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Ein weiteres Stück Bahnhofsgeschichte kehrt nach Klosterbuch zurück

Ein weiteres Stück Bahnhofsgeschichte kehrt nach Klosterbuch zurück

Es haben schon viele Gegenstände nach langen Irrwegen durch die Welt und die Zeit nach Jahrzehnten wieder nach Hause in den Klosterbucher Bahnhof gefunden.

Klosterbuch.

 

 

 

 

 

 

 

Seit diesem Jahr ist die Uhr nun wieder zu Hause. Hans-Joachim Genz, der im Klosterbucher Bahnhof aufwuchs und hier viele Jahrzehnte seines Lebens verbrachte, und Andreas Riethig freuen sich, dass der Zeitmesser nach 25 Jahren wieder dort angekommen ist, wo er ihrer Meinung nach hingehört. "An den ursprünglichen Standort bekommen wir sie nicht mehr", bedauert Riethig. Dies hat technische Gründe: Da die Zeiger der Uhr wie früher von der sogenannten Mutteruhr im Bahnhofsgebäude angesteuert werden sollen, müssten die dafür nötigen Leitungen heute durch die Straße durchgezogen werden. "Das wäre ein viel zu großer Aufwand." Aber am Bahnhofsvorplatz, so die Idee, solle sie einen Ehrenplatz bekommen.

Die Uhr wurde wahrscheinlich schon mit Inbetriebnahme des Bahnhofs Klosterbuch errichtet. Das älteste heute noch vorhandene Foto zeigt sie im Hintergrund eines Schnappschusses von einem Männertagsausflug vermutlich aus dem Jahr 1927. Riethig: "Im Jahr 2009 erfuhr ich beim Weinfest in Döbeln von Wolfgang Blochwitz, ehemals Signal- und Fernmeldemeisterei Döbeln Hauptbahnhof, dass unsere Uhr Mitte der 80er Jahren in Klosterbuch ausgegraben wurde und als Bahnsteiguhr auf dem Ostbahnhof wieder in Betrieb ging."

Im Herbst 2009 baute Riehtig zusammen mit Horst Hachenberger, seinem Uhrenmitarbeiter in Klosterbuch, mit Genehmigung von "Station & Service" der Deutschen Bahn AG die Uhr am Ostbahnhof ab. Alle vier Scheiben waren schon mit Steinen zerschossen worden. Ein Uhrwerk, sogar intakt, lag noch in der Uhr. Noch im selben Jahr kam das Uhrengehäuse in die Meisterschule für Karosserie- und Fahrzeugbau nach Leisnig-Tragnitz zur Sanierung. Die durchgerosteten Stellen im Gehäuse wurden großflächig ausgeschnitten und durch neue Blechteile ersetzt, wie die DAZ damals schon berichtete.

Anschließend ging es zum Sandstrahlen. Zudem wurde ein zweites Uhrwerk benötigt. Vier Scheiben fertigte die Flachglasschleiferei Bertl für die Uhr an. Alle Teile kamen zu Horst Hachenberger. Riethig weiter: "Als seine Winterarbeit von 2010 auf 2011 restaurierte er die Uhr vollständig. Am 27. März kam die instand gesetzte Uhr nach 25 Jahren wieder auf ihrem Heimatbahnhof an."

Allerdings steht der dazugehörige Betonmast der Uhr immer noch auf dem Bahnsteig des Haltepunktes Döbeln-Zentrum, früher Ostbahnhof. Dort ist er total zugewachsen von wucherndem Grün und kaum zu sehen. Doch um die Uhr mit ihrem Masten wieder aufstellen zu können, brauchen Riethig und seine Mitstreiter einen stabilen Mast mit Lagerschale für die Uhr. Die Mutteruhr im Bahnhofsgebäude wartet jedenfalls nur darauf, auch ihrer ältesten und größten Tochteruhr wieder den Takt vorzugeben.

"Wir werden die Uhr nicht wieder am ursprünglichen Standort am Waldrand aufstellen können, da wir ein Starkstromkabel für die Beleuchtung und ein Kabel für den Impuls von der Mutteruhr zur neuen Uhr durch die Straße bringen müssten", schildert Riethig, welche Komplikationen bei dem Projekt noch zu meistern sind. "Wahrscheinlich stellen wir die Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz mit einer wetterfesten Geschichts- und Hinweistafel auf."

Bevor dies geschieht kann, müssen die Scheiben durch Vorsatzscheiben aus Plexiglas geschützt werden, wie es bei der Uhr am Treppenaufgang Döbeln-Zentrum praktiziert wurde. Der Originalstandort der Uhr am Waldrand von Klosterbuch wird durch eine Hinweistafel gekennzeichnet. Das Vorhaben ist für das Jahr 2012 vorgesehen. Wer sich dieser Tage im Bahnhofsmuseum umsehen möchte, hat dazu am Sonnabend Gelegenheit. Zur Öffnungszeit des Klosterbucher Bauernmarktes, von 9 bis 15 Uhr, öffnet Andreas Riethig auch das Bahnhofsmuseum. Steffi Robak

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