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Ein Hurrican fegt durch die Döbelner Stadtsporthalle

Ein Hurrican fegt durch die Döbelner Stadtsporthalle

Von den eisigen Temperaturen war nichts zu spüren gestern Nachmittag in Döbelns Stadtsporthalle. Stürmisch ging es dennoch zu - als im wahrsten Sinne des Wortes ein Hurrican über das Parkett fegte.

Döbeln.

 

 

 

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nicht allein die Tschechen fegten in Hurrican-Manier übers Parkett. Die Gastgeber blieben nicht nur am Ball, sondern auch am Gegner dran und hielten das im Vergleich zu den meisten deutsch-deutschen Begegnungen rasante Tempo, das die Hurracians von Beginn an vorgaben, gut mit. Die Ergebnisse der beiden jeweils 45 Minuten langen Vergleiche sprechen für die Döbelner: 4:6 und 9:7 stand es nach Abpfiff der jeweils drei Drittel.

Den Gastgebern gelang vor gut gefüllten Rängen der erste Treffer: Rico Haase netzte gleich in der ersten Minute ein. Bis zu seinem nächsten Tor sollte es allerdings ein ganzes Weilchen dauern - bis ins erste Drittel des zweiten Spiels nämlich. Das lag nicht daran, dass es den Döbelnern und insbesondere ihrem Torjäger Nummer eins an Chancen gemangelt hätte. Doch der Pfosten des gegnerischen Tores wurde zum besten Freund der Tschechen. Abgesehen davon hatten die einen sensationell guten Hüter im Aufgebot, der unaufgeregt fast jeden Angriff der Döbelner entschärfte. Nach drei Minuten stand es 1:2 und in der Folge versemmelten die Döbelner Chancen en mas. Daniel Kießling schließlich gelang in der sechsten Minute des zweiten Drittel das 2:2, kurz darauf scheiterte erneut Haase am Hüter, Sauermann machte das Sekunden später vergessen, indem er zum 3:2 einschoss. Auffällig und bezeichnend für diese Partie: Die Spielfreude und Gelassenheit der Döbelner, die diese herausfordernde Begegnung regelrecht herbeigesehnt hatten. Bei allem Testcharakter: Geschenkt wurde sich hier nichts. Kurz vor Abpfiff des zweiten Drittel fiel das 3:3. Im letzten Drittel konnte Döbeln durch Michael Schulz noch einmal in Führung gehen (4:3), eine Minute später glichen die Hurricans aus. In Minute elf und zwölf dann zogen die Gäste das Tempo noch einmal an, fast schien es, als packten sie jetzt erst aus, was wirklich in ihnen steckt - mit zwei rasend schnell geschossenen Toren setzten sie den Schlusspunkt unter die erste Partie.

Die zeigte deutlich, worin der Unterschied zwischen deutschem und tschechischem Floorball besteht. "Die spielen technisch viel sauberer", resümierte Döbelns Spielertrainer Uwe Wolf. "Bei denen wird das alles von Kinderbeinen an geschult." Taktisch gesehen aber habe man in Deutschland mittlerweile schon ein bisschen aufgeholt. "Das liegt auch daran, dass wir in den Ligen viele ausländische Trainer haben." Wolf zeigte sich zufrieden damit, wie sich sein Team verkauft hatte. "Wir hatten viele Chancen, waren streckenweise sogar ein bisschen besser." Das wiederum sei der Tatsache zu verdanken, dass das Team endlich einmal wieder von Anfang an konzentriert bei der Sache gewesen war. "Das war in den letzten Punktspielen immer ein bisschen unser Problem."

Problematisch war gestern gar nichts. Äußerst fair und unter Leitung zweier wohltuend souverän und unaufgeregt pfeifender tschechischer Unparteiischer verlief auch die zweite Partie, in der die Gäste das erste Tor schossen. Hannes Hohenstein legte sofort mit einem herrlichen Treffer nach, Martin Roßberg schoss den UHC dann wieder in Führung, so wie Rico Haase später mit seinem zweiten Tor (3:2). Vom sonst verkniffenen Gesicht des Torjägers, wenn einer seiner Bälle nicht im Kasten landete, war gestern nichts zu sehen - anerkennender Respekt dem Gegner gegenüber und entspannte Gesichter, auf denen selbst beim Scheitern ein Lächeln lag - so kräfteraubend die Begegnung mit den Tschechen war, so sehr genossen die Döbelner diese. Auf den Rängen war nicht zu spüren, dass es sich um einen Test handelte - Mitfiebern war angesagt. Der einzige Unterschied: Beifall gab es von den heimischen Fans gestern auch für tolle Tore des Gegners. UHC-Nachwuchsspieler Maximilian Thomas gelang das 4:3, Michael Schulz war zum 5:4 erfolgreich. Die folgenden Treffer schossen Enno Franze, dem 15-jähigen Gunnar Liebig, der erstmals im Bundesliga-Teams auflief, noch einmal Schulz und Franze.

Nach dem Spiel hieß es: Miteinander reden, in Englisch, mit Dolmetscherin. Und zwar darüber, wie eine Zusammenarbeit zwischen beiden Vereinen in Zukunft aussehen könnte. Auf dem Parkett hat's ja schon mal ganz wunderbar funktioniert... Manuela Engelmann

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