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Ein „neuer Kamerad“ für Ottewiger Wehr

Vorstellung bei Parkfest am 28. Oktober Ein „neuer Kamerad“ für Ottewiger Wehr

Seit gut einer Woche steht es in der Garage des Gerätehauses, das Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W). Knallrot, 170 PS stark, bis 100 Kilometer in der Stunde schnell ist es – und soll am 28. Oktober bei einem Fest im Ottewiger Park vorgestellt werden. Dafür geht der 41 Jahre alte LO in Ruhestand.

Hans-Peter Klessig von der Ottewiger Feuerwehr mit dem neuen Einsatzfahrzeug, das am 28. Oktober in Dienst gestellt wird.

Quelle: Sebastian Fink

Ottewig. Wenn die Ottewiger Ortsfeuerwehr nach 41 Jahren ein neues Einsatzfahrzeug bekommt, muss das natürlich ordentlich gefeiert werden, meint Hans-Peter Klessig, aktives Mitglied und so etwas wie der Pressesprecher der Kameraden. „Am 28. Oktober wird das Fahrzeug in Dienst gestellt. Dann wird im Ottewiger Park gefeiert“, sagt er. Nebeneinander sollen der neue Iveco und der alte LO von 1976 noch einmal stehen. Dazu wird ein Zelt aufgestellt und ein Kinderprogramm veranstaltet.

Seit gut einer Woche steht es in der Garage des Gerätehauses, das Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W). Knallrot, 170 PS stark, bis 100 Kilometer in der Stunde schnell ist es – und zaubert Hans-Peter Klessig immer wieder ein Lächeln ins Gesicht, wenn er über die Vorzüge des 100 000 Euro-Kaufs berichtet. „Wir haben jetzt eine Tragkraftspritze zum Herausziehen. Der 800-Liter-Tank reicht für zwei Minuten. In der Zwischenzeit kann man die externe Wasserversorgung direkt anschließen“, erklärt Klessig. „Beim alten Fahrzeug mussten erstmal vier Leute die Spritze vom Anhänger herunterheben.“

Auch der einfach herausfahrbare Lichtmast hinter dem Führerhaus und die leicht erreichbaren Druckluftflaschen für die Atemschutzgeräteträger, Kettensäge und Axt seien Vorteile. „Im LO haben wir auf den Flaschen, die in einer Kiste lagen gesessen. Und man musste schon grob wissen, wo etwas verstaut ist. Beim neuen Auto muss man einfach nur lesen können“, sagt Klessig mit Blick auf die detaillierte Beschriftung jedes noch so kleinen Fachs.

Auch in Sachen Zuverlässigkeit und Komfort ist das neue Fahrzeug ein großer Sprung: ABS, Rückfahrkamera und Klimaanlage gehören zur Ausstattung. „Der LO musste im an bleiben. Irgendwann wurde er dann heiß, ging aus und sprang nicht mehr an. Erst neulich haben wir Fotos von ihm gemacht für eine Präsentation am 28. Oktober – da hat er auch wieder gestreikt“, erzählt der 52-Jährige lächelnd.

Dennoch ist beim Abschied vom treuen Weggefährten auch etwas Wehmut dabei. „Ich kann mich noch erinnern, wie ich als Kind dabei war, als er 1976 in Dienst gestellt wurde. Das ist wie ein Kamerad, der uns verlässt“, sagt Klessig. Er ist bereits auf der Suche nach einem Liebhaber, der das gute Stück in Pflege nimmt. So lange ist er in einer Scheune im Ort untergebracht.

Durch den Neuwagen ändert sich für die zehn aktiven Kameraden in Ottewig aber noch mehr. „Wir müssen jetzt unsere Einsatzstrategie ändern. Wir rücken meist zusammen mit der Zschaitzer Wehr und deren Tanklöschfahrzeug aus, um für sie die Wasserversorgung sicher zu stellen. Jetzt müssen wir vorfahren. Und auf unser Fahrzeug müssen Atemschutzträger drauf. Wir haben aber selbst nur zwei. Da müssten dann noch Zschaitzer bei uns mitfahren“, erklärt Klessig. An diesen und weiteren Fragen tüftel die Einsatzkräfte, seitdem sie das Fahrzeug abgeholt haben. Zeit, sich an den „neuen Kameraden“ zu gewöhnen haben sie jedenfalls. „Die Garantie beträgt zwei Jahre oder 200 000 Kilometer. Aber ich denke nicht, dass wir die jemals erreichen. Mit dem LO sind wir in 41 Jahren nur 32 600 Kilometer gefahren“, sagt Klessig.

Von Sebastian Fink

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