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Döbeln Einbruchsserie in Ostrau beschäftigt Amtsgericht – Haftstrafen für die Täter
Region Döbeln Einbruchsserie in Ostrau beschäftigt Amtsgericht – Haftstrafen für die Täter
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16:14 19.03.2018
Das Amtsgericht Döbeln verhandelte am Montag die Anklage gegen zwei Einbrecher. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Döbeln/Ostrau

Mit Einbrüchen aus der Schuldenfalle ausbrechen. Für einen 23-Jährigen Döbelner schien das ein probates Mittel. So zeigte es sich am Montag im Amtsgericht Döbeln. Schulden hatte er bei seinem Komplizen. Denn bei diesem war er im Februar 2017 eingestiegen und hatte mit einem anderen Mittäter 13 000 Euro Bargeld erbeutet. Die lagen unter dem Kopfkissen und stammten wohl aus Drogengeschäften.

Drogen und Waffen in Ostrau

Ihr ehemaliger Besitzer jedenfalls sitzt derzeit eine Haftstrafe in Waldheim wegen bewaffneten Drogenhandels ab. Zu dieser hatte ihn die 6. Große Strafkammer des Landgerichtes Chemnitz im Dezember verurteilt, weil die Polizei etwa 78 Gramm Crystal mit einem Wirkstoffgehalt von rund 48 Gramm Methamphetamin und eine geladene Schreckschusspistole sowie Ninja-Sterne und Quarzsandhandschuhe in der Wohnung des Mannes gefunden hatte. Die Drogen lagen im Kühlschrank, die Waffen in der Vitrine der Stubenschrankwand.

Mit Beutegeld Crystal bezahlt

Nun stellte sich am Amtsgericht Döbeln heraus, mit welchem Geld der Dealer das Crystal bezahlt hatte. „Mit der Beute des Einbruchs aus Tatziffer eins hat mein Mandant die Drogen bezahlt, die später bei ihm gefunden wurden“, sagte Rechtsanwalt Martin Göddenhenrich, der den 22-Jährigen zusammen mit seinem Kollegen Thomas H. Fischer verteidigte. Auch der andere Angeklagte räumte über seinen Verteidiger, Rechtsanwalt Andreas Gumprich, folgende Handlungen ein: Einbruch in ein Büro in Ostrau, Diebstahl von rund 5900 Euro Bargeld sowie 13 Uhren. Den versuchten Wohnungseinbruchsdiebstahl bei einer 88-Jährigen in Ostrau. Und dann noch den Einbruch bei einer Tiefbaufirma in Ostrau, Diebstahl von 100 Bargeld und zwei Kameras. Dort naschten sie einem Angestellten die Kekse weg, was dieser gar nicht gut fand.

Rentnerin kriegt Riesenschreck

Die Wohnung der Rentnerin verließen die beiden wieder, ohne etwas zu stehlen. „Sie lag auf der Couch in der Stube und hat geschlafen. Da habe ich nur gesagt: Weg“, sagte der 23-Jährige. Aber die Frau hat sich womöglich nur schlafend gestellt. „Es war ein unwahrscheinlicher Krach. Als es wieder ruhig war, habe ich die Polizei gerufen“, sagte die Frau. Ihr war anzumerken, dass ihr der ungebetene Besuch von vor einem Jahr noch zu schaffen macht. Strafrechtlich hat dieser aber keine Folgen. Weil die Angeklagten wieder verschwanden, ohne etwas zu stehlen, sah Staatsanwältin Lehmann einen strafbefreiten Rücktritt vom Versuch des Wohnungseinbruchsdiebstahls. „Da bleibt noch Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch übrig. Wenn auch in übelster Form. Was Sie der Frau angetan haben, geht gar nicht“, sagte sie und beantragte, das Verfahren in diesem Punkt einzustellen. Eine Strafe dafür würde nicht beträchtlich zu dem ins Gewicht gefallen, was die Beiden für die anderen zwei Einbrüche als Strafe bekommen.

Amtsrichter macht Landgerichts-Urteil auf

Richter Janko Ehrlich folgte dem und stellte das Verfahren wegen des ungebetenen Besuches bei der alten Frau ein. Wegen der übrigen Anklagen sprach er die jungen Männer schuldig und verurteilte den 22-Jährigen zu drei Jahren und sechs Monaten Haft. Dazu machte der Richter das Chemnitzer Urteil auf und schnürte ein neues Gesamtstrafen-Paket. Das enthält nun auch die Rechtsfolge für die beiden Einbrüche vor einem Jahr in Ostrau- Den Älteren verurteilte Richter Ehrlich zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und einem Monat Haft mit Bewährung. Außerdem haben die beiden rund 6200 Euro Wertersatz zu leisten. „Es ist mir ehrlich gesagt zu blöd, das auseinander zu klamüsern. Das müssen Sie tun“, sagte er zu den Angeklagten. Deren Verteidiger hatten bereits den Antrag der Staatsanwältin gerügt, was den Wertersatz betraf. Auch sie hatte die Angeklagten in gemeinsamer Haftung gesehen.

Trotz der Unstimmigkeiten nahmen die jungen Männer das Urteil an. Es ist rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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