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Ein intensives Jahr

Ein intensives Jahr

Intensiv - mit diesem Schlagwort kann nicht nur das zurück­liegende Osterwochenende der ­Döbelner Rock'n'Rollerinnen überschrieben werden.

Döbeln.

"Intensiv" steht auch über dem kompletten Jahr, das vor den "Smileys", ihren Trainerinnen und dem Vorstand des Welwel Sport- und Tanzvereins liegt. Am kommenden Wochenende geht es los: Da stellen sich die Muldestädterinnen in Berlin beim Casting von "Got to dance" der Konkurrenz.

 

Im Vorfeld der neuen Tanzshow auf ProSieben und Sat1 war eine Agentur auf die Döbelner Rock'n'Rollerinnen aufmerksam geworden. "Die haben uns angeschrieben und eingeladen, wir mögen uns doch beteiligen", erzählt Vereinschef Thorsten Hartwig. Nicht nur die Welwel-Tänzerinnen sind seit dem Feuer und Flamme für das Projekt. Bei "Got to dance" gibt es keine Einschränkungen: Weder im Tanzstil, noch in der Formationsstärke. Einzeltänzer, Duos oder Gruppen, egal welcher Altersklasse dürfen ihre Performance zeigen. Ähnlich wie bei Deutschland sucht den Superstar gibt es nach den Castings Ausscheidungsrunden und am Ende wird über eine Zuschauerwertung entschieden.

 

Für die Döbelner Smileys birgt die Teilnahme einige Hürden, an deren Überwinden momentan geackert wird. "Unsere Choreografien sind in der Regel drei Minuten lang - dort wird ein Beitrag von 1:50 gewünscht", so Hartwig. Außerdem wäre es günstig, mindestens vier verschiedene Choreos anbieten zu können. Das ist im Fall der Döbelner Rock'n'Rollerinnen schwierig, da sie über ein Wettkampfjahr jeweils "nur" eine der sehr aufwändigen Choreografien tanzen. "Wir haben momentan zwei intus." Doch Trainerin Judit Schmidhoffer ist gerade dabei, alles so zusammenzuschneiden und zu mischen, dass es passt. Beim Casting am Sonntag soll die alte Choreografie getanzt werden, mit der die "Smileys" zur Weltmeisterschaft 2011 Fünfte wurden. Geht es für sie weiter, kommt die neue Choreo zum Einsatz. Zum intensiven Training über Ostern gab es gleich noch einen Rhetorik-Kurs für die Mädels, damit diese bei eventuellen Fernseh­interviews nicht im Regen stehen.

 

Das "Got to Dance"-Projekt ist dabei für die Döbelnerinnen nicht nur ein weiterer aufregender Meilenstein in ihrer Vereinsgeschichte, sondern gleichzeitig auch eine perfekte Vorbereitung auf die Norddeutschen Meisterschaften, die am 4. Mai anstehen. Dort wollen sich die "Smileys", die mittlerweile dreimal pro Woche trainieren, mit ihrer neue Choreografie erstmals der nationalen Rock'n'Roll-Konkurrenz stellen.

 

Und weil es ansonsten neben dieser Meisterschaft in diesem Wettkampfjahr erstaunlicherweise nur noch eine weitere im Rahmen des Deutschen Rock'n'Rollverbandes gibt, haben sich die Döbelnerinnen kurzerhand entschlossen, eine Süddeutsche Meisterschaft auszurichten. "Wir wissen nicht, warum sich in diesem Jahr keiner der großen Vereine bereiterklärt hat, eine weitere Meisterschaft auszutragen", so Hartwig, "aber damit es wenigstens drei Wettbewerbe werden, haben wir uns für eine Ausrichtung beworben." Am 21. September wird also in Döbelns Stadtsporthalle Rock'n'Roll getanzt.

 

Der absolute Höhepunkt des Jahres aber steht für den 2. November im Wettkampfkalender: Die Weltmeisterschaft. Und da die in diesem Jahr in St. Petersburg ausgetragen wird, musste im Verein erst einmal abgeklärt werden, ob man diese logistische und finanzielle Herausforderung tatsächlich in Angriff nehmen will. "Auf dem Elternabend waren sich erstaunlicherweise alle einig, dass wir es wollen - wohlwissend, dass es nicht billig und auch kein Urlaubsausflug wird."

 

Allein die Döbelnerinnen, die zuletzt bei der WM 2012 in Polen erfahren mussten, dass sich der Wind in einem Wettbewerb ganz schnell drehen kann, wollen es ins Finale schaffen. Und sie wissen, dass das kein Spaziergang wird. "St. Petersburg ist noch mal ein Stück östlicher - die Umstände sind also denkbar ungünstig für eine deutsche Revanche", schmunzelt Thorsten Hartwig. Doch diese Herausforderung nehmen die Döbelner an, genauso wie jene, die mit der Vorbereitung der Reise verbunden sind. "Allein die Versicherungsfragen sind enorm und wir brauchen für die Durchführung der WM-Teilnahme definitiv auch Partner, die uns unterstützen." All das wartet in den nächsten Monaten auf den Verein, der gern auch neue Tänzerinnen in seinen Reihen begrüßt. "Wer Interesse hat, mal bei uns reinzuschnuppern, kann sich gern melden." Denn Nachwuchs wird gebraucht. Mittlerweile ist nämlich auch die ältere Formation "Moments" auf dem Weg dahin, Wettkämpfe zu bestreiten.

Manuela Engelmann

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