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Ein Feiertag in Kleinlimmritz: Jetzt rollt endlich der Bagger

Zschopau-Bett Ein Feiertag in Kleinlimmritz: Jetzt rollt endlich der Bagger

Nach zwei Jahren Bürger-Initiative darf nun das vom Hochwasser 2013 angeschwemmte Geröll im Kleinlimmritzer Zschopau-Flussbett beräumt werden. Gerold Mann, der unmittelbar am Zschopauufer lebt, hatte sich unermüdlich dafür eingesetzt, die Gefahrenquelle zu beseitigen. Unterstützung bekam er vom Landtagsabgeordneten Henning Homann.

Der Geröllhaufen, der den Kleinlimmritzern Magenschmerzen mit Blick auf die erhöhte Hochwassergefahr bereitet, wird nun endlich abgetragen.

Quelle: Sven Bartsch

Limmritz. Es ist ein Feiertag für Gerold Mann. Der Limmritzer, der sein Grundstück direkt an der Zschopau hat, steht auf der Hängebrücke und blickt zufrieden auf den Bagger, der im flachen Wasser rollt und der Beweis dafür ist, dass das inzwischen von jeder Menge Unkraut überwucherte Geröll im Kleinlimmritzer Zschopaubett nun endlich abgetragen wird.

„Ich bin erst glücklich, wenn der erste Bagger steht“, hatte Gerold Mann noch im März vergangenen Jahres gesagt. Zwei Jahre lang hatte er sich dafür eingesetzt, dass dies passiert. Warum? Nach dem Juni-Hochwasser 2013, als die Fluten auch an seinem Haus wieder leckten, hatte sich eine etwa zwei Meter hohe Geröllinsel gebildet, die das Flussbett zwischen Limmritzer Wehr und Hängebrücke der Länge nach nahezu halbiert. Eine zusätzliche Gefahrenquelle für die Anwohner, denn der Steinhaufen trägt bei Hochwasser dazu bei, dass der Pegel der Zschopau noch schneller ansteigt. Nicht nur Gerold Mann hatte der Gedanke daran schlaflose Nächte bereitet, auch anderen Anwohnern war der Haufen ein Dorn im Auge.

Doch das allein reichte noch lange nicht, um irgendetwas in Bewegung zu bringen. „Ich bin jede Woche zu unserer Bürgermeisterin gerannt, das ging mir selber schon auf die Nerven und ihr mit Sicherheit auch“, erinnert sich Gerold Mann und lächelt. Irgendwann sprach er Henning Homann auf dem Döbelner Markt an, als der Kommunalpolitiker auf Werbetour für die Landtagswahl war. Das war der 16. Juli 2014. Homann nahm sich der Sache an, wandte sich an die Landestalsperrenverwaltung (LTV), der das Kleinlimmritzer Problem durchaus bekannt war. Allerdings: Die LTV war zu diesem Zeitpunkt nicht zuständig, brauchte eine Anweisung zum Ausbaggern von der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes. Das aber sah zu diesem Zeitpunkt keine Veranlassung, den angeschwemmten Geröllhaufen zu beseitigen. „Es gibt einen Gesetzestext, dass primär alles so bleiben sollte, wie es das Hochwasser gestaltet hat“, erklärt Homann, der am Montag zur Feier des Tages nach Limmritz gekommen war und wie viele Einwohner des kleinen Ortes von der Brücke aus den Bagger beobachtete. „Mit einer Einschränkung: Wenn Besitz und Leben von Einwohnern gefährdet sind.“

Nun hieß es, Überzeugungsarbeit leisten. „Und das haben wir, ohne dass wir mit Trick 17 arbeiten mussten“, schlägt Homann eine Lanze für die Verwaltung. Bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Landratsamt habe dieses seine Einschätzung der Gefahrenlage für die Anwohner in Kleinlimmritz überdacht, und der Landestalsperrenverwaltung grünes Licht für die Beräumung gegeben.

Das war im März 2015, jetzt, fast anderthalb Jahre später geht die Abtragung endlich los. Rund 500.000 Euro kostet die Maßnahme, mit der die Landestalsperrenverwaltung den Limmritzern nicht nur die Steine aus dem Flussbett, sondern eben jene auch aus der Magengegend entfernt. Noch vor dem Herbst sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Für Gerold Mann und die Kleinlimmritzer aber zählt erst einmal nur eines: Dass sie endlich begonnen haben.

Von Manuela Engelmann

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