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Döbeln Eine Linde weniger: Eigentümer macht Gasthaus zum Eigenheim
Region Döbeln Eine Linde weniger: Eigentümer macht Gasthaus zum Eigenheim
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00:28 12.04.2018
Das Leisniger Gasthaus „Linde“ soll künftig als Eigenheim genutzt werden. Quelle: Sven Bartsch
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Leisnig

Nun gibt es eine Linde weniger in Leisnig. Dabei handelt es sich ausnahmsweise mal nicht um einen Baum, der Säge zum Opfer fällt, sondern um ein Gasthaus, das diese Bezeichnung trägt. Am Donnerstag wird den Stadträten im Technischen Ausschuss der Antrag des neuen Eigentümers vorgelegt. Er hat eine Nutzungsänderung beantragt. In Zukunft soll das in unmittelbarer Nähe der Gartensparte gelegene Gebäude nicht mehr als Gasthaus, stattdessen als Einfamilienwohnhaus genutzt werden.

Chronik beginnt mit einem Verein

Damit endet an eben dieser Stelle eine rund 90-jährige Geschichte, die mit den Aktivitäten eines längst nicht mehr aktiven Vereins in Leisnig begann. Thomas Spanier, zusammen mit seiner Frau Ute letzter Gaststättenbetreiber der „Linde“, führte noch eine Chronik, die über das Gebäude beziehungsweise Gelände Auskunft gibt.

Zunächst Kegelbahn und Liegehalle

Es gehörte Anfangs dem „Verein für naturgemäße Lebens- und arzneilose Heilweise“. Die Vereinsmitglieder errichteten 1926 an der heutigen Jahnstraße eine Kegelbahn, zudem eine Liegehalle und ein Vereinseigenes Brausebad.

Seit 1935 Vereinsheim mit Wohnung

Der Verein selber war wesentlich älter. Im Jahr 1885 gegründet, zog er 1925 nach einem Landtausch mit der Stadt vom ursprünglichen Domizil am Hasenberg an die Jahnstraße. Daraus wurde die noch heute existierende Schrebergartenanlage. Seit 1935 gab es das Vereinsheim, damals schon mit einer Wohnung. In diesem Sinne würde das Gebäude mit der Nutzung als Wohnhaus wieder ein Stück an seine Wurzeln zurück kehren.

Zehn Jahre lang in Händen von Familie Spanier

Der Gartenverein hatte das Gebäude nach der Wende für eine Mark an die Stadt abgegeben. Die Kommune verkaufte es weiter. Das Ehepaar Spanier führte das Haus nach diversen Betreiberwechseln seit dem 1. September 2006. Ute Spanier bewirtschaftete zuvor das Vereinsheim der Fußballer an der Chemnitzer Straße.

Kein Nachfolger in der Familie gefunden

Im November 2016 fiel in der Familie Spanier der Entschluss, das Gasthaus zu verkaufen. Der zuvor ins Auge gefasste Plan, einer der Söhne würde es weiter führen, zerschlug sich aus finanziellen Gründen: Die Gaststätte funktioniert nur als Familienbetrieb und eben nicht, sobald Mitarbeiter angestellt werden müssten. Die Familie Spanier hatte das Haus zehn Jahre lang geführt.

Nicht kreditwürdig: Kaufabsichten scheitern an Banken

Zwischendurch gab es durchaus Hoffnung, dass das Gasthaus als solches weiter existiert. Kaufinteressenten hatte es gegeben. Sie meldeten sich bei Familie Spanier bereits 2016, nachdem die Verkaufsabsichten bekannt wurden. Soweit die früheren Betreiber Kenntnis davon haben, scheiterte das Vorhaben der Kaufinteressenten unter anderem daran, dass den Banken ein Gasthausbetrieb in Leisnig als nicht kreditwürdig erschien.

Von Steffi Robak

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