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Einbruch bei der GWG-Döbeln: Täter bekommt halbes Jahr Knastnachschlag

Justiz Einbruch bei der GWG-Döbeln: Täter bekommt halbes Jahr Knastnachschlag

34 Jahre alt und schon 20 Mal vorbestraft: Angesichts der Häufigkeit und Intensität, mit der ein Döbelner Straftaten beging, ist die Bezeichnung „DIT“ – Deutscher Intensivtäter – nicht ganz unzutreffend. Nun stand der Mann wegen eines Einbruchs bei der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Döbeln vor Gericht, bei dem ein hoher Schaden entstanden war.

Ein Einbrecher brachte der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft rund 10 000 Euro Schaden. Nun hat ihn das Amtsgericht Chemnitz verurteilt.

Quelle: picture alliance / dpa

Döbeln/Chemnitz. Einen hohen Schaden von rund 10 000 Euro verursachte ein Einbrecher im April 2016 im Büro der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Döbeln. Er hinterließ zerstörte Türen, nahm Bargeld und eine Kamera für insgesamt etwa 3000 Euro mit und fuhr mit dem Firmen-Polo davon. Für diesen und ein weiteres Betriebsfahrzeug hatte der Dieb zudem die Papiere eingesteckt. Die GWG musste nicht nur die kaputten Türen ersetzen, sondern auch den Abschlepper bezahlen, der den Polo zurückbrachte. Neue Schlüssel und Papiere musste die Genossenschaft ebenfalls für ihre Fahrzeuge besorgen. So kamen nochmal rund 7000 Euro zusammen.

Schon als Jugendlicher straffällig

Ein Schöffengericht des Chemnitzer Amtsgerichtes hat den Täter nun verurteilt. Maik R., ein vielfach vorbestrafter Dieb aus Döbeln, hatte die Taten gestanden. Wegen des besonders schweren Fall des Diebstahl und des unerlaubten Gebrauchs eines Fahrzeugs verurteilte das Gericht den 34-jährigen zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und neun Monaten Haft. Weil es keine Anhaltspunkte dafür gab, dass R. den Polo für sich behalten wollte, verurteilte das Gericht ihn „nur“ wegen des unerlaubten Gebrauchs eines Fahrzeugs und nicht wegen Diebstahls. So stand es ursprünglich im Anklagesatz. Er habe „Fahrriemen“ gehabt, sagte R. zu seiner Motivation, das Auto mitzunehmen. Das hatte er dann am Bürgergarten stehen lassen – Schlüssel und Papiere blieben aber verschwunden. „Zu seinen Gunsten müssen wir das Geständnis werten, zu seinen Lasten aber den Wert des Stehlgutes, dass er unter Bewährung stand, als er die Taten beging und eine Vielzahl von Vorahndungen hat“, sagte Richterin Gudrun Trautmann, die Vorsitzende des Schöffengerichtes, als sie dessen Urteil begründete. Das ist rechtskräftig.

Der 34-Jährige sammelt seit 1999 Vorstrafen, hat es mittlerweile auf 20 Stück gebracht und kennt auch das Gefängnis von innen. Im Oktober 2016 hat ihn das Döbelner Schöffengericht verurteilt. Auch damals ging es um Diebstahl, unter anderem in der evangelischen Grundschule Technitz, wo Maik R. Geldkarte samt Geheimnummer des Schulvereins mitnahm und dann Geld abhob. „Mein Gott: Seit 1999 begehen Sie Diebstähle. Anfang 30 und schon mehrfach in Haft – da kann man nur noch dafür sorgen, dass die Gesellschaft vor Ihren Taten geschützt ist“, sagte damals Richterin Karin Fahlberg, die Vorsitzende des Döbelner Schöffengerichtes, als sie dessen Urteil mündlich begründete: Zwei Jahre und drei Monate Haft. Dieses Urteil hat das Chemnitzer Gericht nun noch mal aufgemacht und die Strafe für den Einbruch bei der GWG mit reingepackt – Gesamtstrafenbildung heißt das im Strafjuristendeutsch.

Abhängig vom Crystal

Dazu hatte Gudrun Trautmann, die Vorsitzende Richterin des Chemnitzer Schöffengerichtes, notwendigerweise das schriftliche Urteil des Döbelner Schöffengerichtes vorzulesen: „Er wird seit 16 Jahren mit immer wieder einschlägigen Delikten straffällig“, schreibt Gudruns Trautmanns Döbelner Richterkollegin Karin Fahlberg darin. Eine bewährungsfähige Freiheitsstrafe kam für sie und ihre ehrenamtlichen Richterkollegen die Schöffen damals mehrheitlich nicht in Frage. Und zwar wegen R.`s „erheblicher Delinquenz und Perspektivlosigkeit“, wie es im schriftlichen Döbelner Urteil heißt. R. sagte, er sei stark crystalabhängig gewesen, als er die Taten beging. Wie auch schon vorm Döbelner Amtsgericht räumte er recht einsilbig die Tatvorwürfe der Anklage ein.

Von Dirk Wurzel

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