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Döbeln Eine glatte Einskommanull
Region Döbeln Eine glatte Einskommanull
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23:53 15.06.2014
Orgeslsommer_Eröffnungskonzert: Viele Döbelner genossen in der Nicolaikirche ein einmaliges Konzert. Quelle: Sven Bartsch

Der mittlerweile 69-Jährige, der seit Jahrzehnten zu den renommiertesten Organisten Ostdeutschlands gehört, erinnerte in seiner Begrüßung an seine Döbelner Wurzeln - an den ersten Unterricht an der Eule-Orgel und an das Abitur am Lessinggymnasium. Schön, dass die Verbindung in die Geburtsstadt auch nach Jahrzehnten nicht abgerissen ist: Friedrich stellte sich zum einen mit Solostücken (etwa einer effektvollen spanischen Toccata zur Eröffnung) als auch einer klangvollen Interpretation von Ottorino Respighis G-Dur-Suite zum grandiosen Kehraus vor.

Dem hiesigen Kantor Winfried Kleindopf ist es zu verdanken, dass er dieses Orgelsommer-Eröffnungskonzert kurzerhand mit dem Sommerkonzert des von ihm derzeit interimistisch geleiteten Döbelner Kammerorchesters zusammenlegte. So stand dem namhaften Gast ein Streicher-Ensemble zur Verfügung, und die Kirchgemeinde durfte sich darüber freuen, dass die zahlreichen Freunde des traditionsreichen Kammerorchesters ihre Bankreihen ordentlich füllten.

Das alleine erklärt aber noch nicht, warum letztlich derart viele Besucher wie sonst nur zu den ganz großen Kirchenmusiken ins Gotteshaus strömten. Die kamen nämlich einer 16-Jährigen wegen: Josephine Hoffmann ist Schülerin am Lessinggymnasium (so schloss sich der Kreis an diesem Abend!), lernt seit mittlerweile elf Jahren bei Tina Bartel Blockflöte, gewann in dieser Zeit unzählige Wettbewerbe und legte nun im Rahmen des Konzertes ihre abschließende Oberstufenprüfung ab. Was in Döbeln ein ziemlich seltenes Ereignis ist, das sich Freunde, Mitschüler, Lehrer und Bekannte keinesfalls entgehen lassen wollten.

Zu Recht, denn die junge Musikerin hatte bei ihrem Prüfungsvorspiel eine Menge zu bieten: Schon in Fontanas frühbarocker Sonate überraschte sie mit vitalen Tempowechseln. Antonio Vivaldis Konzert a-Moll für Flautino (dahinter verbirgt sich eine kleine, sehr schwer zu spielende Blockflöte) näherte sich die Schülerin gar mit bewundernswerter Souveränität, ging die mordsschweren Läufe in den Ecksätzen dabei ebenso sicher an wie sie im Larghetto eine bezaubernd sinnliche Melodie zauberte. Womit sie nicht nur die Besucher zu Begeisterungsstürmen herausforderte: Auch die prüfende Jury vergab schließlich die Höchstnote - eine glatte Einskommanull.

Lieb

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