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Einsätze, die an den Nerven zehren: Döbelns Feuerwehrleute wollen Leben retten, doch manchmal ist es nicht mehr möglich

Einsätze, die an den Nerven zehren: Döbelns Feuerwehrleute wollen Leben retten, doch manchmal ist es nicht mehr möglich

Die Weihnachtsfeiertage waren auch für die Kameraden um Gemeindewehrleiter Thomas Harnisch eine ruhige Zeit. "Seit 8. Dezember hatten wir keinen Einsatz mehr, zum Glück", so der Feuerwehrchef.

Döbeln.

 

 

 

 

Wenn Harnisch die zurückliegenden zwölf Monate insgesamt betrachtet, stellt er fest, dass es für die Döbelner Feuerwehr schon weitaus stressigere Jahre gegeben hat. Die Zahl der Einsätze war schon höher, auch die Brandfolgen waren in anderen Jahren schlimmer. Trotzdem: Wenn die Blauröcke ausrückten, dann vor allem wegen Bränden. In Wohnungen, Gebäuden und Garagen galt es Feuer zu löschen. Insgesamt vier Pkw standen in Flammen - im Gegensatz zum Vorjahr, wo bei Fahrzeugbränden meist von Brandstiftungen auszugehen war, lag die Ursache laut Harnisch diesmal bei technischen Defekten.

Ein größerer Einsatz war die Brandbekämpfung in einem Hinterhaus in der Uferstraße, wo drei Personen, Eltern mit Kind, vor Flammen und Rauch gerettet wurden. "Nur gut, dass wir da mit der Drehleiter herangekommen sind. Vor einer Rettung über die tragbare Leiter hatte das Kind Angst. Die Drehleiter gibt da ein Gefühl größerer Sicherheit", erklärt Harnisch. Das zeige auch, wie wichtig das Vorhandensein der Ersatz-Drehleiter ist. Die der Döbelner Feuerwehr befindet sich gerade zur Generalüberholung und wird für Mitte Januar zurück erwartet.

Vor Situationen, die besonders an den Nerven der Einsatzkräfte zehren, blieben die Döbelner Feuerwehrleute allerdings auch in diesem Jahr nicht verschont. Von den zahlreichen Verkehrsunfällen, zu denen die Kameraden gerufen wurden, gingen zwei tödlich aus. In beiden Fällen handelte es sich um Zusammenstöße auf der Autobahn 14. Besonders heftig war der Unfall Mitte November auf der A14 bei Großweitzschen, bei dem mehrere Lastkraftwagen aufeinandergefahren waren. Der Fahrer eines polnischen Kesselaufliegers kam dabei ums Leben. Thomas Harnisch und seine Männer gaben für die Rettung des Mannes ihr Bestes. "Das Fahrerhaus war aber so deformiert, dass erst ein Schlepper den davor befindlichen Lkw wegziehen musste. Das kostete Zeit", schildert der 53-Jährige. Schon auf der Fahrt zum Einsatzort würden die Kameraden per Funk erfahren, wenn es eingeklemmte Personen gibt. "Noch im Auto wird dann eingeteilt, wer welche Aufgabe an der Unfallstelle übernimmt." Ausgebildet sind laut Harnisch alle Kameraden für solche Einsätze. Doch der eine verkrafte die direkte Hilfeleistung bei Personenschäden etwas besser, als der andere. Auch deshalb die vorherige Absprache.

Größere Neuanschaffungen für die Döbelner Feuerwehr sind im nächsten Jahr nicht vorgesehen. Für 2013 steht ein neues Löschfahrzeug auf dem Plan. "Ob wir es bekommen, hängt davon ab, ob es Fördermittel gibt und ob die Stadt ihren Teil zur Verfügung stellen kann", erklärt der Wehrleiter. Da der jetzige Tanker 2500 Liter fasst, die Löschwassersituation in Ortsteilen wie Technitz und Oberranschütz aber keine einfache ist, wäre ein Löschfahrzeug mit größerem Fassungsvermögen durchaus wichtig. "Einen 5000-Liter-Tanker könnten wir schon gebrauchen", so Harnisch.

Damit zu Silvester die Kameraden bei ihren Familien bleiben können und nicht ausrücken müssen, hat der Wehrleiter noch einen Wunsch: Vorsicht walten lassen beim Umgang mit Feuerwerks- körpern. Und wer will, dass es auch in der Wohnung zischt und knallt, der sollte sich vergewissern, dass es sich wirklich um ein Tischfeuerwerk handelt.

Olaf Büchel

-Standpunkt

 

❏ Die Döbelner Feuerwehrkameraden absolvierten bis gestern 82 Einsätze in diesem Jahr, davon 59 Brandeinsätze und 23 technische Hilfeleistungen, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen. Die wohl spektakulärste Hilfeleistung war das Einfangen eines Waschbären von einem Dach in der Bäckerstraße.

❏ In diesem Jahr gab es bislang 13 Blindalarme, davon acht Mal, weil Brandmeldeanlagen Fehlalarme ausgelöst hatten.

❏ Die Freiwillige Feuerwehr Döbeln, mit Ortswehr Technitz, zählt 54 aktive Kameraden. Per 1. Januar 2012 kommen 20 aktive Kameraden der Feuerwehr Ebersbach offiziell hinzu. Zur Jugendfeuerwehr Döbeln gehören 14 Nachwuchskameraden.

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