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Döbeln Eine Strafe für Schrott
Region Döbeln Eine Strafe für Schrott
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22:09 25.07.2012

(mpö). Tausche Schrott im Wert von 200 Euro gegen eine Strafe von 3600 Euro. Klingt blöd, ist aber so. Es ist nicht das Einzige, was in dieser Art gelaufen ist. Ein junger Mann hat im Februar vom Nachbargrundstück 300 Kilogramm Aluminium gestohlen. Dafür verurteilte Richter Janko Ehrlich den 26-jährigen Rüdiger W.* gestern zu 120 Tagessätzen a 30 Euro. Sein Fahrer wurde vor dem Döbelner Amtsgericht freigesprochen. Lars. T.* hatte offenbar keine Ahnung, dass er Diebesgut transportierte.

Das mit dem Schrott ist in Sachsen und im Altkreis Döbeln eine heikle Angelegenheit. Es ist Müll, der schnell versilbert werden kann. Und mittlerweile herrscht das Gefühl in der Bevölkerung, dass sich ganze Banden darum kümmern. Rüdiger W. sah darin offenbar eine Gelegenheit. Auf dem Grundstück eines Unternehmens neben der Firma seines Vaters sah der 26-Jährige die Aluminium-Schienen. "Ich hab das Tor angehoben und rüber gestellt", sagt der kräftige Metallbauer vor Gericht: Eine ganze Euro-Palette schleppte er auf einen Anhänger. Dann rief er am 25. Februar gegen acht Uhr seinen Freund Lars T. an. Der 27-Jährige bekam einen Zehner Spritgeld. Gemeinsam fuhren die beiden Männer zu einem Schrotthändler.

"Ich sah zwei Personen, die gerade Schrott auf einen Lkw geladen haben", berichtet ein Konstrukteur der bestohlenen Firma, der durch einen Zufall dort war. Da die Alu-Schienen nur bei seinem Unternehmen in der Region zu finden sind, habe er sich gewundert und den Verkaufsleiter angerufen.

Der Verkaufsleiter fuhr zum Unternehmen: "Der Meister hat mir die aufgehebelte Tür gezeigt." Als er später beim Schrotthändler eintraf, habe es kurz Probleme mit der Rückgabe des Diebesgutes gegeben. "Aber als die Polizei kam, nannte der Mann auch einen Namen."

Später habe sich der Sohn des benachbarten Unternehmens dann entschuldigt. Sein Vater und der Verkaufsleiter vereinbarten eine gemeinsame Sicherheitsstrategie für die Zukunft. Nicht wegen des Täters, aber um allgemein gegen Schrott-Diebe gewappnet zu sein. Von einer Anzeige wurde daher abgesehen. Auch der Schrotthändler hatte keine Anzeige erstattet, da er, laut Aussage von Lars T. eine Entschädigung erhalten habe.

Daher wunderte sich Rüdiger W., dass er überhaupt vor dem Gericht erscheinen musste. "Wo kein Kläger, keine Anklage", sagte er. Nicht mal seinen Verteidiger brachte er mit. "Es handelt sich um besonders schweren Diebstahl", erklärte Richter Ehrlich. Das sei nicht so leicht zu nehmen, wie wenn man ein Bonbon im Supermarkt einstecke. Lars T. sagte: "Ich war nur der Fahrer." Und er stelle keine Fragen, wenn ihn ein Kumpel ohne Führerschein, um eine Fahrt bitte. Nach der Urteilsverkündung sagte Richter Ehrlich: "Ich möchte sie beide hier nicht wieder sehen." *Namen geändert

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