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Eisschollen bringen Hochwasser

Eisschollen bringen Hochwasser

Döbeln/Roßwein/Niederstriegis. Gestern Mittag spitzte sich die Situation zu: Dicke Packeisschollen ließen das Muldewasser nicht mehr da lang fließen, wo es lang soll.

 

 

 

 

Bereits Sonnabend Nachmittag haben Einsatzkräfte in Niederstriegis und Ebersbach mit Eisproblemen zu kämpfen. Auch im Bereich Roßwein und am Pegel Mahlitzsch stauen sich die Schollen. "Es war sehr schlimm", berichtet der Niederstriegiser Bürgermeister Heinz Martin. "Bei uns waren auch ein paar Grundstücke in Gefahr, aber das Wetter hat es gut mit uns gemeint, und der Eisstöpsel hat sich gelöst."

Martin lobt die Schutzmaßnahmen und den Einsatz aller Beteiligten. Die Feuerwehren aus Niederstriegis und Roßwein waren im Dienst, der Roßweiner Bauhof ebenfalls. Zeitweise wurde das Wehr am Schützenverein ausgeleuchtet, um die Lage gut im Blick zu behalten. "Das ist jetzt zwar ein Loblied auf meine Kameraden, aber das kann ich auch wirklich singen." Auch die Kooperation mit dem Landratsamt, den Kreisbrandmeistern und den Städten Döbeln und Roßwein sei sehr gut gewesen. Auf die Talsperrenverwaltung ist Heinz Martin hingegen gar nicht gut zu sprechen. "Das ging denen kalt an den Knien vorbei. Die haben es noch nicht einmal nötig gehabt, rauszukommen." Das ist für den Bürgermeister umso ärgerlicher, als dass die Handlungsmöglichkeiten von Kommunen und Feuerwehren in solchen Fällen beschränkt sind. "Bei Eisstau ist man im Prinzip hilflos." Bis auf Sicherungen mit Sandsäcken und kleine Baggerarbeiten ist nicht viel möglich. "Was wir tun konnten, ist gemacht worden."

Das Problem potenziert sich gestern Früh flussabwärts, denn dort, wo sich das Eis löst, staut es sich im weiteren Flusslauf erneut.

Bei der Firma Pohlenz wird gegen 13.30 Uhr begonnen, Sandsäcke an der Einfahrt aufzutürmen. Gleich nebenan, vor dem Krankenhaus, ist die Sörmitzer Straße zu diesem Zeitpunkt bereits komplett überflutet. Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer und Baudezernent Thomas Pfeiffer beraten sich. Schnell ist klar: "Wir brauchen einen Bagger." Es dauert nicht lange, da ist das Fahrzeug da und beginnt mit der Arbeit. Bedrohlich nah scheint der Bagger an die Mulde zu fahren - aber eine andere Chance gibt es nicht, dem Eis wenigstens ein Stück weit Herr zu werden. Dennoch kann der Bagger angesichts der enormen Eismengen, die sich aufstauen, nicht allzu viel ausrichten. Mehr könnte nur die Landestalsperrenverwaltung tun, erklärt Thomas Pfeiffer. Zum Beispiel gezielte Sprengungen im Eis. Doch bis zum Nachmittag gibt es von der Behörde keine Anzeichen dafür, dass man sich in Döbeln blicken lassen will. "Wir müssen sehen, dass wir da jemanden rankriegen", sagt Pfeiffer.

Kameraden der Feuerwehr sperren am Nachmittag die Oberbrücke, um sie zu befreien. Die Kuh ist noch nicht vom Eis, sagen sie. Denn riesige Berge treiben nach wie vor aus Richtung Ebersbach nach Döbeln.

Trotzdem: Das leichte Tauwetter hilft ein wenig, und die Pegel, die nun vorerst wieder fallen, ebenfalls. Baudezernent Pfeiffer gibt aber am frühen Abend noch keine Entwarnung - wenngleich die Sörmitzer Straße wieder frei ist. Jetzt arbeitet die Stadt in den Klostergärten mit zwei Baggern. Der Bereich von der Greinerbrücke bis zum Arbeitsamt bildet nun den Schwerpunkt des Einsatzes. In Mahlitzsch steht es auch noch. "Es hängt nicht an den Wehren, es hängt in den Kurven", beschreibt Pfeiffer das Problem.

"Im Moment ist die Lage ruhig", erklärte der Döbelner Wehrleiter Thomas Harnisch gestern Abend. Die Bagger waren die ganze Nacht hindurch weiter in Bereitschaft, die Stadt führte bis heute Früh engmaschige Kontrollen durch. Björn Meine

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