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Elektrowärme GmbH: Neubau wegen Auftragseinbruch gestoppt

Elektrowärme GmbH: Neubau wegen Auftragseinbruch gestoppt

Die guten Zeiten waren schneller vorbei als gedacht. Das ist in Stein gehauen gerade an der Döbelner Eichbergstraße zu sehen. Das dreistöckige rot und weiß leuchtende Verwaltungsgebäude der Döbeln Elektrowärme GmbH steht seit seiner Fertigstellung Ende letzten Jahres leer.

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Leere Räume im Rohbau hinter der schönen neuen Fassade. Die Döbelner Elektrowärme hat den Ausbau ihres neuen Verwaltungsgebäudes auf Eis gelegt.

Quelle: W. Sens

Döbeln. Dank der guten Entwicklung hatte die Elektrowärme seit Spätsommer 2010 auf dem 3000 Quadratmeter großen Nachbargrundstück in die Firmenerweiterung investiert. Dazu wurde das Gelände des früheren Getränkehandels an der Eichbergstraße erworben und abgerissen. Mit Hilfe von Firmen aus dem Altkreis Döbeln, wie der Ostrauer Baugesellschaft, dem Döbelner Planungsbüro Schroeder oder der Tiefbaufirma TRA entstanden eine 1240 Quadratmeter große neue Produktionshalle und ein Verwaltungskomplex mit 1200 Quadratmetern auf drei Etagen.

"Noch Ende 2011 konnte die neue Produktionshalle in Betrieb genommen werden. Eingezogen ist hier unter anderem die Abteilung zur Produktion von Durchlauferhitzern. Zudem wurden die Produktion mit dem Neubau zentralisiert und innerbetriebliche Wege optimiert", schildert Geschäftsführer Ulrich Gottlebe. "Doch mit dem Jahreswechsel brach der Umsatz um 50 Prozent ein und wir legten den fertigen Rohbau für das neue Verwaltungsgebäude auf Eis, weil wir über Nacht ganz andere Probleme zu lösen hatten", so Gottlebe weiter. Die am Boden liegende Solarindustrie war ein Grund für die plötzliche Auftragsflaute. Die Döbelner Elektrowärme produziert etwa Heizelemente in großen Stückzahlen, die in den Produktionsanlagen zur Beschichtung von Solarplatten eingesetzt werden. Die beiden großen sächsischen Hersteller solcher Produktionsanlagen, das Ardenne-Institut und die Roth und Rau AG in Hohenstein-Ernstthal nahmen plötzlich kaum noch etwas ab. Als wenn das nicht reichen würde, stellte auch noch Vaillant seine Produktion von Fünf- und Zehnliter-Warmwasserboilern ein. Für die wurden die Heizelemente an der Döbelner Eichbergstraße entwickelt und produziert. "Als drittes strich noch der holländische Hersteller Intum die mit uns geplante Neuentwicklung spezieller Kaffeemaschinen, für die wir Heizelemente und das Ofenlöten von Teilen übernommen hatten. Es kam also einiges zusammen", erklärt der Geschäftsführer. Mit Kurzarbeit wurde die schwierige Situation überbrückt. Übers Jahr musste das Unternehmen aber auch 22 Mitarbeiter möglichst sozialverträglich abbauen.

Für die damit aktuell 77 Mitarbeiter wird nun intensiv versucht, die Auftragslöcher wieder zu schließen. "Das geht natürlich nicht über Nacht. Doch wir konnten im Frühjahr auf einer Spezialmesse in Paris einige sehr vielversprechende Kontakte knüpfen", so Ulrich Gottlebe. Von der Messe "interclima und elec" in der französischen Hauptstadt brachte der Vertrieb der Döbelner Elektrowärme einige wichtige Entwicklungsaufgaben mit nach Hause. "Unsere Abteilung ist jetzt ganz intensiv daran. Wir gehen davon aus, dass aus diesen Entwicklungen für 2013 einige neue Produktionsaufträge entstehen. Das wäre sehr wichtig, um unsere Arbeitsplätze wieder langfristig sicher zu machen", so der Geschäftsführer.

Das schöne rot-weiße Verwaltungsgebäude bleibt deshalb bis auf Weiteres ein hohler Vogel. "Wir haben alle Baubeteiligten bis dahin ordentlich für den fertigen Rohbau bezahlt. Doch die Mittel für den Innenausbau und den Umzug unserer Verwaltung haben wir seit Jahresbeginn lieber für unsere Liquidität eingesetzt. Es geht auch ohne Palast", sagt Ulrich Gottlebe. Wenn die Auftragslage und die Auslastung wieder stabilisiert sind, soll das Gebäude aber irgendwann schon fertiggestellt werden. Nur im Moment seien die Prioritäten eben andere.

 

 

Am Standort in der Eichbergstraße wird seit April 1948 produziert.

Im Mai 2011 wurde zum 20-jährigen Bestehen des Unternehmens als GmbH Richtfest für eine 1240 Quadratmeter große neue Produktionshalle und ein Verwaltungskomplex mit 1200 Quadratmetern auf drei Etagen gefeiert. Noch 2011 sollten die Neubauten in Betrieb genommen werden. Der neue Verwaltungsbau steht allerdings bis heute leer.

Mit Heizstäben aller Art macht die Döbeln Elektrowärme GmbH in der Eichbergstraße ihre Umsätze. Zwischen 10 und 11,5 Millionen Euro betrug der Jahresumsatz im Durchschnitt der letzten Jahre. Jetzt brach der Umsatz auf 6,5 Millionen Euro ein.

20 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet die Elektrowärme im Ausland; ob im Würstchen-Erhitzer in Reisebussen, im Durchlauferhitzer von Bosch, Siemens, Vaillant - Döbelner Elektrowärme steckt in vielen Geräten, Maschinen und Anlagen.

77 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen. Das Durchschnittsalter im Unternehmen liegt bei 46 bis 48 Jahren.

Thomas Sparrer

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