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Döbeln Ein Jahr ohne Radio: Thomas Böttcher im Interview
Region Döbeln Ein Jahr ohne Radio: Thomas Böttcher im Interview
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18:48 19.05.2018
Der Böttcher im Interview im KL17-Biergarten in Döbeln: „Vor einem Jahr war ich echt platt und niedergeschlagen. Meine Frau, die Freunde und die Fans haben mich wieder aufgebaut.“ Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Genau ein Jahr ist es her, seit Thomas Böttcher den Radiosender R-SA verließ und auf Solopfaden wandelt. Am vergangenen Sonnabend, auf den Tag genau ein Jahr, nachdem sein Rauswurf per Pressemitteilung des Senders bekannt gegeben wurde, feierte der Döbelner im Kleinstadtklub KL17 mit einer Sause ein Jahr in seinem neuen Leben ohne Radio. DAZ sprach mit dem 52-Jährigen über das vergangene Jahr und seine neuen Pläne.

Wie war die Party am Sonnabend?

Es war ein toller Abend mit vielen tollen Gästen und leckerer extra für mich kreierter Bowle. Felix Espig aus Döbeln legte mit mir gemeinsam auf. Und der Junge rockte den Laden als gebe es kein Morgen. So konnte ich mich um die vielen Gäste kümmern. Darunter Freunde, Wegbegleiter, die Leute von der Agentur Kreativ und Söhne, die Musiker von Karussell waren gekommen und natürlich ganz viele Gäste vom Fanclub. Die haben irgendwann mal mitbekommen, dass meine Frau Quietsche-Entchen sammelt. Wir sind damit wieder überschüttet worden. Das nimmt mittlerweile auch Ausmaße an.

Wie ist es denn weiter gegangen?

Vor einem Jahr war ich echt platt und niedergeschlagen. Meine Frau, die Freunde und die Fans haben mich wieder aufgebaut, so konnte ich sagen: „Kopf hoch, Staub abputzen, weiter geht’s.“ Vielen Ideen und viele Kontakte führten zu neuen Ideen und Projekten: Moderationen, Theater spielen, mein erstes Soloprogramm. „Lieber radioaktiv – als im Radio aktiv“. Darauf bin ich stolz. Das hätte ich mir vor einem Jahr nicht träumen lassen, dass ich mal mit einem zweistündigen Programm allein auf der Bühne stehe. Das war auch eine Herausforderung. Mittlerweile waren wir damit zwölf mal auf Tour von der Chemnitzer Stadthalle bis zum Sonnenhof in Ossig, in kleinen und großen Sälen. Es war eine hübsche Sache, die wir am 8. Juni auf der Freilichtbühne Maxen bei Dresden erstmals Open Air fortsetzen. Auch im Hof von Schloss Freudenstein in Freiberg am 28.Juli darf ich spielen. Ein zweites Soloprogramm ist für 2019 geplant.

Du spielst aber nicht nur dein Soloprogramm sondern auch Theater??

Genau. Viele wissen gar nicht, dass ich im Biertheater in Radeberg seit 16 Jahren dabei bin und zu den Mitgründern gehöre. Die kamen auf mich zu und fragten: „Du hast doch jetzt mehr Zeit für uns?“ So bin ich ab September gleich in vier Stücken zu sehen und nahezu jedes Wochenende ausgebucht. Neben „Laubenpieper“ spiele ich in „Gute Ex, schlechte Ex“ und im Weihnachtsstück „Der Schwipsbogen Teil 3“mit. Auch im neuen Stück „Malzau – deine Kursachsen“ bin ich dabei. Dafür lerne ich gerade den Text. Am Montag war der Vorverkaufsstart für die neue Saison im Biertheater. Ohne Mist: Ab früh um sieben standen die Leute nach Karten Schlange. Wir haben sie mit Kaffee und Sekt versorgt. Ich freue mich riesig auf die Spielzeit.

Lebt und arbeitet in Döbeln: Thomas Böttcher. Im innerstädtischen KL17-Biergarten am Muldeufer hat einen seiner Lieblingsplätze gefunden. Ab und an legt er hier auch auf. Quelle: Sven Bartsch

Du sprachst von Projekten. Was steckt dahinter?

Es hat sich vieles ergeben: So fragte eine Fernsehproduktionsfirma des MDR an, ob ich in der Reihe „Voss &Team“ mitspielen wollte. Dafür habe ich von Erfurt bis Nordhausen gedreht und war jetzt schon einige Male auf der Mattscheibe. Da kommen sicher noch ein paar weitere Sachen im Fernsehen dazu. Da sind wir gerade im Gespräch.

Zudem habe ich viele Kontakte wiederbelebt und tolle Leute getroffen. Mit den Jungs von Karat habe ich Veranstaltungen gemacht. Mit Petra Zieger und Karussel stehe ich im Juni in Kroatien auf der Bühne. Das wird mein erstes Auslandsgastspiel und ich bin total aufgeregt.

Das alles klingt nach noch weniger Freizeit als vorher?

Ich habe jetzt anders Freizeit, kann mir meine Termine selbst einteilen und bin mehr Zuhause. Dort habe ich jetzt ein tolles Büro, einen schnellen Rechner und – weil Döbeln toll ist – schnelles Internet. Im Büro habe ich auch mein Schlagzeug, die Gitarre und mein Keyboard und bastele musikalisch ein bisschen herum.

Was hat sich noch verändert?

Aus meiner Ehefrau ist nun meine wichtigste Partnerin, Kollegin und Beraterin geworden. Sie entwickelt Projekte mit und ist immer noch besser organisiert als ich. Aber ich nähere mich an, entwickle mich vom Vollchaoten zum organisierten Selbstständigen. Große Unterstützung habe ich auch von Alex Tittmann und der Agentur Kreativ und Söhne. Ein toller Fanclub ist an meiner Seite. Mit dem gibt es am 18. August in Gruna wieder ein Fantreffen.

Was wäre, wenn ein neues Angebot von einem Radiosender käme?

Ich habe 25 Jahre Radio gemacht. Das war gut. Ich möchte die Zeit nicht missen und blicke nicht im Zorn zurück. Jetzt ist es schön etwas Neues zu machen und wenn ich eines in diesem Jahr gelernt habe: man weiss nie…

Unser Interview mit Böttcher von vor einem Jahr findet ihr hier:

Alle Tourdaten unter: www.der-böttcher.de

Von Thomas Sparrer

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