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Döbeln „Eine Mieterhöhung ist definitiv nicht geplant“
Region Döbeln „Eine Mieterhöhung ist definitiv nicht geplant“
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19:00 16.03.2016
RWV-Wohnblock Am Sportplatz 1-5. Quelle: Olaf Büchel
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Rosswein

Die Immobilienfirma Günstiger Wohnen 4 hat den 321 Wohneinheiten umfassenden Bestand der insolventen Roßweiner Wohnungsverwaltungs GmbH (RWV) gekauft und will in diesen investieren. Welche Pläne die zur bayrischen Haas Unternehmensgruppe gehörende Wohnungsgesellschaft hat, sagt Geschäftsführer Johann Christian Haas. Die Mieten sollen stabil bleiben und vor allem in den Innenausbau soll Geld gesteckt werden.

Die Mieter der RWV-Wohnungen sind skeptisch bis vorsichtig optimistisch, was eine Stippvisite an den beiden großen Wohnblöcken Am Sportplatz zeigt. Vor allem Bewohner des so genannten Grauen Elends (Am Sportplatz 10-15) befürchten, dass es mit dem Block weiter bergab geht. Schon jetzt stehen von 40 Wohnungen rund 30 leer. „Die werden das Ding wohl abreißen wollen, um dann Eigenheime hier hin bauen zu können“, sagt ein langjähriger Mieter. Bewohner des bereits vor Jahren sanierten Gebäudes Am Sportplatz 1-5 hoffen, dass der neue Besitzer vorhandenen Renovierungsstau abbaut. „Bei uns rostet ein Heizkörper im Bad vor sich hin. Bislang hieß es, der wird erst ausgetauscht, wenn er tropft“, sagt eine Mieterin, die schon über 30 Jahre in der Wohnung lebt. Was sich alle Mieter des RWV-Bestandes wünschen: dass der Eigentumswechsel nicht automatisch eine Mieterhöhung nach sich zieht.

Unternehmenschef Johann Christian Haas beruhigt: „Eine Mieterhöhung ist definitiv nicht geplant. Wir wollen neben tollen Wohnungen einen guten Service bieten. Und das zu konkurrenzfähigen Preisen. So stellen wir unter anderem die Vergabe von Hausmeistertätigkeiten ein und beschäftigen ab 1. April eigene Handwerker, die selbstverständlich direkt aus der Gegend kommen.“

Den Zustand der in Roßwein erworbenen Häuser bezeichnet Haas als gut – bis auf das Objekt Am Sportplatz 10-15 und die Liegenschaft Markt 6. „Sicherlich hinterlassen Jahre der Insolvenz Spuren. Insolvenzverwaltern sind oftmals die Hände gebunden, so dass nötige Sanierungen und Renovierungen zwangsweise vernachlässigt werden müssen“, erklärt der Geschäftsführer. Doch das betreffe hauptsächlich den Innenausbau der Wohnungen, der nahezu ausschließlich bei jedem Mieterwechsel anfalle. Johann Christian Haas: „Von diesen Sanierungsarbeiten ist kein Vermieter befreit. Sicherlich stehen in Roßwein jetzt rund 150 Wohnungen zur Bearbeitung an. Das macht aber auch den Bestand für uns interessant.“

Das Ziel, günstigen und attraktiven Wohnraum zu schaffen, funktioniert laut Haas nicht nur mit neuer Farbe. Der geplante Wohnungsausbau umfasse die Neugestaltung der Bäder, die malermäßige Instandsetzung, die Innentüren, die Bodenbeläge – auch nach Mieterwunsch – und die Grundrissoptimierung, zum Beispiel für XL-Familienwohnungen. Haas: „Überdies versehen wir einzelne Objekte mit Balkonen oder schaffen Terrassenwohnungen.“

An einen Abriss des Objektes Am Sportplatz 10-15 denkt der Immobilienunternehmer aus Neuhaus am Inn keineswegs. Vielmehr soll aus dem „Grauen Elend“ ein schmuckes Wohnhaus werden. Dort erfolgen nach den Worten des Geschäftsführers neben dem reinen Innenausausbau „auch Arbeiten am Dach und der Fassade sowie die Erneuerung der Fenster und Türen“.

Die Gesellschaft Günstiger Wohnen 4 setze zudem auf Service vor Ort. Die Mitarbeiter der RWV wurden übernommen, die Anlaufstelle in der Böhmertstraße 10 bleibt erhalten, so dass ein Ansprechpartner weiterhin direkt in Roßwein ist.

Nach Einschätzung von Geschäftsführer Haas gibt es seit der Insolvenz der RWV praktisch keine Konkurrenzsituation mehr auf dem Roßweiner Wohnungsmarkt. Tatsächlich hat die Wohnungsgenossenschaft Roßwein als zweiter großer Vermieter von der Situation der letzten Jahre profitiert. Dazu Johann Christian Haas: „Wir müssen jetzt den Bestandsmietern zeigen, dass wir dauerhaft bleiben und etwas von unserem Handwerk verstehen. Dem potenziellen Neumieter müssen wir konkurrenzfähige Angebote präsentieren.“ Das soll unter anderem mit den XL-Familienwohnungen geschehen, die es so in Roßwein noch gäbe. In Kürze werde mit den Bauarbeiten für drei Musterwohnungen begonnen.

Von Olaf Büchel

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