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Döbeln Ein eigener Likör fürs Herrenhaus Obersteina
Region Döbeln Ein eigener Likör fürs Herrenhaus Obersteina
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13:00 22.02.2018
Ein Teil der Fenster des Haupthauses hat schon neues Glas, der Rest wird eingebaut, wenn es wärmer wird. Quelle: Gerhard Dörner
Obersteina

Obersteina könnte bald eine eigene Likörmarke haben: Johannes Werner Kraus von Sande, seit zwei Jahren Besitzer des Herrenhauses, will unter dem Namen „Rittergut Oberstein“ in einem der Seitengebäude Likör abfüllen. „Verwandte von mir produzieren Likör seit Jahrhunderten aus Frucht- und Branntwein. Die Grundbestandteile kommen aus Franken. Ich würde sie dann hier abfüllen und etikettieren mit dem Namen Oberstein, wie der Ort ursprünglich hieß“, sagte der 47-Jährige der DAZ.

Der linke Flügel des Drei-Seiten-Ensembles sei für das Vorhaben hervorragend geeignet. „Da gibt es einen tollen Keller zum Lagern der Grundprodukte“, meint Kraus von Sande. Noch in diesem Jahr soll die Produktion vor Ort starten.

Wertvolle Hunde ab 35 000 Euro

Zugleich will der Gutsbesitzer die früheren Ställe wieder als solche nutzen und Wach- und Schutzhunde hier ausbilden lassen. Mit der Gemeinde hat er angesichts der aktuellen Hundegnadenhof-Problematik in Jahna und Delmschütz bereits gesprochen. „Das ist mit einem Hundehof nicht vergleichbar. Das sind hochwertige Hunde, die ab 35 000 Euro verkauft werden. Dadurch ist es zum einen nicht notwendig, viele von ihnen zu halten. Zum anderen wird es keine Zwingerhaltung geben. Die Hunde werden drinnen gehalten. Durch die dicken Wände gibt es keine Lärmbelästigung für die Anwohner“, sagt Kraus von Sande.

Auch beim Veterinäramt ist der Bayer schon vorstellig geworden. „Wir haben dort besprochen, was möglich ist an Nutzung im früheren landwirtschaftlichen Teil des Gutes und die Wach- und Schutzhundausbildung ist da kein Problem, sobald die Ställe ertüchtigt sind“, sagt er.

Brandstiftung im Gebäude vermutet

Die Hunde sollen einen doppelten Effekt erzielen: Neben Zucht und Verkauf sollen sie auch das Gut bewachen. Denn obwohl der Besitzer alle Eingänge versperrt hat, verschaffen sich Unbefugte immer wieder Zutritt zu den alten Gemäuern. Im vergangenen Dezember brach sogar ein Feuer durch entzündetes Stroh aus. „Die Polizei sagte mir, dass sich das nicht von selbst entzündet haben kann, daher gehe ich davon aus, dass es Brandstiftung war. Das muss ein Ende nehmen“, sagt Kraus von Sande.

Spätestens zum Jahresende wolle er daher die ersten Hunde auf dem Grundstück haben. Später sollen in die Ställe auch Pferde einziehen. Dies werde aber noch ein paar Jahre dauern, da langwierige Gespräche mit Züchtern notwendig sind. Vom Tisch ist dagegen eine Ferienakademie für Nachhilfe. Dafür sei der Kundenkreis in der Region zu klein.

„Tonnen von Müll herausgefahren“

Stattdessen will der Grundstücksverwalter bis Jahresende die ersten Räume bewohnbar machen. Die Voraussetzung hat er in den vergangen zwei Jahren in viel Handarbeit geschaffen. „Wir haben Tonnen von Müll herausgefahren, die Tapeten sind runter, die überflüssigen Wasserrohre für die ehemaligen Klassenzimmer herausgeschnitten“, berichtet er über das zuletzt als Schule genutzte Objekt.

Ein Teil der Fenster des Haupthauses hat schon neues Glas, der Rest wird eingebaut, wenn es wärmer wird. Quelle: Gerhard Dörner

Die Fenster an der West- und Nordseite sind neu eingekittet, der Rest kommt, wenn es wärmer wird. Das Dach hat unter dem jüngsten Sturm gelitten, ist aber schon wieder verschlossen und soll von einer Fachfirma saniert werden. „Ein Kamin in der Mitte des Hauses ist auch schon saniert, die Wasserleitungen sind ok, nur Abwasser und Toiletten fehlen eher noch“, sagt Kraus von Sande.

Spannend wird die Gestaltung der Wände des denkmalgeschützten Hauses. „Da sind Farbschichten von Barock und Renaissance bis Jugendstil zu finden. Ich würde ockerfarbene Wände mit roten Fensterumrandungen bevorzugen, wie es auch um 1750 ausgesehen hat“, sagt der Besitzer. Beim Denkmalamt hat er bereits einen Termin – auch um die Fördermöglichkeiten abzuklopfen.

Von Sebastian Fink

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