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Empfang für neue Bürger von Roßwein

Zugezogen Empfang für neue Bürger von Roßwein

Roßwein hat eine Menge zu bieten, zum Beispiel: Wer ein Eigenheim bauen will, bekommt zehn Euro pro Quadratmeter vom Baulandpreis erlassen. Darüber und über andere Vorzüge der Kleinstadt in Mittelsachsen erzählt Bürgermeister Veit Lindner zum jüngsten Empfang für jene, die in den vergangenen zwei Jahren neu zugezogen sind.

200 Menschen sind in den letzten zwei Jahren nach Roßwein gezogen. Rund ein Zehntel davon ging zum Neubürgerempfang ins Rathaus und stieß mit Bürgermeister Veit Lindner an.

Quelle: Dirk Wurzel

Rosswein. Rund 200 neue Bürger kann die Stadt Roßwein seit 2015 begrüßen. Traditionell hat die Stadt diese am Sonnabend zum Neubürgerempfang eingeladen. Gekommen war ein reichliches Zehntel. Sie erfuhren von Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) und den Vereinsvorsitzenden Wilfried Otto (Roßweiner Sportverein) und Jens Funke (SV Grün-Weiß Niederstriegis) was Roßwein lebenswert macht. Zum Beispiel die vielen Sportstätten, zu denen auch das Freibad und das Hallenbad gehören, eine gute ärztliche Versorgung, die mit dem Umbau der alten Post zum Haus der Medizin einen Sprung nach vorn macht.

„Ich bin der Liebe wegen nach Roßwein gezogen“, sagt Matthias Liebsch. Er ist aus Weißwasser, seine Lebensgefährtin aus Roßwein. Gemeinsam mit ihr baut er das Haus neben dem Rheinischen Hof um. Matthias Liebsch schätzt Roßwein als ruhige Stadt, es gefällt ihm hier. Von nicht ganz so weit weg ist Tina Dühnelt hergezogen. Sie kommt aus dem Nachbardorf Marbach in der Gemeinde Striegistal. „Selbstständigkeit“ gibt sie als Grund für den Umzug an, an der Damaschkestraße hat sie ihre erste eigene Wohnung bezogen. „Die Miete ist günstig“, sagt die 24-Jährige. Gleich um die Ecke wohnen ihre Großeltern. So ist die Enkelin nun in der Nähe, wenn Oma und Opa mal Hilfe brauchen.

Tina Dühnelt kann es sich sogar vorstellen, in Roßwein ein Eigenheim zu bauen – wenn die Voraussetzungen wie Arbeit und Partnerschaft stimmen. Anregungen dazu hat sie beim Neubürgerempfang vom Bürgermeister bekommen. So zum Beispiel, dass die Stadt in ihrem Baugebiet „Am Steinhübel“ ein Rabattmodell entwickelt hat, das gut nachgefragt ist und jungen Familien entgegen kommt. 56 Euro will Roßwein für den Quadratmeter Bauland haben, gibt aber für jedes Kind zehn Euro pro Quadratmeter Rabatt. Veit Lindner wies auch auf die anderen in die Stadt und ihren Ortsteilen hin, in denen sich Häuslebauer verwirklichen können: In Haßlau, Troischau und an der Etzdorfer Straße.

„Sie haben es bestimmt schon bemerkt, das Roßweiner Trinkwasser ist sehr kalkhaltig“, wies Veit Lindner auf einen Nachteil Stadt hin. „Wir sind im Wasserverband derzeit am Überlegen, ob es sich lohnt, eine Enthärtungsanlage zu bauen. Dadurch könnte der Wasserpreis um bis zu 50 Cent pro Kubikmeter steigen“, sagte Veit Lindner. Das Roßweiner Wasser ist zudem in jüngster Zeit noch ein Stück härter geworden, da es jetzt ausschließlich aus der Jahna-Aue kommt.

Das Wasser mag verkalkt sein. Aber davon lassen sich die Roßweiner nicht unterkriegen. Veit Lindner schilderte, wie nach dem Niedergang des Bergbaus um 1860 eine der großen Wirtschaftskrisen der Stadt zu meistern war, als deren Gründungsjahr 1220 gilt. „Nach der Wende gingen 5800 Industriearbeitsplätze verloren. In der DDR-Zeit brachten Züge und Busse Arbeitskräfte aus der ganzen Region zur Arbeit in den Roßweiner Betrieben“, schilderte der Bürgermeister eine weitere große Krise. Aktuell hat die Stadt noch 183 Industriearbeitsplätze.

Dabei ist sie keine arme Stadt, die auf Pump lebt. Die pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 346 Euro. Vor Jahren waren es 1000 Euro.

Von Dirk Wurzel

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