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Döbeln Ende für Kinderprojekt des Frauenzentrums in Döbeln
Region Döbeln Ende für Kinderprojekt des Frauenzentrums in Döbeln
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23:29 13.12.2012
Eine kleine heile Welt gestern Nachmittag beim Verteilen und Auspacken der Geschenke an die Future Kids des Frauenzentrums Döbeln. Das Projekt läuft aus. Von vier Mitarbeiterinnen - drei davon sind Tina Dencker, Christine Koglin und Helena Stibbeova (v.r.) - bleibt nur noch eine im gewohnten Umfang. Quelle: Wolfgang Sens

Das heißt, Bewohner der Stadt waren dem Aufruf gefolgt, hatten die Kärtchen vom Baum geholt, um die darauf geäußerten Wünsche der Kinder zu erfüllen. Besonders liebevoll verpackt, wurden die Geschenke im Frauenzentrum abgegeben. "Alle, die mitgemacht haben, haben sich riesige Mühe gegeben. Einer Frau war im Nachhinein eingefallen, dass ihr Geschenk nur mit Batterien funktioniert, diese aber nicht dabei waren. Sie ist extra noch einmal herkommen und hat die passenden Batterien gebracht", schildert die Sozialpädagogin.

Gestern Nachmittag dann der große Augenblick. Die Kinder - die Hälfte von ihnen mit Migrationshintergrund, fast alle sozial benachteiligt - durften bei der Weihnachtsfeier die Geschenke auspacken. Der Junge, der sich einen Roboter gewünscht hatte, konnte diesen gleich ausprobieren, dank der nachgelieferten Batterien. Auch die Augen all der anderen Kinder leuchteten. Freude und Dankbarkeit herrschten vor.

Traurigkeit und Wehmut ließen sich aber nicht ganz wegwischen. Denn es war die letzte große Veranstaltung des Projektes Future Kids, das in Spitzenzeiten, gerade in den Ferien, oft mehr als 20 kleine Besucher in den Räumen des Frauenzentrums zählte. Doch die von vornherein auf drei Jahre begrenzte Förderung durch die Aktion Mensch läuft Ende Januar des kommenden Jahres aus. Future Kids wird es dann nicht mehr geben. Denn die Zahl der bislang dafür zur Verfügung stehenden Mitarbeiterinnen reduziert sich von vier auf eine. Mit Tina Dencker und Helena Stibbeova konnten zwei Betreuerinnen über die Mittel der Aktion Mensch finanziert werden, Rebecca Haustein und Christine Koglin sind über Beschäftigungsmaßnahmen eingestellt, wobei die für Hau- stein ebenfalls ausläuft. Bleibt nur noch Bürgerarbeiterin Koglin, deren Maßnahme bis Februar 2014 angelegt ist.

"Wir haben ab Juni 2013 ein neues Projekt geplant und bemühen uns dafür um Fördermittel von der Stiftung Ein Platz an der Sonne. Wir hoffen dass es klappt, doch bis dahin muss improvisiert werden", erklärt Dencker. Improvisieren heißt, Future Kids wird zum Mädchentreff des Frauenzentrums, der er früher schon mal war. Theoretisch haben Jungen, die in den letzten Jahren genauso zu den Gästen zählten, dann keinen Zutritt mehr. Die Öffnungszeiten des Treffs müssen reduziert und das Angebot in den Winterferien muss deutlich eindampft werden. Dencker: "Bislang hatten wir an jedem Ferientag etwas mit den Kindern unternommen. Diesmal kann es nur einen zweitägigen Kurs geben."

Was mit den Kindern von Future Kids, vor allem mit den Jungen, ab kommenden Februar passiert? Das fragen sich auch die Betreuerinnen . Der Treff im Frauenzentrum war für die Kids im Alter von fünf bis 15 Jahren so etwas wie ein zweites oder sogar ein besseres Zuhause, das heißt Schon- und Schutzraum. Christine Koglin: "Viele von ihnen kamen nach der Schule hierher und bekamen erst einmal etwas zu essen. Den Kindern begreiflich zu machen, dass das so nicht mehr geht - ich weiß nicht, ob ich das kann."

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