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Döbeln Ein Dutzend Streitfälle für Waldheims Friedensrichter
Region Döbeln Ein Dutzend Streitfälle für Waldheims Friedensrichter
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17:35 11.10.2017
Friedensrichter Wolf-Dietmar Bleil kümmert sich in Waldheim unter anderem um streitende Nachbarn. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Waldheim

Seit März besetzt Wolf-Dietmar Bleil den Posten des Friedensrichters in Waldheim. „Warum sollte ich das nicht tun, wenn ich damit meiner Stadt etwas zurückgeben kann?“, sagt der 65-Jährige. Und so kam er nach eigener Aussage anfangs wie die Jungfrau zum Kinde. Nach etwas mehr als einem halben Jahr hat er mit dem Ehrenamt gut zu tun.

Zwölf Fälle seit Amtsantritt

Zwölf Fälle hat er bis jetzt auf dem Tisch, zwei davon seit Amtsantritt bereits gelöst. „Die Anzahl und Intensität hat mich anfangs sehr überrascht“, gibt Bleil zu. „Zu Beginn war ich noch nicht geschult und musste mich erst einlesen. Das ist unbedingt notwendig, weil Richtlinien und auch die Gesetzeslage permanent verändert und angepasst werden.“ In seinem Job als Wirtschaftsberater, dem er nach wie vor nachgeht, hat Bleil viel gelernt, das ihm nun auch in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Friedensrichter hilft. „Entscheidend ist, dass man strukturiert und organisiert arbeitet.“ Er dürfe sich keine Leichtfertigkeiten leisten. „Dabei kommt bei mir der Beruf zum Tragen. Da bin ich es gewohnt, global und nicht nur auf einen einzelnen Punkt fokussiert zu denken.“ Spaß bringt ihm darüber hinaus das Kennenlernen unterschiedlicher Menschen und deren Auffassungen. Dabei sieht sich Bleil jedoch nicht als alleiniger Problemlöser der derzeit vorrangig anfallenden Nachbarschaftsstreitigkeiten in Sachen Baumbewuchs. Vielmehr beschreibt er seine Arbeit als die eines Teams, an der auch die streitenden Parteien mitwirken müssen, um zu einer zufriedenstellenden Lösung zu gelangen. „Meine Aufgabe ist es nicht nur zu vermitteln, sondern auch aufzuklären sowie zu informieren, auf welchen Wegen man den Streit lösen kann“, sagt der Friedensrichter. Kann der Konflikt im gemeinsamen Gespräch friedlich und ohne den Gang zum Gericht bewältigt werden, ist Bleil zufrieden.

„Das Amt des Friedensrichters ist wie ein Dominospiel“

„Das Amt des Friedensrichters ist wie ein Dominospiel – wenn alles richtig gelegt wurde, erledigt man mit einem umfallenden Stein die ganze Reihe.“ Oft gebe es aber eben auch Lücken. „Also muss ich die Reihen vorsichtig aufbauen und Weichen stellen.“ Und das braucht Zeit. Die anderthalb Stunden Sprechzeit jeweils am ersten Dienstag des Monats sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. „Ich muss Sachverhalte prüfen, Protokolle schreiben, Anrufe tätigen und auch mal rausfahren, um mir Dinge vor Ort anzuschauen. Einfach nebenbei ist das nicht handzuhaben“, führt Bleil aus. Sollte er künftig an Grenzen stoßen, bestehe zudem immer noch die Möglichkeit, mit den Friedensrichterkollegen aus den Nachbargemeinden zusammenzuarbeiten.

Kein Ruhestand in Sicht

Trotz seines Alters von 65 Jahren denkt Wolf-Dietmar Bleil gar nicht daran, sich zu Ruhe zu setzen: „Ich habe dieses Jahr mein 20. Firmenjubiläum hinter mich gebracht. Das 25. möchte ich gerne noch mitnehmen, wenn es die Gesundheit weiterhin zulässt und mir meine Mandanten die Treue halten.“ In den noch kommenden viereinhalb Jahren als Friedensrichter möchte noch vielen Menschen Wissen weitervermitteln. „Wir haben alle unsere Probleme und sind froh, wenn wir jemanden um Rat fragen können.“

Von André Pitz

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