungen dort waren noch besser als wir es uns vorgestellt haben“, resümiert Erik Schuster.

Daher soll eine der nächsten Touren in Angriff genommen werden – vielleicht auch mal im Herbst, wenn nach der Regenzeit alles blüht. Die fünf Tage in der Sahara waren diesmal zumindest hitzetechnisch kein Problem: „Durch einen Sandsturm blieb die Sonne meist hinter einem Nebelschleier verborgen, so dass es höchstens 30 Grad hatte“, berichtet Julius Enge.

Von Sebastian Fink

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