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Ein Jahr nach Schließung: Holidayranch wartet auf neuen Besitzer

Manfred Voigt pflegt Gelände in Zschaitz noch immer täglich Ein Jahr nach Schließung: Holidayranch wartet auf neuen Besitzer

Fast genau ein Jahr ist es her, dass die Holidayranch von Karin und Manfred Voigt die Tore schloss. Noch immer prangt am Eingang ein grünes Schild mit dem handschriftlichen Hinweis „Geschlossen für immer“. Doch so richtig will Manfred Voigt noch nicht loslassen. Er hofft auf einen Interessenten, der sein Lebenswerk fortführt.

Manfred Voigt sorgt täglich für Ordnung auf dem Gelände der geschlossenen Holidayranch.

Quelle: Sven Bartsch

Zschaitz. Fast genau ein Jahr ist es her, dass die Holidayranch von Karin und Manfred Voigt die Tore schloss. Noch immer prangt am Eingang ein grünes Schild mit dem handschriftlichen Hinweis „Geschlossen für immer“. Doch so richtig will Manfred Voigt noch nicht loslassen. „Ich komme jeden Tag her, gehe wie jeder andere auf Arbeit. Ich halte die Pflanzen kurz, mähe den Rasen. Außerdem muss ich mich um die Tiere kümmern. Hier leben immer noch Fasane, Gänse und Papageien“, sagt der 76-Jährige.

Aber es sei angenehm, nicht mehr unbedingt zu müssen, sich die Zeit frei einteilen zu können. „Ich habe jetzt mehr Figuren gedrechselt, vom großen Nussknacker bis zum kleinen Weihnachtsmann. Das hatte ich in den Jahren zuvor vernachlässigt“, sagt Voigt. Auch seine Frau, die sich immer um die Küche und das Rundherum gekümmert hat, sei etwas mehr zur Ruhe gekommen. Nächstes Jahr steht die wohl letzte große Reise ins geliebte Texas an, von wo Voigts im Laufe der Jahre auch einige Ausstellungsstücke für die Ranch mitgebracht haben.

Dennoch schwingt Bitterkeit mit, wenn Manfred Voigt über das rund 3000 Quadratmeter große Areal geht und sich umsieht. Bitterkeit darüber, dass bisher niemand sein Lebenswerk fortführen will. „Wer hier reinkommt, müsste bloß ein Gewerbe anmelden und könnte sofort loslegen. Ich würde hier auf dem Gelände auch tatkräftig mithelfen und meine Frau auch in der Küche“, sagt er. Interessenten habe es im vergangenen Jahr gegeben. „Aber die sind alle wieder abgesprungen. Da war die Arbeit zu viel für die Leute. Viele wollen einfach bloß Geld verdienen, aber nichts dafür machen.“ Seine Kinder, die das Gelände einmal erben sollen, haben selbst gute Jobs – da lohne sich der Umstieg auf die Ranch nicht. „Das ist was für einen Rentner, der ein Gewerbe hat oder eine Nebeneinkunft sucht. Man könnte sich hier ja auch in eine andere Richtung orientieren, was die Spielgeräte angeht“, meint Manfred Voigt.

Der Großteil der Geräte steht noch. Den Zug habe er auseinandergenommen, mehrere Rutschen und das große Indianerzelt abgebaut. „Das habe ich alles kostenlos weggeben. Ich habe noch einen Holztraktor mit Anhänger, den will ich dem Kindergarten aus Döbeln-Nord schenken. Die waren am häufigsten hier. Ich muss noch mit der Leiterin sprechen, dann wird es frisch gestrichen und ist wie neu“, sagt Voigt. Alle anderen Geräte seien im guten Zustand, aber nicht so einfach versetzbar und sollen stehen bleiben. Lediglich die große Windmühle neben dem Haupthaus habe Schäden durch hungrige Waschbären genommen. „Die haben alle Kois und Goldfische aus dem Teich geholt. Insgesamt rund 100 Fische waren drin und sie haben nicht mal den kleinsten leben lassen“, ärgert sich Voigt. Zumal die Tiere auf das Windmühlenmodell kletterten und Teile abgebrochen haben.

Sonst sieht es auf dem Gelände aus wie immer. Wer das Schild draußen übersieht, könnte denken, nichts hat sich geändert. Anfragen von Kindereinrichtungen, die von der Schließung noch nichts mitbekommen hatten, habe es im vergangenen Jahr auch jede Menge gegeben. „Wir hatten jeden Tag Anrufe, das soll man nicht glauben. Unser Einzugsgebiet reichte ja auch von Gröditz bis Frankenberg“, sagt Voigt. Dadurch habe er in 25 Jahren des Bestehens der Ranch auch viel für die Bekanntheit der Gemeinde Zschaitz getan. Umso enttäuschter zeigt er sich, dass dies aus seiner Sicht nicht ausreichend gewürdigt wurde. „Ich hätte mir mehr Dankeschön von der Gemeinde gewünscht. Denen ging es wohl etwas hintenherum vorbei, dass wir zugemacht haben“, meint er.

So spielen derzeit nur die sieben Enkel auf der Holidayranch, fahren mit der Seilbahn oder klettern ins alte Flugzeug. Manfred Voigt hofft immer noch, dass sich ein Interessent findet, der das Kinderlachen zurück auf die Holidayranch bringt. Wer Interesse hat, soll ihn anrufen sagt er. Unter 0152/08372000 kann man einen Termin vor Ort vereinbaren.

Von Sebastian Fink

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