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Döbeln Eines der größten Wehre in Sachsen entsteht in Döbeln
Region Döbeln Eines der größten Wehre in Sachsen entsteht in Döbeln
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23:26 05.05.2014
Im Juni 2013 wälzten sich hier noch 526 Kubikmeter Wasser pro Sekunde hindurch. Das ist vergleichbar mit einer 200 Meter breiten und 2,5 Meter hohen Welle. Das neue Wehr am Schlossberg soll Hochwassergefahren künftig mindern und mehr Wasser in den breiten Flutgraben ableiten. Gestern Mittag war Baustart für das 4,5 Millionen-Euro-Projekt. Quelle: Sven Bartsch

Sachsens Umweltminister Frank Kupfer sorgte gestern Mittag selbst für den ersten Baggerbiss an dem 4,5 Millionen Euro schweren Großprojekt.

Mit einem Bohrhammer am Baggerarm pickerte der Minister ein letztes Stück Mauer des alten Schlossbergwehres weg. In den nächsten zwei Jahren wird nun in insgesamt 16 Bauphasen eine neue zweiteilige Wehranlage in einer Kombination aus Beton und Stahlbau errichtet. Die beiden Wehrklappen sind jeweils knapp 20 Meter breit, 3,50 Meter hoch und wiegen je 25 Tonnen. Mit Hilfe eines elektromechanischen Gewindeantriebes sind sie in jede Position zu bewegen", beschreibt Nicolas Korting, Chef des mit dem Bau beauftragten Ingenieurbüros aus Hamburg und Dresden. Durch das Aufschütten und befestigen einer Landzunge unterhalb des Schlossberges und die Stellung des Wehres in einem anderen Winkel im Fluss, werden durch die Anlage im Hochwasserfall zwei Drittel der Wassermassen in den Flutgraben hinter dem Busbahnhof umgeleitet. Der Flutgraben wird bereits zwischen Wehr und der Brücke Straße des Friedens um zehn Meter aufgeweitet. "Für den nächsten Abschnitt der Flutmauern an beiden Ufern im Bereich des Busbahnhofes geht jetzt der Auftrag im Wert von fünf Millionen Euro raus. Für eine halbe Million Euro lassen wir gerade rund 7000 Kubikmeter Sedimentablagerungen aus dem Flutgraben baggern. Somit müssen die Anwohner in diesem Bereich derzeit Bauarbeiten im Umfang von zehn Millionen Euro ertragen", schildert Axel Bobbe, Leiter des Betriebes Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster der Landestalsperrenverwaltung und dankt schon vorab für das Verständnis. Mehr gleichzeitig zu bauen, ginge nicht. Denn von den Baustellen dürfe im Hochwasserfall keine zusätzliche Gefahr ausgehen.

Insgesamt 45 bis 50 Millionen Euro plant Dr. Andreas Kramer, stellvertretender Geschäftsführer und Finanzchef der Landestalsperrenverwaltung in Sachsen, für die Umsetzung des Hochwasserschutzes für Döbelns Innenstadt. Neben dem neuen Verteilerwehr am Schlossberg werden in 21 Bauabschnitten 6,5 Kilometer Hochwasserschutzmauern und ein Kilometer Deiche gebaut. Im kommenden Jahr soll, wenn alles gut geht, die Brücke in der Straße des Friedens abgerissen und durch einen breiteren Neubau ersetzt werden. Der Großteil des Geldes für den Döbelner Hochwasserschutz kommt von der Europäischen Union. "Döbeln soll nach Fertigstellung vor Hochwassern, wie sie statistisch aller 50 Jahre auftreten, sicher sein", kündigte Umweltminister Frank Kupfer an. Vizelandrat Dr. Manfred Graetz und Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer erinnerten den Minister an die Bedeutung der beiden an den Muldezuflüssen in Mulda und Oberbobritzsch geplanten Rückhaltebecken. Diese Becken bedeuten für Döbeln im Hochwasserfall 20 Prozent weniger Wasserstand. So wäre sogar ein HQ-100-Schutz für Döbeln möglich.

Thomas Sparrer

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