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Döbeln Ein Jahr nach dem Feuer läuft der Wiederaufbau in kleinen Schritten
Region Döbeln Ein Jahr nach dem Feuer läuft der Wiederaufbau in kleinen Schritten
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00:20 07.09.2017
Felix Wesolowska vor seinem Brandhaus in der Straße des Friedens. Nach und nach wird es im Inneren komplett neu aufgebaut. Quelle: Thomas Sparrer
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Döbeln

Das schlimme Feuer vom 30. September vergangenen Jahres in einem Wohnhaus in der Straße des Friedens 15 in Döbeln ist mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Herd in der Dachgeschosswohnung ausgegangen. Das weiß Hausbesitzer Felix Wesolowska von der Brandsachverständigen seiner Versicherung. Ob Fahrlässigkeit zu dem Großbrand führte oder etwas anders weiß er dagegen nicht und er will es auch gar nicht mehr wissen. „Ich schaue jetzt nach vorn. Die Mieter sind alle anderswo untergebracht. Jetzt sind wir dabei, das Haus von oben bis unten zu entkernen“, sagt der 65-Jährige. Der Papierkram mit den Gutachtern, den Versicherungen hat lange gedauert. Auch von einigen seiner Haubewohner hätte er sich ein wenig mehr Zusammenarbeit gewünscht. Es dauerte sehr lange, bis geklärt war, ob er die Wohnungen endlich ausräumen kann.

Am 30. September 2016 war morgens in einer Wohnung im Dachgeschoss ein Feuer ausgebrochen, das auch auf die Nachbarwohnung übergriff. 50 Feuerwehrleute aus Döbeln und den Ortsteilen sowie aus Waldheim kämpften stundenlang gegen die Flammen. Bei dem Brand stand das Dachgeschoss lichterloh in Flammen. Das Löschwasser lief bis ins Untergeschoss durch. Alle Wohnungen wurden unbewohnbar. Das Inventar wurde größten Teil zu Sperrmüll.

Bei einigen Mietern kam die Hausratversicherung für die Schäden auf. Einige hatten gar keine. Felix Wesolowska steht nun mit seinem Brandhaus allein da. Er räumte schließlich die Wohnungen aus, samt einiger noch voller Kühlschränke. Jetzt geht es nach und nach an den Wiederaufbau. Felix Wesolowska beräumt und baut an dem Haus so wie er und die Gesellen seiner Installationsfirma Zeit haben. „Wir müssen viel in Eigenleistungen machen. Denn die Versicherung zahlt zwar, aber nicht in der Höhe, wie es notwendig wäre, um alles ein zu eins wieder aufzubauen“, schildert er. Unterversicherung nennen das Versicherungsvertreter.

Felix Wesolowska hadert aber nicht mehr mit dem Schicksal. Er will sein Haus in Döbeln jetzt schöner wieder aufbauen als vorher. Die acht Wohnungen sollen wieder entstehen. Doch er will bei diesem Umbau gleich die Grundrisse noch ein wenig mehr optimieren. Zudem soll ein Fahrstuhl eingebaut werden. „Ich muss ja das Haus nach dem Umbau wieder komplett neu vermieten. Da muss ich schon etwas mehr anbieten“, sagt er sich. Der Fahrstuhl und die Barrierefreiheit einiger Wohnungen sollen neues Mieterpotenzial erschließen.

Seit vier Wochen ist nun auch ein Notdach auf dem Haus. Damit kann jetzt nicht nur in Ruhe entkernt werden. Auch die Sorge, dass die Nachbarhäuser durch eindringendes Wasser Schaden nehmen, ist so endlich vom Tisch.

Nach und nach soll es nun voran gehen. Bis Ende nächsten Jahres wird es aber mit Sicherheit noch dauern, bis Felix Wesolowska wieder auf Mietersuche für sein Haus in der Straße des Friedens gehen kann. Insgesamt vermietet der Heizungs- und Sanitärinstallateurmeister in Döbeln, Roßwein und Gleisberg 30 Wohnungen. „Das ist eigentlich als meine Altersvorsorge im Ruhestand gedacht“, sagt der 65-Jährige. An Ruhestand braucht er aber im Moment noch lange nicht zu denken.

Das 1910 erbaute Gründerzeithaus in der Straße des Friedens 15 war zuletzt 1997 aufwendig saniert worden.

Von Thomas Sparrer

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