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Döbeln Eiskeller und Finkenburg unter der Abrissbirne
Region Döbeln Eiskeller und Finkenburg unter der Abrissbirne
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23:30 11.06.2014
Der Eiskeller von 1870 auf der Westseite des Bahnhofes stand schon lange leer. Quelle: Andreas Riethig

So fiel in den letzten Wochen und Monaten auch der alte Eiskeller, die so genannte "Finkenburg", die dazugehörigen Garagen, die Gebäude der Weichenposten 5 und 7 sowie die Bekohlungsanlage am Lokschuppen der Abrissbirne zum Opfer. Daran erinnert Eisenbahnfreund Andreas Riethig. Der 1870 fertiggestellte Eiskeller war ein solides Backsteingebäude indem Eis gelagert wurde. Das Eis wurde im Winter in Blöcken aus Döbeln gebracht. Wahrscheinlich aus dem Brauereiteich im Bürgergarten. Die Eisblöcke wurden mit Stroh oder Sägespänen bedeckt, um den Schmelzvorgang zu verlangsamen. Wenn die Kühlwagons mit Fisch von der Ostsee kamen, wurden sie am Döbelner Hauptbahnhof noch einmal mit frischem Eis aus dem Eiskeller gekühlt. Ebenso wurden Kühlwagen anderer Züge mit frischem Eis versorgt. Es ist auch anzunehmen, dass die Bahnhofsgaststätte ebenfalls das Eis zum Kühlen ihrer Lebensmittel holte.

An den Eiskeller schloss sich eine Holzbaracke an. Beides wurde von der Bahnmeisterei Döbeln genutzt. Im Backsteingebäude befand sich die Heizungsanlage. Den Garten neben dem Eiskeller nutzte Ekkehardt Miske, der auch bei der Bahnmeisterei arbeitete. Er schuf hier ein richtiges Pflanzenparadies und verkaufte die selbst gezüchteten Pflanzen an Kleingärtner. Die Finkenburg war Aufenthalts - und Umkleideraum für die Rangierer der Westseite.

Gebaut wurde in den letzten Monaten am Hauptbahnhof vor allem an der kompletten Erneuerung des Gleises 3 (Chemnitz-Riesa) einschließlich der zugehörigen Tiefenentwässerung. Nebenbei wurden weitere der schon lange leerstehenden und verfallenden Hochbauten abgerissen.

Thomas Sparrer

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